Tausende Menschen haben am Freitagabend, dem 18. September 2026, eine Menschenkette um das John F. Kennedy Center for Performing Arts in Washington gebildet. Die Proteste richteten sich gegen die angekündigte Schließung und angebliche Abrissdrohungen von US-Präsident Donald Trump, nachdem ein Bundesgericht zuvor die erzwungene Umbenennung des Kulturzentrums gestoppt hatte.
Massenproteste und Menschenkette am Potomac River
Unter dem Motto Hands Around the Kennedy Center versammelten sich Tausende Demonstranten am Ufer des Potomac River, um gegen die jüngsten Schritte der US-Regierung zu demonstrieren. Die Aktivisten hielten Arm in arm zusammen und versuchten, das imposante, weiße Marmorgebäude einzukreisen, obgleich Absperrgitter und Sicherheitszäune die vollständige Umrundung behinderten, wie USA Today berichtete. Die Menge strömte von der nächsten U-Bahn-Station herbei, verstopfte die Straßen im Foggy Bottom-Viertel von Washington und legte den Verkehr lahm.
Die Kundgebung wurde von der Organisation Hands Off the Arts organisiert. Zu Beginn sang die Menge die Nationalhymne und beendete die Veranstaltung mit dem Lied America the Beautiful. Auf mitgebrachten Plakaten war unter anderem hands off Kennedy Centre zu lesen. Die Teilnehmer protestierten gegen die kurz zuvor erfolgte, plötzliche Schließung des Hauptgebäudes sowie gegen politische Einflussnahmen auf die nationale Kulturstätte. Demonstrantin Sherry Liebes äußerte sich tief bestürzt über die Situation und sagte, es sei ohnehin schon bedrückend, dass das Gebäude nicht in Betrieb sei, aber die Vorstellung, dass es abgerissen werden könnte, breche ihr einfach das Herz. Ein weiterer Teilnehmer, Michael Shea, bestritt die Darstellung der Regierung über den baulichen Zustand und erklärte, die Situation sei keineswegs so katastrophal, wie sie dort dargestellt werde.
Chris Crowley, Co-Gründer von Hands Off the Arts
Zahlreiche bekannte Persönlichkeiten traten als Redner und Mitwirkende auf. Chris Crowley, Co-Gründer von Hands Off the Arts, erklärte in einem Interview, er hoffe, die Veranstaltung zeige, dass die Menschen bereit sind, für den Erhalt des Gebäudes zu kämpfen. Crowley rief während der Kundgebung dazu auf, bloß keine Hand an das Denkmal für John F. Kennedy zu legen. Das Protesttreffen zog nach Angaben der Organisatoren und der von der DC-basierten Drag-Künstlerin Tara Hoot geleiteten Programmgestaltung über 6.400 Menschen an, die erschienen seien, um dieses Denkmal für John F. Kennedy zu schützen. Hoot betonte zudem, dies stehe als Mahnmal für einen ermordeten Präsidenten. Zu den weiteren Sprechern und Teilnehmern gehörte auch die Schauspielerin Lynda Carter, die sich vor der Menge äußerte.

Gerichtliche Auseinandersetzungen und der Streit um den Abriss
Die Protestwelle folgt auf turbulente Tage in den Bundesgerichten von Washington. Aktivisten forderten, Donald Trump als Vorsitzenden abzusetzen, weil er es versäumt habe, das Denkmal zu schützen und zu verwalten, nachdem er sich im vergangenen Jahr selbst zum Vorsitzenden ernannt und frühere Führungskräfte sowie Vorstandsmitglieder durch eigene Gefolgsleute ersetzt hatte. Das Hauptgebäude des Komplexes war seit Mittwoch, dem 16. September 2026, vorübergehend geschlossen worden, während ein Richter Pläne für eine langfristige Schließung zur Durchführung von Renovierungen prüfte.
Der Konflikt hatte sich verschärft, nachdem das vom Präsidenten handverlesene Aufsichtsgremium am Dienstag mit einer Abstimmung beschlossen hatte, das Zentrum für zwei Jahre für Reparaturen zu schließen. Wenige Tage zuvor war eine neue Sicherheitsabsperrung aus „Bike-Rack“- und Barrikadenmaterial um das am Potomac River gelegene Gebäude errichtet worden. Die Maßnahme folgte auf eine gerichtliche Verfügung im Juni, mit der der Versuch gestoppt worden war, den Namen des Präsidenten am Gebäude anzubringen, nachdem Trump im Vorjahr die Kontrolle über das 1971 nach der Ermordung von US-Präsident John F. Kennedy eingeweihte Zentrum übernommen hatte.”
Die Position der US-Regierung und die Sorgen der Kulturszene
Aus dem Oval Office heraus verteidigte Präsident Trump am Freitag seine Pläne, kritisierte die bisherige Pflege sowie die finanzielle Lage des Gebäudes und äußerte den Wunsch nach einer grundlegenden Neugestaltung. Das Kennedy Center stand seit 2025 im Fokus von Trumps Umbauplänen für Washington, als er begann, Vertraute in den Vorstand zu berufen. Die Protestgruppe betonte auf ihrer Website, die Demonstration richte sich gegen die plötzliche Schließung, die Errichtung von Sicherheitszäunen und politische Versuche, Teile des Präsidentendenkmals zu verändern oder abzureißen.

Die Organisatoren erklärten in einem offiziellen Statement, das Kennedy Center gehöre dem amerikanischen Volk und nicht einem einzelnen Mann, und wenn man es abreißen wolle, müsse man erst an ihnen vorbei. Unter den Demonstranten herrschte Einigkeit darüber, dass das Kulturzentrum als lebendiges Denkmal und Erinnerungsort an den ermordeten John F. Kennedy geschützt werden muss, während die rechtlichen Auseinandersetzungen um die Zukunft des Hauses weiter andauern.
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