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Volkswagen will mehrere Haustarifverträge kündigen

Volkswagen hat bei einem Spitzengespräch in Hannover angekündigt, mehrere Haustarifverträge zu kündigen. Die IG Metall und der Betriebsrat wiesen den Vorstoß als Erpressung zurück und kündigten harten Widerstand an. Erste betriebliche Folgen der geplanten Einschnitte könnten demnach ab Januar 2027 spürbar werden.

Das Überprüfungsgespräch und die Kündigungspläne in Hannover

Der Konflikt zwischen dem Wolfsburger Autobauer und der Arbeitnehmerseite hat eine neue Eskalationsstufe erreicht. Bei einem sogenannten Überprüfungsgespräch in Hannover hat der VW-Vorstand angekündigt, eine ganze Reihe von Tarifverträgen aufzukündigen. Die Gewerkschaft IG Metall und der Gesamtbetriebsrat wurden von dem Schritt überrascht und informierten die Öffentlichkeit über die Pläne des Managements.

Im Zentrum der Kontroverse steht das Gefüge des Haustarifs, das insgesamt aus 13 einzelnen Vereinbarungen besteht. Nach Angaben aus Unternehmenskreisen hat Volkswagen die Kündigungen vorbereitet, um in den kommenden Monaten Druck auf die Kostenstrukturen auszuüben. Welche konkreten Verträge im Detail betroffen sind, blieb im Nachgang des Treffens zunächst offen, da die Arbeitgeberseite um Verhandlungsführer Arne Meiswinkel vorerst keine tieferen Details nannte.

Volkswagen will mehrere Haustarifverträge kündigen
Foto: n-tv.de

Betroffene Bereiche und der Status des Zukunftstarifvertrags

Zu den potenziellen Einschnitten gehören nach Angaben der Arbeitnehmervertretungen die tarifliche Zusatzvergütung, bei der Beschäftigte bisher zwischen sechs zusätzlichen freien Tagen oder einer Sonderzahlung wählen können. Auch Regelungen zu verschiedenen Zulagen, Ausbildungsbestimmungen sowie der Manteltarifvertrag stehen im Raum.

Der Manteltarifvertrag regelt die grundlegenden Bedingungen für mehr als 100.000 Beschäftigte des Unternehmens in Deutschland. Ein Ausstieg aus diesem Vertrag könnte dem Vernehmen nach unter anderem eine Erhöhung der Arbeitszeit ermöglichen, während bislang die klassische 35-Stunden-Woche gilt. Dennoch betonen die Arbeitnehmervertreter, dass mögliche Kündigungen keine direkten Auswirkungen auf den Zukunftstarifvertrag aus dem Jahr 2024 und die darin vereinbarte Beschäftigungssicherung haben, welche bis Ende 2030 Gültigkeit besitzt.

Volkswagen will mehrere Haustarifverträge kündigen
Foto: BILD

Reaktionen von IG Metall und Gesamtbetriebsrat

Die Gewerkschaft und die Arbeitnehmervertretung verurteilten den Schritt des Vorstands scharf und kündigten geschlossenen Widerstand an. Der niedersächsische IG-Metall-Chef Thorsten Gröger fand in seiner Mitteilung deutliche Worte für das Vorgehen des Managements.

Auch die Betriebsratschefin Daniela Cavallo bewertete das Vorgehen des Managements als unzulässigen Druck und sah den Zeitpunkt der Auseinandersetzung bereits am Horizont.

„Ich rechne mit einer heftigen Auseinandersetzung zum Jahreswechsel.“

Daniela Cavallo, Gesamtbetriebsratschefin

Zu diesem Zeitpunkt läuft die Friedenspflicht im ebenfalls gekündigten Vergütungstarifvertrag aus, womit auch offene Arbeitskampfmaßnahmen wie Streiks rechtlich möglich werden. Erste praktische Folgen der Kündigungen könnten nach Angaben der Arbeitnehmerseite frühestens im Januar 2027 greifen, während parallel dazu die regulären Tarifverhandlungen anlaufen, bei denen die IG Metall eine Gehaltssteigerung von fünf Prozent fordert.

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Jonas Becker

Über den Autor

Jonas Becker verantwortet das Nachrichtenressort von Germanic Nachrichten. Sein Fokus liegt auf schneller, praeziser und sauber verifizierter Berichterstattung zu Politik, Gesellschaft und aktuellen Entwicklungen in Deutschland.

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