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Welt

Ukraine wird russische Raffinerien als Reaktion auf neue Luftangriffs-Doktrin Moskaus angreifen

Ukrainischer Präsident Wolodymyr Selenskyj hat am 3. Oktober 2026 in Kiew angekündigt, die Angriffe auf russische Ölraffinerien massiv auszuweiten. Als Grund nannte er eine neue russische Doktrin für Luftangriffe, die gezielt auf die Vertreibung der Zivilbevölkerung aus Kiew und anderen Städten abziele.

Wolodymyr Selenskyj kündigt Ausweitung der Angriffe auf russische Raffinerien an

Die ukrainische Führung reagiert damit auf eine spürbare Verschärfung der russischen Lufttaktik. Präsident Wolodymyr Selenskyj erklärte, der ukrainische Geheimdienst habe Dokumente sichergestellt, die eine geänderte militärische Doktrin des Kremls belegen. Demnach sollen vor dem kommenden Winter Infrastruktur, Logistik sowie städtische Zentren systematisch unter Beschuss genommen werden.

Wir sahen Dokumente und wir wissen, dass sie ihnen erlauben, Infrastruktur, Logistik und besonders in den Städten, in den Dörfern, überall, Straßen, Schulen, Krankenhäuser anzugreifen. Um Druck auf die Menschen auszuüben, die Hauptstadt zu verlassen, verschiedene Städte zu verlassen: das ist das Ziel der Operation.

Ukraine wird russische Raffinerien als Reaktion auf neue Luftangriffs-Doktrin Moskaus angreifen
Foto: Defense News

Die ukrainische Hauptstadt war in den vergangenen Wochen permanenten Drohnen- und Raketenangriffen auf Energie- und Telekommunikationsanlagen ausgesetzt. Erstmals zielten die Attacken auch auf die Brücken über den Dnipro ab, die den Osten und Westen von Kiew verbinden. Das russische Außenministerium erklärte hingegen in einer Stellungnahme für ausländische Staatsbürger, Moskau werde Angriffe als Vergeltung für ukrainische Schläge gegen russisches Territorium konsequent fortsetzen.

Konfrontation mit der US-Regierung wegen weltweiter Dieselpreise

Die anhaltenden ukrainischen Fernangriffe auf russische Ölraffinerien sorgen auch im Verhältnis zu Washington für Spannungen. US-Präsident Donald Trump drängte Kiew im September dazu, die Angriffe auf russische Industrieanlagen einzustellen, da diese die globalen Dieselpreise nach oben treiben. Energieanalysten verweisen zudem auf den Konflikt im Iran als weiteren Treiber für die Märkte, doch Kiews Kampagne hat nach ukrainischen Schätzungen bereits mehr als 45 Prozent der russischen Raffineriekapazität ausgeschaltet und in einigen Regionen zu Kraftstoffrationierungen geführt.

Trotz der amerikanischen Bedenken betonte Selenskyj, dass die Ukraine auf die russischen Energietreffermale reagieren müsse.

Ukraine attackiert russische Raffinerien als Reaktion auf Moskaus „neue Doktrin“

Wir müssen auf jede Weise (die wir können) reagieren. Auf ihre Angriffe auf unsere Energie müssen wir auf ihre Energie reagieren. Zu allererst Ölabnehmer etc.: was ihnen Geld für diesen Krieg gibt. Aber wir werden natürlich nicht wie sie auf zivile Objekte reagieren.

Im besetzten Donbas verzeichnete das ukrainische Militär unterdessen im Rahmen einer Gegenoffensive mit dem Codenamen Vivaldi die Rückeroberung von rund 140 Quadratkilometern. Russland beharrt jedoch darauf, dass die vollständige Kontrolle über den Donbas Bedingung für jegliche Friedensverhandlungen bleibt.

Einsatz neuer Waffensysteme und die Bedrohung durch Shahed-Drohnen

Neben den Raffinerieangriffen setzt Kiew verstärkt auf neu entwickelte Waffentechnik. So bestätigte Volodymyr Zelenskyy den ersten Fronteinsatz der taktischen ballistischen Rakete FP-7 mit einer Reichweite von 200 Kilometern, die vom heimischen Rüstungsunternehmen FirePoint entwickelt wurde. Parallel gerät Kiews Luftverteidigung durch den massiven Einsatz schneller jetgetriebener Shahed-Drohnen durch Moskau unter Druck. Da ältere Abfangdrohnen zu langsam sind, muss die Ukraine nach Angaben von Volodymyr Zelenskiy rund 60 Prozent dieser Drohnen mit F-16- und MiG-Kampfflugzeugen abfangen, wobei die Munitionsvorräte für die 20-Millimeter-Bordwaffen knapp werden.

Gleichzeitig belegen von der privaten Geheimdienstfirma Dallas Analytics ausgewertete Dokumente, dass ukrainische Truppen bereits am 26. September gezielt den asowschen Rüstungsbetrieb Azov Optical-Mechanical Plant (AOMZ) im südrussischen Rostow mit Neptune-Marschflugkörpern und Drohnen trafen. Die Fabrik liefert essenzielle Elektronik für zahlreiche russische Lenkflugkörper, darunter die Marschflugkörper vom Typ Kh-101, und verfügt laut den Unterlagen über kaum alternative Zulieferer für zentrale Navigationskomponenten.

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Anna Richter

Über den Autor

Anna Richter leitet das Weltressort von Germanic Nachrichten. Sie berichtet ueber internationale Politik, Diplomatie und geopolitische Entwicklungen mit Fokus auf Kontext, Verlaesslichkeit und Relevanz fuer deutschsprachige Leser.

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