Slipknot hat Marilyn Manson als Support-Act für die kommende Tour 2027 angekündigt, was bei zahlreichen Fans scharfe Kritik und Boykottaufrufe auslöste. Die Kontroverse entzündet sich an früheren Missbrauchsvorwürfen gegen den Sänger Brian Warner, die er stets bestritten hat. Das Konzert im Londoner Wembley-Stadion markiert den Auftakt der Tour.
Die Ankündigung der Tournee durch Stadien, die laut Metal Addicts am 28. September 2026 unter dem Titel „(sic)est Stadium Tour“ bekannt gegeben wurde, sorgte in den sozialen Netzwerken unmittelbar nach der Veröffentlichung für heftige Reaktionen. Viele Anhänger der Band reagierten fassungslos auf die Programmauswahl. Das musikalische Comeback im Vorprogramm trifft auf eine tief gespaltene Anhängerschaft.”
Welle der Enttäuschung nach der Ankündigung für das Wembley-Stadion
Im Mittelpunkt der Kritik steht der geplante Auftritt am 3. Juli 2027 im Londoner Wembley-Stadion. Neben Marilyn Manson wurden auch Lorna Shore und Hatebreed als Gäste bestätigt. Doch die Freude über die Tourpläne wich bei vielen langjährigen Anhängern schnell scharfer Ablehnung.
Zahlreiche Nutzer machten ihrem Ärger auf Instagram und Twitter Luft, wo laut The Independent und Metro Tausende ähnliche Kommentare unter dem Post zur Tourankündigung eingingen. Die Kommentare reichen von tiefer Enttäuschung über die vermeintliche Signalwirkung der Band bis hin zu konkreten Boykottaufrufen.
Ein Fan kommentierte auf Instagram laut The Independent: „Als größter Ex-Manson-Fan der Welt: Was zur HÖLLE.

Ein weiterer Kommentar, den The Independent festhielt, lautete: „Ich hätte das gern gesehen, beziehungsweise es gäbe buchstäblich nichts, was man tun könnte, um Geld in Mansons Taschen zu bekommen.“ Auf Englisch drückte ein Anhänger laut The Independent aus: „Would’ve loved to see this but there’s literally nothing you could do to get my cash in Manson’s pockets.“ Weitere Stimmen schlossen sich an und erklärten, sie würden trotz großer Vorfreude auf den Ticketkauf verzichten. Kritiker werfen den Musikern vor, mit der Verpflichtung eine problematische Plattform zu bieten. Die Debatte berührt eine anhaltende Diskussion über den Umgang mit Künstlern, die mit juristischen Vorwürfen konfrontiert wurden.””
Hintergrund der Vorwürfe gegen Brian Warner
Die scharfe Ablehnung speist sich aus schweren Anschuldigungen, die seit 2021 öffentlich gegen den unter dem Künstlernamen Marilyn Manson auftretenden Musiker erhoben wurden. Seine ehemalige Partnerin, die Schauspielerin Evan Rachel Wood, hatte ihn damals namentlich als mutmaßlichen Peiniger öffentlich gemacht und ihm Manipulation sowie jahrelangen Missbrauch vorgeworfen. Nach Angaben von The Independent war Wood damals 39 Jahre alt und befand sich von 2007 bis 2010 in einer On-and-Off-Beziehung mit dem heute 57-jährigen Sänger. Nach diesem Schritt traten mehr als ein Dutzend weitere Frauen mit ähnlichen Schilderungen an die Öffentlichkeit.
Warner hat die Vorwürfe von Beginn an zurückgewiesen. Er bezeichnete die Darstellungen auf Social Media als „horrible distortions of reality“ und betonte laut The Independent und Metal Addicts, sämtliche intime Beziehungen seien stets mit gleichgesinnten Partnern völlig einvernehmlich gewesen. Eine von ihm angestrengte Verleumdungsklage gegen Wood und die Künstlerin Illma Gore wurde im November 2024 beigelegt, wobei er seine verbleibenden Ansprüche fallen ließ und sich zur Zahlung von knapp 327.000 US-Dollar an Anwaltskosten für Wood verpflichtete, während The Independent anmerkt, dass ein vorheriger Versuch einer Verleumdungsklage bereits 2023 von einem Richter in Los Angeles abgewiesen worden war.”
Auch die Justizbehörden befassten sich intensiv mit den Vorwürfen. Im Januar 2025 gab die Staatsanwaltschaft von Los Angeles nach einer vierjährigen Untersuchung bekannt, keine strafrechtlichen Anklagen gegen den Musiker zu erheben. Als Gründe wurden genannt, dass die geprüften Vorwürfe häuslicher Gewalt außerhalb der Verjährungsfristen lagen und die vorhandenen Beweise nicht ausreichten, um Vorwürfe sexueller Nötigung über jeden begründeten Zweifel hinaus nachzuweisen. Dennoch laufen weitere zivilrechtliche Verfahren, die das Thema im öffentlichen Bewusstsein halten.

Ausweitung der Tour und Reaktionen der Veranstalter
Die Zusammenarbeit beschränkt sich keineswegs auf den Auftritt in London.
Die Metal-Band selbst sowie das Management haben laut The Independent bislang öffentlich nicht reagiert. Die Tournee führt die Formation im weiteren Verlauf durch zahlreiche große Stadien in Nordamerika und Südamerika, während die Diskussion über die Zusammensetzung des Tourneeprogramms in den Fan-Communitys unvermindert anhält.
Auch interessant