Die Demokratische Republik Kongo hat mehr als 16.000 Dosen des Impfstoffs Ervebo gegen Ebola erhalten. Das gab das Gesundheitsministerium des Landes bekannt. Die Lieferung am Flughafen N’djili in Kinshasa ist Teil von insgesamt 70.000 Dosen, die die Weltgesundheitsorganisation und Partner bereitstellen, um die bisher rasanteste Epidemie des Erregers einzudämmen.
Die aktuellen Hilfslieferungen treffen in einer kritischen Phase ein. Das Gesundheitsministerium der Demokratischen Republik Kongo bestätigte den Eintreffpunkt am internationalen Flughafen N’djili in der Hauptstadt Kinshasa. Die dort angelandenen 16.250 Dosen Ervebo bilden den Auftakt zu einem größeren Kontingent von 70.000 Impfdosen, das von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und weiteren internationalen Partnern angekündigt wurde. Weitere Teilmengen der dringend benötigten Vakzine werden zu Beginn der kommenden Woche erwartet.
Congo receives first 16,000 doses of possible Ebola vaccine
Verursacht wird der aktuelle Ausbruch in dem zentralafrikanischen Land durch den seltenen Bundibugyo-Stamm des Ebolavirus. Für diesen Virusstamm existieren bislang weder zugelassene Behandlungen noch spezifische Impfstoffe. Da einige Symptome denen der Malaria ähneln, breitet sich der Erreger leicht aus und bleibt zu Beginn oft unbemerkt. Bis zum Freitag wurden in sechs betroffenen Provinzen insgesamt 5.375 bestätigte Fälle registriert, darunter 2.557 Todesfälle.
Zahlen des Africa Centres for Disease Control and Prevention verdeutlichen die Dynamik der Krise. Demnach hat das Infektionsgeschehen seinen Höchststand noch nicht erreicht und könnte im schlimmsten Fall auf das Dreifache des bisherigen Tempos ansteigen. Die Epidemie bewegt sich in einem historischen Ausmaß und droht, die verheerende Epidemie in Westafrika aus den Jahren 2014 bis 2016 zu übertreffen, die damals mehr als 11.000 Menschen das Leben kostete.
Thousands of Ervebo vaccine doses arrive in Ebola-stricken Democratic
Die Verteilung des eintreffenden Impfstoffs folgt einem strengen Plan, den die International Coordinating Group on Vaccine Provision koordiniert. Von den zugesagten 70.000 Dosen sind 20.000 Dosen für eine klinische Phase-3-Studie vorgesehen. Diese Untersuchung soll wissenschaftliche Erkenntnisse darüber liefern, wie wirksam das Vakzin gegen das Bundibugyo-Virus im menschlichen Körper wirkt.

Es ist nicht bekannt, ob Ervebo beim Menschen Schutz vor dem Bundibugyo-Virus bieten kann. Weltgesundheitsorganisation (WHO)
Die verbleibenden 50.000 Dosen sind für medizinisches Personal und Einsatzkräfte an vorderster Front bestimmt. Die Empfehlung hierzu stammt vom Strategic Advisory Group of Experts on Immunization der WHO. Finanziell unterstützt wird die Bereitstellung von der in Genf ansässigen Impfallianz Gavi, die nach Angaben von Al Jazeera insgesamt sieben Millionen US-Dollar für den Transport sowie weitere sechs Millionen US-Dollar für die Impfkampagnen in den Risikoregionen bereitstellt.
WHO and Africa CDC welcome the allocation of Ebola
Die Eindämmung des Ausbruchs stößt im Osten des Landes auf massive logistische und sicherheitspolitische Hindernisse. Bewaffnete Konflikte zwischen Regierungstruppen und Rebellengruppen, die wichtige Städte in den Hotspots kontrollieren, erschweren den Einsatz.
Die Vereinten Nationen warnen angesichts dieser Bedingungen vor einer weiteren Ausbreitung. Stephane Dujarric, Sprecher des UN-Generalsekretärs, schilderte die Prioritäten der Hilfsorganisationen vor Journalisten.
Unser leitender Ebola-Koordinator vor Ort, Julian Harneis, sagte, dass die Regierung und unsere Partner die Reaktion mit fünf operativen Prioritäten ausweiten, darunter die Verdreifachung der Kapazitäten für sichere Pflege, die Stärkung des Gemeindeengagements, die Verdopplung der Teams für sichere und witterungsgerechte Bestattungen sowie die Ausweitung der Krankheitsüberwachung und der Unterstützung für die Schwächsten. Stephane Dujarric, Sprecher des UN-Generalsekretärs
Zusätzlich zu diesen Maßnahmen hat die Regierung der Demokratischen Republik Kongo mit Unterstützung der UN die Initiative „Congo River Without Ebolains Leben gerufen, um die Überwachung und die lokale Vorsorge weiter zu intensivieren.
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