Das US-Repräsentantenhaus hat am 14. Juli 2026 den Sunshine Protection Act mit einer Stimme von 308 zu 117 angenommen. Das Gesetz sieht vor, die Sommerzeit in den Vereinigten Staaten dauerhaft einzuführen und die zweimal jährliche Zeitumstellung abzuschaffen. Der Entwurf liegt nun dem Senat zur Entscheidung vor.
Die Entscheidung des Repräsentantenhauses markiert einen bedeutenden Fortschritt für ein Vorhaben, das Rep. Vern Buchanan bereits seit 2018 vorantreibt. Während Präsident Donald Trump seine Unterstützung für die permanente Einführung der Sommerzeit bekundet hat, bleibt die Hürde im Senat hoch. Bis zu einer möglichen Unterzeichnung des Gesetzes bleibt das aktuelle System bestehen: Die Uhren werden am 1. November 2026 erneut eine Stunde zurückgestellt.
Der Sunshine Protection Act: Details und Ausnahmeregelungen
Der am 3. Januar 2025 eingereichte Gesetzentwurf H.R. 139 zielt darauf ab, die Sommerzeit als neuen, permanenten Standard in den USA zu etablieren. Ein zentrales Element des Entwurfs ist die Flexibilität für die Bundesstaaten: Diese können sich gegen die dauerhafte Sommerzeit entscheiden und stattdessen die permanente Standardzeit wählen, sofern ihre jeweiligen Landesparlamente entsprechende Gesetze verabschieden. Laut Buchanan ist dies bis zur endgültigen Inkraftsetzung des Bundesgesetzes möglich.
Der Weg zur Abstimmung war von prozeduralen Schritten geprägt. Eine von Rep. Virginia Foxx eingebrachte Resolution (1423), die eine Stunde Debatte und einen einzigen Antrag zur Beratung des Gesetzes vorsah, ebnete am 14. Juli mit einem Ergebnis von 217 zu 210 den Weg für die Hauptabstimmung. Parallel dazu existiert im Senat ein ähnliches Vorhaben, der S. 29, den Senator Rick Scott bereits am 7. Januar 2025 eingereicht hatte.
Gesundheitsrisiken und die Kritik der Wissenschaft
Trotz der politischen Unterstützung warnen Mediziner und Schlafexperten vor den biologischen Folgen einer permanenten Sommerzeit. Im Zentrum der Kritik steht die Verschiebung des Sonnenaufgangs, die insbesondere in nördlichen Regionen zu extrem späten Morgenstunden führt. Jamie Zeitzer vom Center for Sleep and Circadian Sciences der Stanford University betont, dass der Name des Gesetzes die Illusion erzeugt, dass man die Menge an Licht erhöht, man jedoch lediglich den Zeitpunkt verschiebe, an dem das Licht auftritt.
Die Auswirkungen sind regional stark unterschiedlich. In Seattle würde die Sonne im Winter etwa zehn Wochen lang erst nach 8:30 Uhr aufgehen. In Kalifornien würde Los Angeles den spätesten Sonnenaufgang des Jahres um 8 Uhr erleben, während San Francisco und Sacramento Werte von bis zu 8:25 Uhr erreichen. In Crescent City läge der Sonnenaufgang sogar bei 8:44 Uhr.
Die medizinischen und wissenschaftlichen Gemeinschaften sind sich einig … Erik Herzog
Interessenkonflikte: Wirtschaft gegen Biologie
Die Befürworter des Gesetzes führen primär wirtschaftliche und soziale Vorteile an. Mehr Tageslicht am Abend würde Outdoor-Aktivitäten fördern und potenzielle wirtschaftliche Gewinne für Unternehmen generieren. Zudem wird die psychische und physische Belastung durch die zweimal jährliche Umstellung angeführt, die laut Buchanan mit einem Anstieg von Verkehrsunfällen und Arbeitsunfällen in den Übergangsphasen verknüpft sei.

Demgegenüber stehen die Bedenken der Landwirtschaft und der öffentlichen Sicherheit. Während die Wirtschaft von längeren hellen Abenden profitiert, befürchten Gegner, dass die Verschiebung des Tageslichts für Landwirte nachteilig wäre.
Die geografische Variable und die politische Hürde
Ein wesentlicher Punkt in der Debatte ist die geografische Breite der USA, welche die Variabilität der Tageslänge bestimmt. Während in Key West, Florida, die Differenz zwischen dem kürzesten und längsten Tag nur etwa drei Stunden beträgt, schwingt sie in Seattle mit 7,5 Stunden deutlich stärker aus. Diese Diskrepanz erschwert eine nationale Einheitslösung, da eine permanente Sommerzeit im Norden weitaus drastischere Auswirkungen auf den morgendlichen Lichtempfang hat als im Süden.
Die Zukunft des Sunshine Protection Act hängt nun vom Senat ab. Bisherige Versuche, ähnliche Gesetze zu verabschieden, scheiterten oft an Bedenken über die späten Sonnenaufgänge im Winter. Sollte der Senat den Entwurf nicht verabschieden, wird die US-Bevölkerung wie gewohnt am 1. November 2026 die Uhren zurückstellen.
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