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FPÖ-Gemeinderat Thomas Kreutzinger fordert strengere Taxi-Kontrollen in Wien

Wiederkehrende Fälle von überhöhten Preisen bei Taxifahrten am Wiener Hauptbahnhof und nach Großveranstaltungen rufen die FPÖ auf den Plan. Gemeinderat Thomas Kreutzinger fordert eine strengere Zufahrtskontrolle mittels Polleranlagen und warnt Fahrgäste vor betrügerischen Fantasiepreisen.

Dubiose Machenschaften und drastische Wucherpreise an prominenten Wiener Verkehrsknotenpunkten und Veranstaltungsorten sorgen für anhaltenden Unmut. Zuletzt schilderte eine Wienerin der „Presse“ einen besonders drastischen Fall, als sie mit ihren Nichten unterwegs war und vom Hauptbahnhof nach Grinzing in Wien-Döbling fahren wollte. Dafür seien ihr 85 Euro als Preis genannt worden – laut dem Bericht etwa dreimal so viel wie normalerweise. Als die Frau darauf bestand, dass das Taxameter eingeschaltet wird, hätte der Fahrer die Fahrt verweigert. Als Begründung sei unter anderem zu viel Gepäck genannt worden. Zudem soll sich am Standplatz eine Frau als eine Art inoffizielle Zuteilerin aufgespielt haben. Fahrgäste dürfen ihr Taxi allerdings frei wählen. Ein Taxilenker führte die Fahrt schließlich regulär durch und berichtete angeblich von großem Druck am Standplatz: Wer dort stehe, müsse bei der Masche mitmachen.

Ähnliche Vorfälle ereigneten sich laut Berichten im Umfeld von Großveranstaltungen, darunter auch nach dem gestrigen Rapid-Spiel im Allianz Stadion, bei dem Fans mit völlig überhöhten Fixpreisen konfrontiert wurden. Für eine Fahrt in den 17. Bezirk soll demnach etwa 80 Euro verlangt worden sein, noch dazu ausschließlich in bar. Neben überhöhten Tarifen und reiner Barzahlung beklagen Fahrgäste und korrekte Lenker das Auftreten von selbst ernannten Standplatz-Chefs, die Fahrgäste zu bestimmten Fahrzeugen lotsen und so für Unmut sorgen.

FPÖ fordert Poller-Sperre und Schranken am Wiener Hauptbahnhof

Um dem organisierten Preiswucher und dem Druck auf rechtsschaffende Lenker ein Ende zu setzen, schaltet sich nun die Wiener Landespolitik ein. Weil sich der umstrittene Taxistand auf ÖBB-Grund befindet, schlagen die Freiheitlichen vor, dass das Bahnunternehmen und die Stadt endlich gemeinsam eine tragfähige Lösung auf den Tisch legen. Für den freiheitlichen Taxi-Sprecher im Wiener Rathaus, LAbg. Thomas Kreutzinger, zeigen die Vorfälle einmal mehr dringenden Handlungsbedarf: „Wer nach einem Fußballspiel einfach nur sicher nach Hause kommen möchte, darf nicht zum Freiwild für unseriöse Geschäftemacher werden. Solche Praktiken schaden nicht nur den Fahrgästen, sondern vor allem auch dem Ansehen der vielen ehrlichen Wiener Taxilenker, die sich jeden Tag an die Regeln halten.

Konkret schlagen die Freiheitlichen eine Schranken- oder Polleranlage vor, bei der die Zufahrt ausschließlich über den offiziellen Taxilenkerausweis freigeschaltet wird. Damit könnte die Zufahrt besser kontrolliert und sichergestellt werden, dass nur entsprechend berechtigte Taxilenker den Standplatz nutzen. Kreutzinger kündigte für die kommenden Sitzungen entsprechende Anfragen und Anträge im Gemeinderat an, um die gesetzliche Tarif- und Taxameterpflicht rigoros durchzusetzen. „Die korrekten Taxilenker dürfen nicht unter einigen schwarzen Schafen leiden. Hier braucht es endlich mehr Kontrolle und Ordnung, fordert FPÖ-Gemeinderat Thomas Kreutzinger ein rasches Durchgreifen.

Rechtslage und Kontrollen im Wiener Taxigewerbe

Für Fahrgäste ist die Rechtslage grundsätzlich klar: Wer spontan an einem Wiener Taxistand in ein Taxi steigt, fährt nach Taxameter und dem geltenden Tarif. Ein Fixpreis darf nur bei einer Vorbestellung per App oder Telefon vereinbart werden. Dieser darf vom Standardtarif höchstens um 20 Prozent abweichen.

FPÖ-Gemeinderat Thomas Kreutzinger fordert strengere Taxi-Kontrollen in Wien
Photo: heute.at

Bereits im Frühjahr rückte die Finanzpolizei zu einer Razzia aus und kontrollierte 34 Taxis von 33 Betrieben, doch geändert dürfte sich seither nicht viel haben.

Kontrollierte Zufahrten als Lösung für Großveranstaltungen

Die Vorfälle beschränken sich keineswegs auf den Hauptbahnhof. Kreutzinger fordert daher insbesondere bei Großveranstaltungen klare und kontrollierbare Zufahrtsregelungen für Taxis. „Wir brauchen bei Stadien und anderen Veranstaltungsorten Zufahrtsbereiche beziehungsweise Pollersysteme, die nur von ordnungsgemäß registrierten Wiener Taxis passiert werden können. Damit können wir schwarzen Schafen den Zugang abdrehen und gleichzeitig jene Taxler schützen, die korrekt arbeiten.

FPÖ-Gemeinderat Thomas Kreutzinger fordert strengere Taxi-Kontrollen in Wien
Photo: oe24.at

Gleichzeitig appelliert Kreutzinger an Fahrgäste, bereits vor dem Einsteigen genau hinzusehen: „Bei Wiener Taxipreisen gilt: Nur echt ist gerecht. Deshalb mein Tipp an alle Wienerinnen und Wiener und natürlich auch an unsere Gäste: Schauen Sie genau hin, bevor Sie in ein Taxi einsteigen. Ein echtes Wiener Taxi erkennen Sie unter anderem am entsprechenden Ausweis, am gelben Taxi-Zeichen und am Kennzeichen mit der Endung TX, ATX und BTX.“ Dennoch sieht der freiheitliche Kommunalpolitiker die Stadtregierung in der Pflicht: „Man kann die Verantwortung nicht alleine bei den Fahrgästen abladen. Wenn nach Fußballspielen oder anderen Großereignissen plötzlich Fantasiepreise verlangt werden, braucht es Kontrollen und Konsequenzen. Wer sich nicht an die Regeln hält, hat am Taxistand nichts verloren.”

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Jonas Becker

Über den Autor

Jonas Becker verantwortet das Nachrichtenressort von Germanic Nachrichten. Sein Fokus liegt auf schneller, praeziser und sauber verifizierter Berichterstattung zu Politik, Gesellschaft und aktuellen Entwicklungen in Deutschland.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.

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