US-Bundesstaaten und die Gewerkschaft WGA kämpfen mit Klagen gegen die geplante 110-Milliarden-Dollar-Übernahme von Warner Bros. Discovery durch Paramount Skydance. Nach gescheiterten Verhandlungen mit dem kalifornischen Generalstaatsanwalt Rob Bonta droht Paramount-Chef David Ellison mit einer Abwanderung des Studios aus dem US-Bundesstaat.
Die geplante Fusion von Paramount Skydance und Warner Bros. Discovery im Wert von 110 Milliarden US-Dollar steht vor einer entscheidenden und turbulenten Woche. Nachdem das Justizministerium der Vereinigten Staaten den Deal im Juni genehmigt hatte, formierte sich heftiger Widerstand auf juristischer und gewerkschaftlicher Ebene. Zwölf US-Bundesstaaten und die Writers Guild of America (WGA) reichten Klagen ein, um das milliardenschwere Vorhaben zu stoppen (wie die BBC und Variety berichteten). Die Kritiker argumentieren, dass die Megafusion den Wettbewerb verringert und zu weiteren Entlassungen in der Unterhaltungsbranche führt.
Proteste in Los Angeles und die Angst vor Arbeitsplatzverlusten
Am Samstag versammelten sich Mitarbeiter und Gewerkschaftsvertreter in der Lumiere Music Hall in Los Angeles, um gegen den Zusammenschluss zu demonstrieren. Die Kundgebung bildete den Auftakt einer dreiteiligen Kampagne mit dem Titel Main Street vs. The Merger
, die von Branchenangehörigen und der WGA getragen wird. Als Hauptredner kritisierte der Komiker Adam Conover, dass frühere Medienfusionen bereits schwere Einschnitte verursacht hätten, und erinnerte an die Absetzung seiner eigenen Fernsehsendung nach der Übernahme von Time Warner durch AT&T im Jahr 2018 (berichtet von Reuters).
Die Sorge um die Arbeitsplätze in Hollywood ist nicht unbegründet. Daten des Milken Institute belegen, dass Kalifornien zwischen 2019 und 2023 mehr als 17.000 Arbeitsplätze im Unterhaltungssektor eingebüßt hat, weil Studios ihre Budgets kürzten und Produktionen in günstigere Regionen verlagerten. Zudem fiel die Auslastung der kalifornischen Produktionsstätten in der ersten Jahreshälfte 2025 laut FilmLA auf 62 Prozent zurück, verglichen mit einer fast vollständigen Auslastung im Jahr 2016.
Gescheiterte Einigungsgespräche und das Ultimatum von David Ellison
Parallel zu den öffentlichen Protesten eskalierten die Verhandlungen hinter den Kulissen. Kaliforniens Generalstaatsanwalt Rob Bonta sagte ein für Montag, den 24. August 2026, geplantes Vergleichstreffen mit Paramount abrupt ab. Bonta warf dem Unternehmen vor, die Vertraulichkeit eines Treffens am 21. August verletzt und Gesprächsinhalte an die Öffentlichkeit durchgestochen zu haben (meldet Deadline). Bonta erklärte dazu in einer Stellungnahme, Paramount habe nicht nur den angeblichen Inhalt von Vergleichsgesprächen durchgestochen, sondern diese Verhandlungen auch falsch dargestellt, was einen Mangel an gutem Glauben zeige.

Kaliforniens Generalstaatsanwalt Rob Bonta ließ verlauten, dass sein Büro gerne wieder zu Gesprächen bereit sei, sobald Paramount seine Spielchen beende und sich ernsthaft einbringe.
Hintergrund der harten Haltung ist ein massives Druckmittel des Medienunternehmens. Paramount-Chef David Ellison hat angedeutet, das Studio ab dem 1. Oktober 2026 aus Kalifornien abzuziehen, falls in den Antitrust-Verhandlungen keine Fortschritte erzielt werden. Ab diesem Stichtag greift eine finanzielle Belastung für die Aktionäre von Warner Bros. Discovery: Eine tägliche Strafgebühr ticking fee
in Höhe von 7 Millionen US-Dollar wird fällig, die bis zum Ende des im März 2027 angesetzten Kartellprozesses auf voraussichtlich insgesamt 1,3 Milliarden US-Dollar anwachsen könnte (laut Berichten von Variety).
Gerichtliches Vorspiel und internationale Auflagen
Die rechtliche Auseinandersetzung wird vor Bundesgericht ausgetragen. Richterin Araceli Martínez-Olguín erließ nach der Klage der von Kalifornien angeführten Bundesstaaten eine vorübergehende Verfügung von 14 Tagen. Für den 24. Februar 2027 wurde die finale Anhörung vor dem Prozess angesetzt, während der eigentliche Gerichtstermin für Anfang März 2027 fixiert ist. Investoren bewerten die Wahrscheinlichkeit eines erfolgreichen Abschlusses der Transaktion derzeit mit rund 85 Prozent und spekulieren auf einen außergerichtlichen Vergleich vor Prozessbeginn.
Paramount Skydance verteidigt den Deal vehement und verweist auf die Notwendigkeit des Zusammenschlusses sowie geplante Investitionen in Inhalte.

Ein Sprecher von Paramount Skydance erklärte, das Gericht habe einen Verhandlungstermin für Anfang März festgelegt. Man respektiere die Entscheidung des Gerichts und sei weiterhin davon überzeugt, dass ein Verfahren in der Sache der beste und direkteste Weg für das Unternehmen sei, das zu beweisen, was man von Anfang an gesagt habe.
Unterdessen zeigt sich auf internationaler Ebene ein differenziertes Bild. Die Europäische Kommission gab der Übernahme bereits grünes Licht, knüpfte ihre Zustimmung jedoch an die Bedingung, dass Paramount seine umfangreiche Filmvertriebspartnerschaft mit Universal Pictures in der Region beenden muss (so die BBC). Ob Paramount im Falle eines endgültigen Bruchs mit den kalifornischen Behörden tatsächlich Konsequenzen zieht und beispielsweise Standorte wie Tennessee oder Austin in Texas als neue Heimat wählt, bleibt in dieser entscheidenden Woche offen.
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