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Technik und Wissenschaft

Studie zeigt starke Abhängigkeit vieler Wildtiere von Insekten

Wenn es um Insekten geht, denken viele Menschen vor allem an deren Rolle als Vogelfutter. Eine Auswertung von mehr als 500 Vogelarten zeigt laut der Untersuchung, dass rund zwei Drittel von ihnen Insekten fressen. Bei vielen Arten machen sie sogar mehr als die Hälfte der Nahrung aus. Doch die Bedeutung der kleinen Tiere reicht weit über das reine Überleben von Vögeln hinaus, wie das Team um Rob Cooke vom Center for Ecology and Hydrology in Wallingford zusammengetragen hat.

Heerwurmmotten und die Winterruhe der Grizzlybären

Für Grizzlybären können Insekten im Hochsommer überlebenswichtig sein. Vor ihrer Winterruhe klauben die Bären in dieser intensiven Nahrungsphase täglich tausende Heerwurmmotten unter Steinen hervor. Laut der Veröffentlichung sichern diese fettreichen Insekten vor allem dann das Überleben im Winter, wenn andere Beutearten wie Lachse rar sind.

Ähnlich enge Abhängigkeiten zeigen sich auch bei anderen Arten. Das Berg-Pygmäen-Beuteltier, auch Bergbilchbeutler genannt, koppelt seine Fortpflanzung stark an das Auftreten der Bogong-Motte. Steht es schlecht um diese Frühjahrsspeise, gibt es kaum Nachwuchs bei den mausähnlichen Beuteltieren. Die Schaufelfußkröte Scaphiopus couchii verschlingt bei einer Mahlzeit Termitenmengen, die mehr als der Hälfte ihres Körpergewichts entsprechen, womit ihr Kalorienbedarf für ein ganzes Jahr gedeckt ist. Nach Waldbränden fressen zudem Schimpansen Macrotermes-Termiten, wenn andere Nahrung knapp wird.

Studie zeigt starke Abhängigkeit vieler Wildtiere von Insekten

Schutz, Körperpflege und mögliche Selbstmedikation bei Tieren

Neben der reinen Nahrungsaufnahme nutzen zahlreiche Wirbeltiere Insekten und deren Bauten für Hygiene und Rückzug. Mehr als 200 Vogelarten betreiben dokumentierte Ameisen-Körperpflege. Dabei reiben Vögel einzelne Ameisen aktiv ins Gefieder oder setzen sich auf eine Ameisenstraße, um die Tiere ins Gefieder wuscheln zu lassen. Vermutet wird laut der Studie, dass Ameisensekrete Federparasiten, Bakterien oder Pilze hemmen.

Auch Schimpansen greifen zu Insekten, indem sie diese auf offene Wunden reiben. Die Studie deutet dies als möglichen Fall von Selbstmedikation, bei dem Körperstoffe der Insekten schmerzlindernd, entzündungshemmend oder antimikrobiell wirken könnten, wenngleich gesicherte Erkenntnisse dazu bislang fehlen.

Wechselwirkungen und die Folgen weltweiter Insektenrückgänge

Die fast allgegenwärtigen Wechselwirkungen zwischen Insekten und Wirbeltieren verdeutlichen laut den Wissenschaftlern, dass weitverbreitete Insektenrückgänge viele Wirbeltierpopulationen ernsthaft treffen dürften. In Nordamerika sind seit 1970 rund drei Milliarden Vögel verloren gegangen, wobei der Rückgang vor allem Arten traf, die während zumindest eines Teils ihres Lebenszyklus auf Insekten angewiesen sind.

Zugleich sind Insekten nicht nur Gejagte, sondern selbst Jäger. Fangschrecken fangen Kolibris, während Wasserinsekten wie Libellenlarven, Wasserwanzen und Wasserkäfer kleine Fische und Kaulquappen erbeuten. Zudem übertragen einige Insektenarten Krankheiten, wie Gnitzen das Blauzungenvirus oder Mücken die Vogelmalaria.

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Clara Vogt

Über den Autor

Clara Vogt verantwortet das Ressort Technik und Wissenschaft. Sie schreibt ueber KI, Digitalisierung, Forschung und Innovation und uebersetzt komplexe Entwicklungen in klaren, belastbaren Journalismus.

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