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Unterhaltung

Supreme Court weist Eilantrag gegen Paramount-Fusion ab

Ein von Konsumenten am Montag beim Obersten Gerichtshof der Vereinigten Staaten eingereichter Eilantrag sollte die 110-Milliarden-Dollar-Fusion von Paramount und Warner Bros. Discovery kurz vor dem Vollzug stoppen. Nur Stunden später lehnte Richterin Elena Kagan den Antrag ab, während die geplante Transaktion am Dienstag vollzogen werden soll.

Die juristische Auseinandersetzung um die Megafusion im Hollywood-Raum hat am Montag eine neue Dimension erreicht. Fünf Verbraucher wandten sich mit einem Eilantrag an den Supreme Court, um den Zusammenschluss von Paramount Skydance und Warner Bros. Discovery in letzter Minute zu verhindern. Die Antragsteller forderten die Beibehaltung getrennter Eigentümerstrukturen, während ein anhängiges Gerichtsverfahren geprüft wird. In der Eingabe machten die Kläger deutlich, dass die Transaktion nicht bloß ein Buchungsdatum verändern werde.

Wie die Verbraucher in ihrem Eilantrag an den Supreme Court erklärten, wird der Vollzug nicht nur ein Aktienregister verändern. Stattdessen werde er getrennte Eigentümerstrukturen durch eine gemeinsame Kontrolle über konkurrierende Studios, Streaming-Produkte und Nachrichtenorganisationen ersetzen und die von den Antragsgegnern selbst beschriebene Integration ermöglichen. Sobald unabhängige Entscheidungen über Preisgestaltung, Programmierung, Veröffentlichungen, Nachrichtenredaktionen, Technologie, Beschäftigung und Investitionen zentralisiert seien, könne eine nachträgliche Abhilfe die verloren gegangene Wettbewerbsperiode nicht wiederherstellen, wie Courthouse News berichtete.

Die Entscheidung über den Eilantrag fiel rasch. Richterin Elena Kagan wies das Gesuch nur wenige Stunden nach der Einreichung ab. Damit war der Weg frei für den für Dienstag angesetzten Abschluss des 110-Milliarden-Dollar-Dehls, der traditionsreiche Filmstudios wie Paramount Pictures und Warner Bros. sowie Streaming-Dienste und Nachrichtennetzwerke wie CBS News und CNN unter einem gemeinsamen Dach vereint.

Paramount's water tower
Foto: Hollywoodreporter

Kartellrechtliche Einigung mit den Bundesstaaten und Auflagen für den Filmmarkt

Zuvor hatten zwölf Bundesstaaten unter der Führung des kalifornischen Generalstaatsanwalts Rob Bonta eine Kartellklage gegen das Vorhaben angestrengt. Diese Staaten argumentierten, die Fusion von Paramount und Warner Bros. Discovery führe zu einer übermäßigen Marktkonzentration bei Kinofilmen und Fernsehkanälen. Eine kalifornische Richterin hatte zuvor ein vorläufiges Fusionsverbot erlassen, das sich vor allem auf Paramounts erwarteten Marktanteil von 27 Prozent im Bereich der breit angelegten Kinovertriebsstruktur stützte.

Richterin Araceli Martínez-Olguín erließ am Mittwoch eine entsprechende Anordnung zur Annahme des Vergleichs. Die Vereinbarung knüpft strenge Auflagen an den Zusammenschluss. So muss das fusionierte Unternehmen in den ersten beiden Jahren mindestens 30 Filme pro Jahr veröffentlichen, in den Jahren drei bis fünf sollen es mindestens 32 Filme sein. Jede Produktion erfordert ein Kino-Fenster von mindestens 45 Tagen.

Bei Nennung der Mindestquoten drohen spürbare Sanktionen. Sollte das Unternehmen die Produktionsvorgaben verfehlen, sieht der Konsens eine verpflichtende Abspaltung der Miramax-Beteiligung sowie eine Geldstrafe von 30 Millionen Dollar für jeden nicht erreichten Film vor. Zudem muss das kombinierte Unternehmen die inländischen Produktionsausgaben um mindestens 300 Millionen Dollar jährlich über das Niveau von 2025 anheben, was einer Summe von 1,5 Milliarden Dollar über einen Zeitraum von fünf Jahren entspricht. Der Verkauf oder die Schließung der Studios von Paramount oder Warner Bros. ist untersagt.

Supreme Court weist Eilantrag gegen Paramount-Fusion ab
Foto: courthousenews.com

Streit um die Beweislage und Einbindung der Writers Guild of America

Die klagenden Verbraucher warfen der Vorinstanz vor, ihren Antrag auf eine einstweilige Verfügung zu Unrecht abgelehnt zu haben. Die Richterin sei von einer fehlerhaften Prämisse ausgegangen, als sie argumentierte, die Kläger hätten keine Beweise vorgelegt, wie der von Anwalt Joseph Alioto verfasste Schriftsatz beim Hollywood Reporter dokumentiert zeigt. Den Angaben zufolge hatte das Gericht Erklärungen der Gegenseite, beglaubigte Beweisstücke, Aussagen von David Ellison und Verbraucherprüfungen ignoriert.

Neben den Bundesstaaten hatte auch die Writers Guild of America eine eigenständige Klage gegen das Vorhaben eingereicht. Auch dieser Konflikt wurde durch eine Zahlung beigelegt. Paramount vereinbarte, innerhalb von sieben Tagen nach dem Vollzug einen einmaligen Beitrag von 17,5 Millionen Dollar an den Gesundheitsfonds der Gewerkschaft zu leisten und bis zu 6 Millionen Dollar an juristischen Kosten der WGA zu übernehmen.

Führungsmannschaft und redaktionelle Unabhängigkeit bei CBS News und CNN

Unmittelbar nach der gerichtlichen Bestätigung des Vergleichs gab Paramount-Skydance-Chef David Ellison personelle Veränderungen für das fusionierte Unternehmen bekannt. Ynon Kreiz, der in den vergangenen acht Jahren Mattel leitete, übernimmt die Position des Co-CEO. Ellison selbst behält den Vorsitz sowie die Rolle des Vorstandschefs und steuert die operative Integration der beiden Medienhäuser. Casey Bloys leitet den Streaming-Bereich von Skydance, während Josh Greenstein und Dana Goldberg die Filmstudios verantworten. Mark Thompson führt die Geschäfte von CNN weiter.

Für die Kabelverbreitung verlangt die Vereinbarung separate Verhandlungen für die Portfolios beider Konzerne, ohne Kopplungsgeschäfte. Ein Verstoß gegen diese Vorgabe könnte den Zwang nach sich ziehen, sich von Sendern wie BET, VH1, Comedy Central, Smithsonian, Destination America und Science zu trennen. Wichtige Vermögenswerte wie CNN oder New Line Cinema sind von diesen potenziellen Abspaltungen jedoch ausgenommen.

Innerhalb von 180 Tagen nach dem Zusammenschluss muss die Gesellschaft ein aus fünf Personen bestehendes Gremium für redaktionelle Unabhängigkeit einrichten, das mit Journalisten besetzt wird. Das Board soll Streitigkeiten bei CBS News und CNN bezüglich redaktioneller Grundsätze, möglicher Berichterstattungsverzerrungen und Fairness-Standards schlichten. Die Überwachung der getroffenen Vereinbarungen ist für einen Zeitraum von fünf Jahren durch einen unabhängigen Kontrolleur vorgesehen.

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Sophie Krueger

Über den Autor

Sophie Krueger leitet das Unterhaltungsressort von Germanic Nachrichten. Ihr Schwerpunkt liegt auf Film, Streaming, Popkultur und prominenten Entwicklungen mit redaktioneller Einordnung und sauberer Quellenlage.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.