Die USA und Japan haben am 3. August 2026 eine koordinierte Währungsintervention bestätigt, um den massiven Verfall des Yen zu stoppen. US-Finanzminister Scott Bessent und Finanzminister Satsuki Katayama arbeiten in einer Intensität zusammen, die es in Jahrzehnten nicht mehr gab, nachdem der Yen zuletzt auf fast 164 Yen pro Dollar gefallen war.
Die Märkte reagierten am Montag nervös. In Tokio schwankte der Yen zunächst und stieg zeitweise um as much as 1.4%
gegenüber dem Dollar, bevor er wieder an Boden verlor. Händler stehen in Alarmbereitschaft, da die Spekulationen über weitere Interventionen nach den koordinierten Operationen in Tokio und New York aus der vergangenen Woche anhalten.
Scott Bessents Strategie: Interventionen im Milliardenbereich
Das Ausmaß der US-Unterstützung wurde durch ein Dokument öffentlich, das Reuters veröffentlichte. Ein Notizblock von US-Finanzminister Scott Bessent bei einem Kabinettstreffen in Camp David am Freitag enthielt unter der Rubrik To Do
die Anweisung: Buy Japanese Yen $5-10 bil
. Berichten zufolge hat Bessent eine Interventionsgröße von 5 Milliarden bis 10 Milliarden Dollar für den Kauf von Yen skizziert.
Bessent signalisierte bereits am Donnerstag in einem Interview mit Fox Business, dass der Yen very undervalued
sei und dass excess volatility
ungesund wirke. Die US-Treasury ging am 1. August einen Schritt weiter und warnte Primärbanken, sich auf Yen-Kaufgeschäfte vorzubereiten. Diese Koordination ist bemerkenswert, da die letzte gemeinsame Intervention der USA und Japans im Jahr 2011 stattfand.
Satsuki Katayama und der Kampf gegen die Importkosten
Für die japanische Regierung ist die Stabilisierung der Währung eine wirtschaftliche Notwendigkeit. Finanzminister Satsuki Katayama bestätigte die erste gemeinsame Intervention mit den USA seit 15 Jahren. Ein massiver Verfall des Yen führt in Japan zu explodierenden Importkosten, was insbesondere Unternehmen und Verbraucher trifft, die auf ausländische Energie und Rohstoffe angewiesen sind.
Die Interventionen der letzten Woche waren effektiv: In nur zwei Tagen konnten mehr als zwei Monate an Verlusten des Yen rückgängig gemacht werden. Der Kurs lag zum New Yorker Handelsschluss am Freitag bei 157,40 Yen pro Dollar, dem stärksten Wert seit Anfang Mai. Zuvor war die Währung fast auf den Tiefststand von 1986 bei nahezu 164 Yen pro Dollar gefallen.
Das Risiko für den Yen-Carry-Trade und Krypto-Assets
Die plötzliche Stärkung des Yen durch staatliche Käufe im Volumen von 5 bis 10 Milliarden Dollar gefährdet eine der populärsten Strategien der globalen Finanzwelt: den Yen-Carry-Trade. Trader leihen sich Yen zu extrem niedrigen Zinsen, um sie in höher verzinsliche Anlagen wie Aktien, Rohstoffe oder Kryptowährungen zu investieren.
Wenn der Yen aufgrund der Interventionen teurer wird, geraten diese Positionen unter Druck. Trader müssen riskante Assets verkaufen, um ihre Yen-Kredite zu bedienen. Ein ähnlicher Mechanismus führte bereits im Juli und August 2024 zu einem massiven Einbruch von Bitcoin und globalen Aktien, als eine Zinsentscheidung der Bank of Japan (BoJ) die Carry-Trades destabilisierte.
Die Rolle der Bank of Japan und künftige Zinsen
Die Wirksamkeit der Interventionen hängt maßgeblich davon ab, ob sie durch eine straffere Geldpolitik der Bank of Japan ergänzt werden.

Trotzdem bleibt eine massive Lücke zu den US-Zinsen, deren Obergrenze bei einem bestimmten Niveau liegt. Gouverneur Kazuo Ueda ließ die Tür für weitere Zinserhöhungen offen, gab jedoch keine konkreten Signale. Strategen von Goldman Sachs, darunter Kamakshya Trivedi, bewerten die Interventionen als Werkzeug, um Zeit zu kaufen, bis die fundamentalen Faktoren positiver werden.
Geopolitische Instabilität als Unsicherheitsfaktor
Neben der Geldpolitik beeinflusst die Lage im Nahen Osten den Wechselkurs. US-Präsident Donald Trump kündigte die Absage geplanter Militärschläge gegen den Iran an, basierend auf einem Deal über dessen Nuklearprogramm und der Wiederöffnung der Straße von Hormus. Während dies den Markt beruhigen könnte, bezeichnete die iranische Nachrichtenagentur Mehr die Behauptungen Trumps über eine Bitte Teherans um eine Pause als nothing but a new lie
.

Diese geopolitischen Spannungen könnten den US-Dollar gegenüber dem Yen erneut stützen und die Wirkung der Interventionen untergraben. Die Marktteilnehmer beobachten nun genau, ob der USD/JPY-Kurs die Marke von 155 unterschreitet, falls Stop-Loss-Orders ausgelöst werden.
Die Bedeutung der jüngsten Entwicklungen mag nicht die Intervention selbst sein, sondern die Botschaft, die sie sendet: Die Märkte glauben zunehmend, dass eine übermäßige Yen-Schwäche nicht mehr nur als Japans Problem angesehen wird. Masayuki Nakajima, Senior Currency Strategist bei der Mizuho Bank in London, via Livemint
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