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Lincoln University: Klage über 549 Millionen US-Dollar wegen Unterfinanzierung eingereicht

Studenten und Alumni von Lincoln University haben vor dem Bundesgericht in Missouri eine Klage über 549 Millionen US-Dollar eingereicht. Sie machen jahrzehntelange Unterfinanzierung geltend und warnen vor spürbaren Auswirkungen auf andere historische Bildungseinrichtungen wie Alabama A&M University.

Eine neue Bundesklage von Studenten und Alumni rückt die historische Unterfinanzierung schwarzer Landwirtschaftsuniversitäten in den Fokus. Die am 7. Oktober 2026 beim US-Bezirkshof für den westlichen Bezirk von Missouri eingereichte Zivilklage fordert von den Behörden in Missouri eine Summe von 549 Millionen US-Dollar als Ausgleich für jahrelange Benachteiligung im Vergleich zur University of Missouri.

Die Klägergruppe führt an, dass die unzureichende staatliche Finanzausstattung von Lincoln University den Charakter eines dualen Systems fortschreibt. Während die University of Missouri im Jahr 1839 für weiße Studierende gegründet wurde, erhielt Lincoln University erst 1890 den Status als Landwirtschaftsuniversität für schwarze Studierende. Bundesbeamte dokumentierten laut einem Bericht der New York Times, dass Missouri der Universität auf Pro-Kopf-Basis rund 361,6 Millionen US-Dollar weniger zuwies als der Partneruniversität.

Kläger fordern dauerhafte Anpassung der Bundeszuschüsse und verweisen auf den 14. Zusatzartikel

Die Beteiligten verlangen neben der finanziellen Kompensation eine gerichtliche Anordnung, die Missouri dauerhaft verpflichtet, die Bundeszuschüsse für die Hochschule vollständig zu matchen. Laut den Anwälten handelt es sich um das erste Verfahren im Rahmen des sogenannten 1890-Projekts, das sich gezielt gegen bundesstaatliche Versäumnisse bei der Finanzierung historischer Bildungseinrichtungen wendet.

Lincoln University: Klage über 549 Millionen US-Dollar wegen Unterfinanzierung eingereicht
Foto: KOMU 8

Don Calloway erklärte: „Die Unterfinanzierung hat stattgefunden, und sie war ein Verstoß gegen den 14. Zusatzartikel sowie Titel VI des Civil Rights Act, da sie Relikte eines segregierten öffentlichen Bildungssystems aufrechterhält, was der Staat nicht tun darf.

Der Anwalt Don Calloway, ein ehemaliger Abgeordneter im Parlament von Missouri, betonte die langfristigen wirtschaftlichen Folgen für Absolventen. Die finanzielle Schlechterstellung beeinträchtige den realen Marktwert und die Ertragskraft der erworbenen Abschlüsse über Generationen hinweg.

Mögliche Signalwirkung auf Alabama A&M University und bundesweite Finanzierungslücken

Die Auseinandersetzung könnte weitreichende Konsequenzen für ähnliche Hochschulen in anderen Bundesstaaten haben. Nach Angaben von Calloway betrifft das Problem mindestens 16 weitere historisch schwarze Universitäten im ganzen Land, darunter auch Alabama A&M University, die von den Entwicklungen in Missouri direkt beeinflusst werden könnte.

Das US-Bildungsministerium bezifferte in einem Bericht aus dem Jahr 2023 die landesweiten Rückstände bei der Finanzierung schwarzer Landwirtschaftshochschulen auf rund 12 Milliarden US-Dollar. Für Alabama Aamp;M wies der Bericht eine Unterfinanzierung von mehr als 527 Millionen US-Dollar im Zeitraum zwischen 1987 und 2020 im Vergleich zur Auburn University aus.

Reaktionen der Politik im Bundesstaat Alabama und juristische Aussichten

Gouverneurin Kay Ivey hatte im September 2023 in einem Brief an die damaligen Bundesminister Miguel Cardona und Thomas Vilsack erklärt, dass die historischen Vorgaben aus dem Jahr 1890 aus einer dunklen Zeit stammten. Sie verwies darauf, dass man die Ungerechtigkeiten der Vergangenheit schrittweise überwunden habe und die Bundesstaaten mittlerweile die jeweils größten Bildungsbudgets ihrer Geschichte verzeichnen.

Die Regierung von Präsident Donald Trump kündigte im September 2026 an, insgesamt 612 Millionen US-Dollar für historisch schwarze Colleges bereitzustellen. Hannah Eddins teilte dazu für den republikanischen Gouverneurskandidaten Tommy Tuberville mit, dass die Verwaltung weitere 21 Millionen US-Dollar an die entsprechenden Einrichtungen in Alabama vergeben habe.

Trotz politischer Programme und Gespräche mit Kandidaten für das Amt des Generalstaatsanwalts in Alabama sieht Calloway die Lösung des Problems letztlich im Gerichtssaal. Das Team zeigt sich zuversichtlich, den Fall in einer juristischen Auseinandersetzung zu gewinnen.

Institution Vergleichsuniversität Ermittelte Differenz
Lincoln University University of Missouri 361,6 Millionen US-Dollar
Alabama A&M University Auburn University 527 Millionen US-Dollar

Als Beklagte sind neben dem Staat Missouri auch Gouverneur Mike Kehoe, der Kooperationsrat für höhere Bildung, der Leiter der Behörde für Hochschul- und Arbeitskräfteentwicklung, Bennett Boggs, sowie der Präsident des UM-Systems, Mun Choi, aufgeführt. Lincoln University lehnte eine Stellungnahme zu den laufenden juristischen Schritten ab.

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Jonas Becker

Über den Autor

Jonas Becker verantwortet das Nachrichtenressort von Germanic Nachrichten. Sein Fokus liegt auf schneller, praeziser und sauber verifizierter Berichterstattung zu Politik, Gesellschaft und aktuellen Entwicklungen in Deutschland.

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