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Technik und Wissenschaft

Indonesien: Illegale Brandrodungen verursachen extreme Waldbrände

Ein starkes El-Nino-Ereignis und illegale Brandrodungen haben in Indonesien zu einer extremen Welle von Waldbränden geführt. Die giftige Rauchentwicklung breitet sich über Borneos Grenzen hinweg nach Malaysia, Singapur und auf die Philippinen aus und gefährdet Millionen Menschen.

Die Wald- und Torfbrandkrise in Indonesien hat im Spätsommer 2026 ein kritisches Ausmaß erreicht. Laut Berichten der Plattform SiPongi des indonesischen Forstministeriums stieg die Zahl der Brandherde im August auf den höchsten Stand seit mehr als einem Jahrzehnt.

Intensive Brandrodungen und behördliche Ermittlungen gegen Verdächtige

Hinter den verheerenden Feuern stecken nach Angaben der indonesischen Kriminalpolizei vielfach vorsätzliche Handlungen. Die Behörden nahmen bis Sonntag 72 Personen fest, die im Verdacht stehen, Wald- und Torfflächen illegal in Brand gesteckt zu haben. Mohammad Irhamni, Direktor für Sonderdelikte bei der Kriminalpolizei, erklärte während einer Pressekonferenz in Jakarta, dass Plantagenbesitzer und traditionelle Bauern Feuer einsetzen, um Land kostengünstig für den Anbau freizumachen.

“Plantation owners and traditional farmers often start fires to clear land for farming,”

Mohammad Irhamni, director of special crimes at the National Police’s Criminal Investigation Agency

Die Ermittler beschränken sich jedoch nicht nur auf die mutmaßlichen Täter vor Ort. Laut der Kriminalpolizei werden auch Finanzunterlagen geprüft, um festzustellen, welche Unternehmen oder gewerblichen Interessen die Brandstiftungen finanziert oder in Auftrag gegeben haben.

Rekordzahlen bei Brandherden in West-Kalimantan und den Prioritätsprovinzen

Die nationale Katastrophenschutzbehörde BNPB konzentriert ihre Löschmaßnahmen auf sechs Provinzen: Riau, Jambi und Süd-Sumatra auf Sumatra sowie West-, Zentral- und Süd-Kalimantan auf Borneo. Diese Regionen verfügen über ausgedehnte Torfgebiete, die in den trockenen Monaten besonders feueranfällig sind.

Indonesien: Illegale Brandrodungen verursachen extreme Waldbrände
Photo: theasialive.com

Besonders drastisch stellt sich die Lage in West-Kalimantan dar. Nach Angaben der BNPB waren dort bis zum 9. August 28.680 Hektar Land verbrannt, was mehr als der Hälfte der gesamten Brandfläche in den sechs Schwerpunktprovinzen entspricht.

Präsident Prabowo Subianto reiste im August persönlich nach Zentral-Kalimantan, um sich ein Bild von der Lage zu machen.

Klimatischer Druck durch ein starkes El-Nino-Ereignis

Die schwere Feuersaison wird maßgeblich durch klimawissenschaftliche Faktoren angetrieben. Im Juni setzte offiziell ein starkes El-Nino-Phänomen ein, das in der gesamten Region für unterdurchschnittliche Niederschläge und erhöhte Temperaturen sorgt. Die Daten der Agentur Atmospheric G2 belegen, dass die Durchschnittstemperaturen in Indonesien seit Juli rund 1,2 Grad Celsius über dem Normalwert lagen.

A person in orange firefighting uniform, helmet and gas mask stands amid smoke in front of flaming grass
Photo: bbc.co.uk

Das U.S. Damit droht eine Entwicklung, die an das Jahr 2015 anknüpft. Damals verursachten ausgedehnte Brände in Südostasien einen regionalen Notstand, der die indonesische Wirtschaft rund 16 Milliarden US-Dollar kostete.

Gesundheitliche Notlage und internationale Smog-Ausbreitung

Die giftigen Rauchmassen machten vor Landesgrenzen nicht halt und drangen über Borneo nach Malaysia vor. Am 12. August registrierte der malaysische Distrikt Tebedu im Bundesstaat Sarawak einen Luftgüteindex von über 200, was als „sehr ungesund“ eingestuft wird. Die Behörden mussten daraufhin sechs Schulen schließen und den Unterricht auf Online-Formate umstellen. Die Plattform IQAir listete Kuching, die Hauptstadt von Sarawak, zeitweise als die am stärksten verschmutzte Großstadt weltweit.”

Southeast Asia Chokes On Toxic Haze As Indonesian Forest Fires Rage | NewsX World

In Indonesien selbst klagten Millionen Menschen über die Luftverschmutzung. Allein zwischen Juli und August registrierte das Gesundheitsministerium mehr als 50.000 Fälle von akuten Atemwegsinfektionen, wobei über 12.000 betroffene Kinder jünger als fünf Jahre waren.

„you couldn’t even see your own feet“

Rizma Nur Fatimah, a 19-year-old teaching assistant at a school in Banjarbaru, South Kalimantan

Sogar auf der philippinischen Insel Palawan berichteten Bewohner über gesundheitliche Beeinträchtigungen wie milde Kopfschmerzen, tränende Augen sowie gereizte Nasen- und Rachenräume. Die indonesischen Behörden betonen derweil, dass die Brandbekämpfung durch unterirdisch glimmende Torfbrände extrem erschwert wird.

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Clara Vogt

Über den Autor

Clara Vogt verantwortet das Ressort Technik und Wissenschaft. Sie schreibt ueber KI, Digitalisierung, Forschung und Innovation und uebersetzt komplexe Entwicklungen in klaren, belastbaren Journalismus.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.

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