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Technik und Wissenschaft

SpaceX-Aktie fällt erstmals unter den IPO-Preis von 135 Dollar

Die SpaceX-Aktie ist nach einem Rekord-Börsengang im Juni 2026 erstmals unter ihren Ausgabepreis von 135 Dollar gefallen. Trotz einer kurzzeitigen Bewertung von rund 2,1 Billionen Dollar, die Elon Musk zum ersten Billionär der Welt machte, stürzte der Kurs auf ein Rekordtief von 132,15 Dollar, bevor er sich leicht erholte.

Der Aufstieg von SpaceX an der Börse glich einem steilen Raketenstart, doch die Landung erfolgt hart. Nur wenige Wochen nach dem Handelsdebüt am 12. Juni 2026 ist die Euphorie einer harten Marktrealität gewichen. Während die Aktie zeitweise einen Allzeithochwert von 225,64 Dollar erreichte und das Unternehmen kurzzeitig wertvoller als Microsoft oder Amazon erscheinen ließ, fiel der Kurs am Mittwoch erstmals unter den IPO-Preis von 135 Dollar.

Der Absturz auf ein Tief von 132,15 Dollar markiert einen Wendepunkt für die Anleger. Wer zum Ausgabepreis einstieg, sieht nun zum ersten Mal Buchverluste. Der Kurs erholte sich zwar bis zum Handelsschluss auf 135,27 Dollar, was einem Minus von 0,6 Prozent entspricht, doch der Gesamttrend bleibt negativ. Seit dem Rekordhoch wurde laut BILD mehr als eine Billion Dollar an Börsenwert vernichtet.

Die ETF-Falle: Warum Index-Anleger jetzt verlieren

Besonders problematisch ist die Situation für passive Anleger in ETFs. Um den Rekord-Börsengang zu begleiten, hatten Indexbetreiber wie Nasdaq und MSCI ihre Regeln angepasst, um SpaceX schnell in ihre Leitindizes aufzunehmen. Dies zwang Fonds, die Aktie zu einem Zeitpunkt zu kaufen, als der Kurs durch Spekulationen massiv in die Höhe getrieben worden war.

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Photo: nypost.com

Einige Anbieter nahmen das Unternehmen auf, als die Aktie nahe ihres Höchstkurses von über 200 Dollar notierte. Da beim Börsengang weniger als fünf Prozent der Anteile in den Handel gebracht wurden, war das Angebot extrem begrenzt, was die Preise weiter aufblähte. Die Aktie stürzte anschließend um mehr als 40 Prozent ab, was insbesondere Anleger im Nasdaq 100 traf, wo SpaceX mit einem Gewicht von 1,3 Prozent deutlich stärker vertreten ist als im MSCI World mit lediglich 0,09 Prozent.

Interessanterweise bewerten Experten diesen frühen Absturz teilweise als glücklichen Zufall für die Fonds. Da der Streubesitz aktuell noch sehr gering ist, bleibt der Gesamteffekt auf die Portfolios minimal. Wäre der Kurssturz erst aufgetreten, nachdem mehr Aktien frei handelbar wurden, hätten die Verluste für ETF-Sparer deutlich höhere Dimensionen angenommen.

Finanzielle Risiken und die 5-Milliarden-Dollar-Lücke

Hinter der narrativen Begeisterung für die Mars-Visionen und KI-Ambitionen verbirgt sich eine prekäre Bilanz. Kritiker warnten bereits vor dem IPO, dass die Bewertung des Unternehmens zu hoch angesetzt sei, da SpaceX unprofitabel bleibt. Im vergangenen Jahr verzeichnete das Unternehmen Nettoverluste in Höhe von 4,9 Milliarden Dollar.

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Die finanzielle Lage verschärft sich laut BILD im ersten Halbjahr weiter. Analysten erwarten für das zweite Quartal deutliche Verluste, sodass die Summe aus den ersten sechs Monaten voraussichtlich über 5 Milliarden Dollar betragen wird – mehr als im gesamten Vorjahr. Während das Satellitennetz Starlink Milliarden einbringt, verschlingen die Investitionen in Raketen, neue Satelliten und die KI-Tochter xAI enorme Summen.

Zusätzliche Verunsicherung in den Markt bringt die Gerüchteküche über eine mögliche Fusion mit Tesla, obwohl eine solche Entscheidung bisher nicht bestätigt wurde.

August-Deadline: Das Ende der Verkaufssperren

Für den Kurs könnte die kommende Zeit noch volatiler werden. Ein kritischer Faktor ist das Auslaufen der Sperrfristen für frühe Investoren und Mitarbeiter. Hierbei steht eine massive Welle an neuen Aktien bevor, die den Markt fluten könnten.

SpaceX-Aktie fällt erstmals unter den IPO-Preis von 135 Dollar
Photo: n-tv.de
  • 6. August: Erste Sperrfrist läuft ab; ein Teil der Anteile wird handelbar.
  • August und September: Weitere Aktienpakete kommen auf den Markt.
  • Bis Ende 2026: Der Streubesitz könnte auf bis zu 40 Prozent ansteigen.
  • 2027: Alle Sperrfristen, einschließlich der Anteile von Elon Musk, laufen aus.

Insgesamt könnten bis zu 911,5 Millionen Aktien im Wert von über 100 Milliarden Dollar zusätzlich gehandelt werden. Obwohl Elon Musk angekündigt hat, keine substanziellen Anteile verkaufen zu wollen, könnte allein die Sorge vor einer Verkaufswelle den Preis weiter drücken.

Die nächste Hürde: Die ersten Quartalszahlen

Der Fokus der Anleger verschiebt sich nun von der bloßen Kursdynamik hin zu den ersten offiziellen Ergebnissen nach der Börsennotierung. SpaceX hat bisher nicht mitgeteilt, wann genau diese veröffentlicht werden. Das Unternehmen weicht dabei von traditionellen Wegen ab: Die Ergebnisse werden weder über Nachrichtenagenturen noch über klassische Wire-Services verbreitet, sondern ausschließlich über die eigene Website und das soziale Netzwerk X kommuniziert.

SpaceX-Aktie fällt erstmals unter den IPO-Preis von 135 Dollar
Photo: BILD

Für Elon Musk geht es nun darum, zu beweisen, dass die Visionen in Gewinne umgewandelt werden können. Mit einer aktuellen Bewertung von rund 1,5 Billionen Dollar steht das Unternehmen unter enormem Druck, eine dauerhaft profitable Geschäftsstrategie vorzuweisen, um den weiteren Vertrauensverlust am Markt zu stoppen.

Um 700 Milliarden US-Dollar schrumpft Elon Musks Vermögen nach dem SpaceX-Rekord-Börsengang | ntv
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Clara Vogt

Über den Autor

Clara Vogt verantwortet das Ressort Technik und Wissenschaft. Sie schreibt ueber KI, Digitalisierung, Forschung und Innovation und uebersetzt komplexe Entwicklungen in klaren, belastbaren Journalismus.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.

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