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Technik und Wissenschaft

Perm-Trias-Massenaussterben: Studie zeigt zwei Wege der Erholung

Nach dem verheerenden Perm-Trias-Massenaussterben verlief die biologische Erholung der Tierwelt auf sehr unterschiedlichen Wegen. Laut einer im Fachmagazin Current Biology veröffentlichten Studie vom 3. Oktober 2026 zeigt die Analyse von Fossilien, dass einige Gruppen alte Nischen wieder auffüllten, während andere eine rasche adaptive Radiation durchliefen.

Wie sich die Meeresfauna von diesem tiefen Einschnitt erholte, untersuchte ein Forschungsteam mit neuen Methoden. Laut dem Bericht des Wissenschaftsportals Scinexx nutzten die Wissenschaftler das auf Deep Learning basierende Werkzeug DeepMorph, um Formmerkmale aus Fossilabbildungen automatisch erfassen zu lassen und diese mittels geometrischer Morphometrie auszuwerten.

Statistische Verfahren auf Basis weltweiter Fossilfunde rekonstruierten zusätzlich die Entstehungs- und Aussterberaten. Ergänzend verglichen Computersimulationen verschiedene denkbare Erholungsmuster für Formen- und Gattungsvielfalt im Zeitraum vom jüngsten Perm bis in die mittlere Trias. Um Randeffekte an den Zeitgrenzen zu verringern, griffen die Forscher bei den Diversitätsmodellen zudem auf weiter gefasste Funddaten zurück.

Ammoniten und Armfüßler füllen alte Formenräume auf

Die Auswertung der Studiendaten offenbart zwei grundlegend verschiedene Wege aus der ökologischen Krise. Bei Ammoniten und Armfüßern dokumentiert die Untersuchung ein relativ konservatives Muster: Die Tiere füllten demnach vor allem den zuvor geleerten Formenraum wieder auf, wobei dieser Prozess weitgehend parallel zur taxonomischen Erholung verlief.

Neue Gattungen besetzten nach und nach genau jene Bereiche, die bereits vor dem Massensterben existiert hatten. Die morphologische Innovation blieb bei diesen Gruppen hingegen begrenzt, und es kehrte nur ein Teil der früheren Vielfalt zurück. Die Erholung war somit stark an den bereits vor der Katastrophe vorhandenen Formenraum gebunden.

Muschelkrebse durchlaufen eine rasche adaptive Radiation

Völlig anders verlief die evolutionäre Entwicklung bei den Muschelkrebsen. Diese Tiergruppe erweiterte ihren Formenraum während der frühen und mittleren Trias rasant. Nach Einschätzung der Autoren durchliefen die Muschelkrebse damit eine adaptive Radiation, die eine schnelle evolutionäre Auffächerung in völlig neue Formen und ökologische Nischen beschreibt.

Anstatt überwiegend verlorene Baupläne zu reaktivieren, erschlossen sich die Muschelkrebse neue morphologische Möglichkeiten. In der Folge weiteten sie auch ihre ökologischen Nischen deutlich aus. Dieser Unterschied hatte langfristige Konsequenzen, die weit über die unmittelbare Erholungsphase hinausreichten: Schließlich übertraf die taxonomische Vielfalt der Muschelkrebse im Jura sogar das Niveau, das vor dem Massenaussterben geherrscht hatte.

Die Ergebnisse unterstreichen laut den Studienautoren, dass die Entstehung neuer Körperformen nach einer Krise langfristig den Weg für weiteres Diversitätswachstum ebnen kann, wenn dadurch zusätzliche Lebensweisen und Nischen entstehen. Dennoch belegt die Analyse keinen einfachen Kausalzusammenhang, da sie Daten über sehr lange Zeiträume verknüpft. Der direkte Vergleich verdeutlicht jedoch, dass das bloße Überleben einer globalen Katastrophe nicht automatisch bestimmt, welche Tiergruppen später die größte Vielfalt entfalten.

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Clara Vogt

Über den Autor

Clara Vogt verantwortet das Ressort Technik und Wissenschaft. Sie schreibt ueber KI, Digitalisierung, Forschung und Innovation und uebersetzt komplexe Entwicklungen in klaren, belastbaren Journalismus.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.