Rund 6,3 Millionen Wahlberechtigte in Niedersachsen sind am Sonntag, dem 13. September 2026, zu landesweiten Kommunalwahlen aufgerufen. Die Abstimmung in dem rot-grün regierten Flächenland gilt als entscheidender Stimmungstest für die Bundespolitik und als wichtiger Gradmesser für die Stärke der AfD im westdeutschen Raum.
Rund 6,3 Millionen Menschen sind von der Nordsee bis zum Harz an die Urnen gerufen, um ihre Rathäuser, Kreistage und Stadträte neu zu bestimmen. In den Kommunen geht es um mehr als 29.000 Sitze und über 68.000 Kandidaturen. Die Wahlen markieren den ersten landesweiten Urnengang, seit Olaf Lies von der SPD das Amt des Ministerpräsidenten von Stephan Weil übernahm. Insgesamt geht es um mehr als 29.000 Sitze und mehr als 68.000 Kandidaturen in den Landkreisen, Städten und Gemeinden, wo Oberbürgermeister, Bürgermeister und Landräte gewählt werden.
Die Bedeutung der Wahlen für die Bundespolitik und die AfD im Westen
AfD in Niedersachsen
Zwischen den Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt vergangene Woche und denen in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern kommende Woche sind die Kommunalwahlen zudem ein Gradmesser, wie die AfD derzeit in einem westdeutschen Flächenland abschneidet. Bei den Kommunalwahlen 2021 in Niedersachsen hatte die AfD auf Kreisebene noch lediglich 4,6 Prozent erreicht. Laut einer neuen Insa-Befragung kommt die AfD dort inzwischen auf 21 Prozent Zustimmung. Das ist zwar nur ungefähr die Hälfte von dem, was die Kameraden in Sachsen-Anhalt eingefahren haben, allerdings fast eine Verdoppelung zu dem, was diese Partei 2022 bei der Landtagswahl erreicht hat.
Herausforderungen, Volkswagen-Krise und der Fokus auf Hannover
Volkswagen in Niedersachsen
Dabei dürfte sich auch die Krise von Volkswagen in den Ergebnissen niederschlagen. Im Wahlkampf dominieren lokale Themen wie Infrastruktur, Wohnungsbau, Kinderbetreuung, Nahverkehr und Sicherheit, zugleich wirkt die Krise bei Volkswagen mit Stellenabbau und Werksschließungen in das Land hinein. Es sind die ersten landesweiten Wahlen, seit Olaf Lies von der SPD das Amt des Ministerpräsidenten von Stephan Weil übernahm.
Besondere Aufmerksamkeit zieht die Landeshauptstadt Hannover auf sich. Hannover im Blickpunkt: Gerade diese Wahl in der Landeshauptstadt könnte Signalwirkung für die SPD haben. 2019 waren die Sozialdemokraten dem Grünen-Politiker Belit Onay unterlegen – nach mehr als 70 Jahren SPD-Regentschaft in Hannover. Onay liegt auch diesmal in den Umfragen zur OB-Wahl vorn. Sollte die SPD nun sogar eine mögliche Stichwahl verpassen und auch anderswo in Niedersachsen schlecht abschneiden, könnte das die Personaldebatten in der Partei weiter befeuern. September statt. Hannover ist dabei noch aus einem weiteren Grund besonders im Blickpunkt, während zu den 395 Direktwahlen auch Oberbürgermeisterämter in Oldenburg, Osnabrück, Braunschweig und Göttingen sowie das Amt des Regionspräsidenten in Hannover gehören.
Rechtliche Hürden für Kandidaten und das Wahlrecht vor Ort
Stephan Bothe und Jessica Schülke
Im Vorfeld der Abstimmung sorgten behördliche Entscheidungen über die Zulassung von Bewerbern für Diskussionen. Anders als damals wird der AfD-Landesverband inzwischen vom Verfassungsschutz als rechtsextremistisches Beobachtungsobjekt geführt. Die Partei wehrt sich juristisch dagegen. Vier AfD-Kandidaten wurden jedoch wegen Zweifeln an ihrer Verfassungstreue nicht zur Wahl zugelassen. So darf etwa AfD-Landesvize Stephan Bothe nicht als Lüneburger Landrat kandidieren. Andere AfD-Politiker dürfen dagegen antreten, etwa die Landtagsabgeordnete Jessica Schülke bei der Oberbürgermeisterwahl in Hannover.
Kommunalwahlen in Niedersachsen
Die Stimmabgabe erfolgt unter breiter Beteiligung: Rund sechs Millionen Menschen sind zu Kommunalwahlen in Niedersachsen aufgerufen. In Niedersachsen sind an diesem Sonntag rund 6,3 Millionen Wahlberechtigte aufgerufen, ihre lokalen Vertretungen in Rathäusern, Kreistagen und Stadträten zu wählen. Worum es geht, wie stark die Rechtsextremen werden, was folgt – die wichtigsten Antworten. Niedersachsen wählt an diesem Sonntag seine Rathäuser und Kreistage neu. Rund 6,3 Millionen Wahlberechtigte entscheiden über 2.182 kommunale Gremien mit 29.501 Mandaten und über 395 Direktwahlen. Menschen ab 16 Jahren mit deutschem oder EU-Pass dürfen unter bestimmten Wohnsitzbedingungen wählen und haben bei Gremienwahlen bis zu drei Stimmen.
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