US-Rapper Macklemore wurde nach propalästinensischen Äußerungen bei Konzerten im New Jersey MetLife Stadium von den restlichen US-Terminen der Tournee von Ed Sheeran ausgeschlossen. Die Entscheidung folgt auf Ultimaten von Veranstaltungsorten und Stadionbesitzern wie Robert Kraft, die drohten, Konzerte abzusagen.
Die Konzertreihe von Popstar Ed Sheeran steht im Zentrum einer kulturpolitischen Kontroverse. Der US-amerikanische Rapper Macklemore wird die verbleibenden acht US-Auftritte im Vorprogramm der sogenannten Loop Tour nicht mehr bestreiten. Auslöser für den Ausschluss waren Auftritte am 4. und 5. September 2026 im MetLife Stadium im US-Bundesstaat New Jersey, bei denen der Künstler wiederholt den Ausruf Free Palestine
verwendete, eine palästinensische Kufiya trug und während seines Songs Hind’s Hall
Aufnahmen der Zerstörung im Gazastreifen auf Grossbildschirmen zeigte.
Ein Ultimatum von Stadionbesitzern und die Rolle von Robert Kraft
In einer langen Erklärung auf der Plattform Instagram schilderte der Rapper die Abläufe aus seiner Sicht. Demnach habe Sheeran ihn darüber informiert, dass Robert Kraft – Milliardär, Besitzer des NFL-Teams New England Patriots und Eigentümer des Gillette Stadium in Foxborough, Massachusetts – ihm einen Auftritt in dessen Stadion verweigert habe. Kraft habe daraufhin weitere Stadionbetreiber um sich geschart und gemeinsam ein Ultimatum ausgesprochen.
„Ed also told me that Kraft had rallied some of the other stadium owners and collectively they gave him an ultimatum: if Macklemore stays on the tour, you will not be allowed to play in our venues.“
Macklemore, via Billboard
Kraft bestätigte in einer offiziellen Stellungnahme, dass er Auftritte des Künstlers für den 25. und 26. September im Gillette Stadium untersagt hat. Zur Begründung verwies er auf die jüngsten Aktionen des Rappers sowie auf eine umfassendere Geschichte antisemitischer Rhetorik und Bildsprache, die aus Sicht der Stadionleitung eine Grenze überschreite. Gleichzeitig betonte Kraft, dass die Entscheidung nicht darauf abziele, das Leid unschuldiger Palästinenser zu schmälern oder das Recht auf Meinungsäußerung abzusprechen, dieses Engagement jedoch nicht auf Kosten der jüdischen Gemeinschaft gehen dürfe.
Reaktionen von Ed Sheeran und dem Tourveranstalter
Der britische Sänger Ed Sheeran äußerte sich in den darauffolgenden Tagen ebenfalls auf Instagram. Er erklärte, dass die Entscheidung, Macklemore von der Tour zu nehmen, vom Veranstalter getroffen wurde und nicht von ihm selbst. Sheeran gab an, Gespräche mit dem Tourveranstalter sowie mit Aktivisten auf beiden Seiten geführt zu haben, jedoch ohne Erfolg.

Die Messina Touring Group erläuterte in einer Erklärung gegenüber Medien, dass mehrere Veranstaltungsorte der kommenden US-Termine mitgeteilt hatten, sie würden kein Konzert mit Macklemore im Line-up zulassen. Bei einem Verbleib des Rappers hätte die Absage der gesamten Tour gedroht, was Hunderte Tausende Fans getroffen hätte.
Proteste und politische Einordnungen
Die Auftritte im MetLife Stadium hatten zuvor heftige Reaktionen ausgelöst. Unter anderem forderte die Organisation Israeli-American Council in einer Petition den Ausschluss des Rappers von der Tour und warf ihm vor, eine globale Konzertbühne für eine einseitige politische Agenda zu nutzen. Auch jüdische Konzertbesucher äußerten sich in Medien verstört über die politischen Botschaften während der Show.

Macklemore selbst verteidigte seine Position und erklärte, dass sich seine Kritik an Israel nicht gegen jüdische Menschen wende. Er betonte, dass er für Frieden, Liebe und die Gleichberechtigung aller Menschen eintrete. Trotz des Rauswurfs bekräftigte der Musiker, dass die Freundschaft zu Ed Sheeran trotz fundamentaler Uneinigkeit in politischen Fragen bestehen bleibe (20 Minuten).
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