Meta weitet sein Rechenzentrum-Projekt Hyperion in Richland Parish, Louisiana, auf eine Kapazität von 5 Gigawatt (GW) aus. Das Unternehmen steigert damit seine Gesamtinvestitionen in der Region auf über 50 Milliarden US-Dollar, um die Rechenleistung für seine KI-Entwicklung massiv zu erhöhen, unterstützt durch staatliche Steuervergünstigungen.
Die Dimensionen sind gewaltig: Meta plant in der ländlichen Region Louisiana eines seiner weltweit größten Rechenzentren. Das Projekt Hyperion-Supercluster wird eine Kapazität von 5 GW erreichen und kostet laut Angaben des Unternehmens mehr als 50 Milliarden US-Dollar. Damit übersteigt das Budget die im Oktober genannten 27 Milliarden US-Dollar deutlich, als Meta noch ein Joint Venture mit Blue Owl Capital für den Ausbau eines ursprünglich als 2 GW geplanten Zentrums einging.
Diese Expansion ist Teil einer globalen Strategie, um die Infrastruktur für generative KI-Modelle zu sichern. CEO Mark Zuckerberg betonte in einem Facebook-Post, dass das Supercluster über mehrere Jahre auf 5 GW skalierbar sein werde. Ziel ist es, den Meta Superintelligence Labs eine branchenführende Rechenleistung und bei weitem die größte Rechenkapazität pro Forscher zur Verfügung zu stellen.
Steuerbefreiungen und die Rolle von Gouverneur Jeff Landry
Um das Projekt in den Bundesstaat zu locken, setzte Louisiana auf aggressive finanzielle Anreize. Ende 2024 unterzeichnete Gouverneur Jeff Landry ein Gesetz, das für Rechenzentren, die vor 2029 gebaut werden, eine 20-jährige Befreiung von der Umsatzsteuer vorsieht. Landry rechtfertigte diesen Kurs gegenüber CNBC mit einer rein geschäftlichen Perspektive.
Ich bin ein Geschäftsmann. Was wir wissen ist: Wenn man sich das gesamte umfassende Paket ansieht, ist es im Plus. Für die lokale Regierung und den Staat ist es für mich unerheblich, wie man zum Endergebnis kommt. Jeff Landry, Gouverneur von Louisiana
Während die Politik den wirtschaftlichen Nutzen betont, kritisierte Streamlinefeed die Art und Weise des Deals. Das Medium berichtet, dass Meta durch ein Netz aus Shell-Unternehmen und strengen Geheimhaltungsvereinbarungen (NDAs) agierte, um die Öffentlichkeit während der ersten Phasen des Landerwerbs und der Zoneneinteilung über die tatsächliche Größe des Projekts im Unklaren zu lassen. Die Folge sei eine strukturelle Schwachstelle in der lokalen Regierungsführung, bei der Umweltaufsicht und Steuereinnahmen gegen das Versprechen von technologischem Prestige eingetauscht wurden.
Wirtschaftliche Auswirkungen in Richland Parish
Für die etwa 20.000 Einwohner von Richland Parish bringt das Projekt spürbare Veränderungen. Seit dem Baubeginn im Dezember 2024 haben lokale Unternehmen bereits Verträge im Wert von mehr als 1,6 Milliarden US-Dollar von Meta erhalten. Zudem macht der Tech-Riese Investitionen von über einer Milliarde US-Dollar in die lokale Infrastruktur, insbesondere in Straßen, Wasser- und Abwassersysteme.

Besonders deutlich wird der Effekt im Bildungswesen.
Es ist lebensverändernd für unsere Lehrer und ihre Familien und es transformiert unsere Schulen. Sheldon Jones, Superintendent des Richland Parish School District
Zusätzlich investiert Meta 5 Millionen US-Dollar in das Louisiana Delta Community College für Stipendien. Ab dem Jahrgang 2026 haben alle Absolventen der High Schools in Richland Parish Zugang zu Vollstipendien für Handelsberufe im Bereich der Rechenzentren.
Energieverträge und Zeitplan für die Fertigstellung
Ein kritischer Punkt bei Projekten dieser Größenordnung ist die Energieversorgung. Meta gibt an, die vollen Kosten für Energie, Wasser und die zugehörige Infrastruktur selbst zu tragen, damit die Endverbraucher nicht belastet werden. Ein spezielles Energieabkommen soll den Kunden von Entergy Louisiana über 20 Jahre hinweg Einsparungen von mehr als 2 Milliarden US-Dollar ermöglichen.
Der Ausbau erfolgt in mehreren Phasen.
- Bis 2030: Erreichen einer Kapazität von 2 GW.
- Bis ca. 2032: Vollständige Fertigstellung des 5-GW-Projekts.
Trotz der Milliardeninvestitionen und der Schaffung von über 1.000 erwarteten Arbeitsplätzen bleibt die langfristige Bilanz umstritten. Während lokale Behörden die Boni für Lehrer feiern, warnen Ökonomen laut Streamlinefeed davor, dass hochautomatisierte Hyperscale-Rechenzentren im Verhältnis zu ihrem enormen Kapitalwert nur sehr wenige dauerhafte Arbeitsplätze schaffen. Die Gemeinden müssten zudem die langfristigen Kosten für die Instandhaltung der Straßen und Netze tragen, während die Steuerbasis durch die massiven Befreiungen geschmälert wird.
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