Im Dänemarkstrait zwischen Island und Grönland befindet sich der größte Wasserfall der Erde, bei dem kaltes, dichtes Wasser etwa 3.500 Meter tief zum Meeresboden stürzt. Laut SpaceDaily übertrifft dieser unterseeische Strom jeden Landwasserfall in Höhe und Volumen deutlich und steuert die Zirkulation des gesamten Atlantiks.
Die Physik der Dichte im Dänemarkstrait
Das Phänomen, das Ozeanographen als Katarakt der Dänemarkstraße bezeichnen, besitzt keine steilen Wände und keinen tosenden Gischtnebel. Es handelt sich vielmehr um eine langsame, massive Verschiebung von Wassermassen. Mike Clare, der die Arbeit an marinen Geosystemen am National Oceanography Centre in Southampton leitet, beschreibt die Geometrie als unauffällig. „Wenn wir es uns vorstellen, sieht es wie ein Hang mit relativ geringem Gefälle aus.“ Mike Clare, National Oceanography Centre Diese sanfte Neigung führt dazu, dass der Abstieg extrem graduell erfolgt. Die Fließgeschwindigkeit beträgt lediglich etwa 0,5 Meter pro Sekunde. Im Vergleich zum dramatischen Sturz der Niagarafälle ist dieser Prozess fast unmerklich. „wenn man dort unten wäre, würde man wahrscheinlich gar nicht merken, dass da überhaupt etwas passiert.“ Mike Clare, National Oceanography CentreDimensionen im Vergleich zum Angel Falls

| Merkmal | Angel Falls (Land) | Dänemarkstrait (Unterwasser) |
|---|---|---|
| Fallhöhe | 980 Meter | ca. 3.500 Meter |
| Flussrate | Nicht angegeben | 3,5 Mio. m³ pro Sekunde |
| Breite | Lokal begrenzt | ca. 480 Kilometer |
Glaziale Formung und die Oberflächentäuschung
Die Rolle als Motor der Atlantikzirkulation
Der Katarakt ist weit mehr als eine geografische Kuriosität. Er fungiert als einer der Motoren der Tiefenzirkulation des Atlantiks. Dieses System wirkt wie ein riesiges Förderband, das Wärme und dichtes Wasser über den gesamten Ozean transportiert. Die Existenz flüssigen Wassers an der Oberfläche, wie sie NASA als Alleinstellungsmerkmal der Erde im Sonnensystem beschreibt, ist die Grundvoraussetzung für diese komplexen thermohalinen Strömungen. Die Dichteunterschiede im Dänemarkstrait treiben den Abfluss in die Tiefe, was wiederum die globale Wärmeverteilung beeinflusst. Wenn diese kalten Massen in die Tiefe stürzen, ziehen sie wärmeres Wasser nach, was die klimatische Stabilität weiterer Regionen beeinflusst. Sollten sich die Temperaturdifferenzen durch klimatische Veränderungen verringern, könnte dies die Effizienz dieses unterseeischen Wasserfalls und damit die gesamte Zirkulation des Atlantiks beeinträchtigen.Find more reporting in our Technik und Wissenschaft section.
