Die europäischen Aktienmärkte schlossen am Donnerstag mit geringen Gewinnen, wobei der Euro STOXX 50 auf einen Stand von 6.273,43 Punkten kletterte. Die Kurse wurden primär durch Hoffnungen auf eine diplomatische Beilegung des Iran-Krieges und sinkende Ölpreise gestützt, während Einzelwerte wie Infineon und Novo Nordisk unter Druck gerieten.
Die Stimmung an den europäischen Börsen war am Donnerstag von einer Mischung aus geopolitischem Optimismus und gemischten Unternehmenszahlen geprägt. Diese Aussichten auf eine Deeskalation stützten international die Aktienkurse.
Euro STOXX 50: Rekordkurse und Marktbewegungen
Der Euro STOXX 50, ein Index der 50 größten Blue-Chip-Unternehmen der Eurozone, verzeichnete am Donnerstag einen Anstieg um 0,39 Prozent. Mit einer Marktkapitalisierung von 5,394 Billionen Euro erreichte der Index ein Tageshoch von 6.279,15 Punkten. Im historischen Kontext zeigt sich ein deutlicher Aufwärtstrend: Während der Kurs am 30. Juli 2025 noch bei 5.393,18 Punkten lag, stieg er seit Beginn des Jahres 2026 bereits um 7,23 Prozent.
Die Volatilität innerhalb des Index war jedoch spürbar. Während Werte wie Infineon mit einem diepresse.com und Siemens mit einem Plus zu den Gewinnern gehörten, stürzte die Aktie von Adidas massiv ab. Sie verlor deutlich und sank auf 152,75 Euro.
| Wert | Veränderung (%) | Kurs (EUR) |
|---|---|---|
| Infineon | – | 55,18 |
| Siemens | – | 274,65 |
| Deutsche Bank | – | 31,52 |
| Adidas | – | 152,75 |
| Airbus SE | – | 205,05 |
Unternehmensbilanzen: Glencore profitiert vom Irankrieg, Infineon enttäuscht
Die geopolitischen Spannungen wirkten sich unterschiedlich auf die Branchen aus. Der Bergbaukonzern und Rohstoffhändler Glencore profitierte massiv vom Preisanstieg bei Energie und Rohstoffen infolge des Irankrieges. Das Unternehmen steigerte seinen Umsatz in den ersten sechs Monaten des Jahres fast um die Hälfte auf 174 Milliarden Dollar. Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) sprang um 86 Prozent auf über 10 Milliarden Dollar, was die Aktie um 3,6 Prozent steigen ließ.
Im Gegensatz dazu verlief es bei den Technologiewerten schlechter. Die Aktie von Infineon rutschte zeitweise um mehr als fünf Prozent ins Minus, da die Quartalszahlen trotz eines Rekordumsatzes vom Markt enttäuschend aufgenommen wurden.
Auch im Gesundheitssektor gab es Korrekturen. Novo Nordisk verlor fast vier Prozent. Analysten der UBS gaben zu bedenken, dass die Zahlen für das zweite Quartal optisch besser wirkten, als sie tatsächlich waren, da der bereinigte Umsatz schwächer ausfiel und der Absatz der Abnehmpille Wegovy leicht unter den Erwartungen lag. Zudem seien Ergebnisse zum Diabetes-Präparat CagriSema enttäuschend gewesen.
Strategische Anpassungen bei Heineken und Ahold Delhaize
Ein überraschend kräftiger Gewinnsprung gelang dem Brauereikonzern Heineken. Durch einen strikten Sparkurs und den Abbau von rund 3.000 Stellen stieg der Betriebsgewinn organisch um 6,7 Prozent auf 2,17 Mrd. Euro, während Analysten lediglich ein Plus von 3,3 Prozent erwartet hatten. Der Umsatz kletterte auf 17,55 Mrd. Euro.
Der niederländische Supermarktbetreiber Ahold Delhaize hingegen kämpft weiterhin mit dem Preisdruck im US-Markt. Dennoch konnte das Unternehmen im zweiten Quartal die Konzernerlöse im Jahresvergleich leicht um 0,3 Prozent auf 23,2 Milliarden Euro steigern. Die operative Marge lag mit 3,9 Prozent im Rahmen der Erwartungen.
Blick auf die US-Konjunktur und die Federal Reserve
Parallel zu den europäischen Entwicklungen beeinflussten neue Daten aus den USA die Märkte. Während die Erzeugerpreise überraschend deutlich zulegten, blieben die Einzelhandelsumsätze im August hinter den Erwartungen zurück. Besonders deutlich war der Rückgang beim Verbrauchervertrauen, das laut der Universität von Michigan auf 76,7 Punkte fiel, gegenüber einem erwarteten Wert von 82,0 Punkten.

Marktbeobachter richten ihren Blick nun auf die kommende Sitzung der US-Notenbank Federal Reserve. Es steht die Entscheidung an, ob die Währungshüter ihre Anleihekäufe im September drosseln. Die starke Eintrübung des Verbrauchervertrauens könnte laut Analysten die Hoffnung schüren, dass die Fed ihre lockere Geldpolitik vorerst beibehält.
In der Getränkebranche gab es zudem positive Signale aus Asien. Die Aktien von Carlsberg stiegen um 1,58 Prozent auf 579 Kronen, nachdem das Unternehmen für das laufende Geschäftsjahr in China ein nachhaltiges und organisches Umsatzwachstum
prognostiziert hatte.
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