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Sport

Ramon Vega kandidiert offiziell gegen Gianni Infantino bei der FIFA

Ramon Vega hat als erster Herausforderer offiziell seine Kandidatur für die FIFA-Präsidentenwahl im März 2027 angemeldet und fordert damit den amtierenden Amtsinhaber Gianni Infantino heraus. Die UEFA plant unterdessen beim Treffen in Berlin ein gemeinsames Vorgehen gegen den Schweizer, während zahlreiche nationale Verbände ihm die Unterstützung entzogen haben.

Ramon Vega fordert Gianni Infantino bei der FIFA heraus

Der frühere Schweizer Nationalspieler und Tottenham-Profi Ramon Vega will bei der kommenden FIFA-Präsidentenwahl gegen seinen Landsmann Gianni Infantino antreten. Der ehemalige Verteidiger machte diesen Schritt am Mittwoch öffentlich und ist damit der erste offizielle Gegenkandidat. Die Wahl ist für den 18. März 2027 angesetzt. Vega, der zwischen 1993 und 2001 insgesamt 23 Länderspiele bestritt, wirft der aktuellen Verbandsführung schwere Versäumnisse vor.

Die derzeitige Führung hat dem Sport geschadet und für Demoralisierung gesorgt … Eine schwache Führung hat die Glaubwürdigkeit der FIFA beschädigt und das Vertrauen innerhalb der weltweiten Fußballfamilie untergraben.

Ramon Vega, via ORF

Nach seiner aktiven Karriere, in der er unter anderem mit Celtic Glasgow in der Saison 2000/01 das schottische Triple holte, wechselte Vega als Hedgefonds-Manager in die Finanzwelt. Bereits in den Jahren 2015, 2019 und 2022 hatte der 55-Jährige eine Kandidatur erwogen. Damals scheiterte er unter anderem daran, dass er nicht die erforderliche Unterstützung von fünf nationalen Verbänden vorweisen konnte. Ob er die nötigen Stimmen diesmal erhält, bleibt offen, allerdings zeigt sich der frühere Profi zuversichtlich.

Ramon Vega kandidiert offiziell gegen Gianni Infantino bei der FIFA
Foto: zeit.de

Widerstand gegen Infantinos Kurs in Europa wächst

Die Bewerbung von Vega fällt in eine Phase tiefgreifender Krisen für den amtierenden FIFA-Chef. Infantino steckt in der größten Krise seiner mehr als zehnjährigen Amtszeit, die im Juli durch den gescheiterten Versuch ausgelöst wurde, WM-Rechte für eine Milliardensumme an private Investoren aus dem Umfeld von US-Präsident Donald Trump zu vergeben. Obwohl das Vorhaben inzwischen zurückgenommen wurde, plant die Europäische Fußball-Union UEFA ein Strafverfahren wegen des Verdachts der ungetreuen Geschäftsbesorgung.

Der Europäische Fußballverband versammelt sich am Donnerstag in Berlin, um einen konkreten Plan zur Ablösung Infantinos zu schmieden. Die UEFA hat angekündigt, vor Ablauf der Bewerbungsfrist am 18. November einen eigenen Gegenkandidaten zu präsentieren.

Ramon Vega to Challenge Gianni Infantino for FIFA Presidency #FIFA #FootballNews
  • Der Österreichische Fußball-Bund (ÖFB) gab nach einer Aufsichtsratssitzung bekannt, dass er eine Wiederwahl nicht unterstützen wird, da die Vorwürfe weder aufgeklärt noch entkräftet wurden.
  • Der französische Fußballverband (FFF) entzog Infantino in einer einstimmigen Entscheidung seines Exekutivausschusses das Vertrauen.
  • Der Schweizerische Fußballverband entzog dem Präsidenten im September ebenfalls die Unterstützung.
  • Der norwegische Verband forderte sogar den sofortigen Rücktritt, während der Deutsche Fußball-Bund (DFB) über Vizepräsident Hans-Joachim Watzke auf einen freiwilligen Rückzug setzt.

Das Ringen um die Zukunft des Weltverbandes

Die Kritik an Infantino reißt seit der Weltmeisterschaft in den USA, Kanada und Mexiko nicht ab, wo insbesondere sein enges Verhältnis zu Donald Trump für anhaltenden Unmut sorgte. Auch Vertreter europäischer Topligen schlossen sich der Kritik an und bezeichneten die Führung des Schweizers als ausbeuterisch. Zwar versuchte Infantino im vergangenen Monat die Wogen zu glätten, indem er sich schriftlich an alle 211 Mitgliedsverbände wandte und eine unabhängige Überprüfung der FIFA-Entscheidungsprozesse anregte, doch dieser Schritt kam aus Sicht der Kritiker zu spät.

Mit Ramon Vega hat sich nun der erste formelle Herausforderer in Stellung gebracht, um die Führung des Weltverbandes neu zu ordnen. Der Fußball gehört nicht Präsidenten, Kontinentalverbänden oder Funktionären, erklärte der Schweizer bei der Bekanntgabe seines Programms.

Ramon Vega kandidiert offiziell gegen Gianni Infantino bei der FIFA
Foto: SRF
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Felix Neumann

Über den Autor

Felix Neumann leitet das Sportressort von Germanic Nachrichten. Er berichtet ueber Fussball, internationale Turniere und Leistungssport und verbindet Ergebnisberichterstattung mit analytischem Hintergrund.

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