Der britische Unternehmer James Dacombe ist im August 2026 im Alter von 25 Jahren zum jüngsten Selfmade-Milliardär Europas aufgestiegen. Grundlage dieses Vermögenssprungs ist sein in London ansässiges Startup Olix, das nach einer Finanzierungsrunde über 312 Millionen US-Dollar mit 3,3 Milliarden US-Dollar bewertet wird.
Olix-Finanzierungsrunde und Europas jüngster Selfmade-Milliardär
Das erst vor zwei Jahren gegründete Chip-Unternehmen Olix hat seinen Unternehmenswert in nur sechs Monaten verdreifacht. Eine Anfang August abgeschlossene Finanzierungsrunde brachte dem Startup 312 Millionen US-Dollar an frischem Kapital ein, wodurch die Gesamtbewertung auf 3,3 Milliarden US-Dollar kletterte.
Hinter der Finanzierungsrunde stehen namhafte Investoren und Unternehmen. Zu den Geldgebern gehören der Chipdesigner Arm, der US-Hedgefonds Hudson River Trading, die in New York ansässige Investmentgesellschaft Fundomo sowie Netflix-Mitgründer Reed Hastings. Darüber hinaus beteiligte sich der britische Sovereign AI Fund an dem Unternehmen, wie internationale Medien berichten.
James Dacombe hält nach Schätzungen etwa 30 Prozent der Anteile an Olix. Durch die neue Bewertung übersteigt der Wert seiner Beteiligung die Milliardengrenze deutlich. Weltweit gibt es nach Daten von Forbes lediglich elf Selfmade-Milliardäre, die jünger als 30 Jahre sind, wobei Dacombe zu den wenigen Vertretern aus Europa gehört und einer von nur vier Milliardären unter 30 außerhalb der USA ist.
Technologischer Ansatz und geplante Chip-Auslieferung
Mit Olix setzt Dacombe auf ein technologisches Konzept, das sich bewusst von Marktführer Nvidia unterscheidet. Das Startup entwickelt spezialisierte KI-Chips für sogenannte Inference-Prozesse – jene Rechenschritte, in denen Künstliche Intelligenz ihre Antworten generiert.

Die Chips basieren auf Photonik. Daten werden dabei mit Licht statt elektrischer Signale übertragen. Dieser Ansatz soll Rechenleistung, Energieeffizienz und Geschwindigkeit verbessern. Gleichzeitig verzichtet das Unternehmen auf besonders teure Hochgeschwindigkeitsspeicher, die derzeit weltweit knapp sind.
„Today, where there is such an economic prize from being able to run very large powerful (large language models) fast and to a large number of users at a low cost, it really pays to disaggregate and have custom silicon that is good at that.“
James Dacombe, Founder of Olix, via Financial Times
Nach Unternehmensangaben sollen die ersten Chips in der zweiten Hälfte des Jahres 2027 an Kunden ausgeliefert werden. Olix und CoMind reagierten nicht auf eine Anfrage von Forbes zur Stellungnahme.
Früher Schulabbruch und CoMind-Vorgeschichte
Dacombes Weg in die Technologiebranche begann lange bevor er Milliardär wurde. Er begann bereits mit 13 Jahren Anwendungen zu programmieren und Webseiten zu erstellen. Dacombe besuchte zuvor das Ashville College in North Yorkshire. Dacombe sah jedoch keine Zukunft für sich im traditionellen Bildungssystem und verließ mit 17 Jahren die Schule, um sich ganz dem Aufbau von CoMind und dem Ausbau des Unternehmens zu widmen.

Diese Entscheidung führte ihn schließlich zu einem Thiel Fellowship – einem äußerst begehrten Programm, das vom Milliardär und Unternehmer Peter Thiel gegründet wurde. Das Programm vergibt 250.000 US-Dollar an junge Unternehmer, um ihre Unternehmen weiterzuentwickeln, anstatt ihr Universitätsstudium fortzusetzen. Im Jahr 2017 gründete Dacombe sein erstes Unternehmen CoMind, das Lösungen zur Überwachung von Gehirnaktivitäten entwickelt. Dacombe leitet das Unternehmen weiterhin. Neben seiner Beteiligung an Olix besitzt Dacombe weiterhin rund 12 Prozent an CoMind. Das Unternehmen nahm im August 2025 102,5 Millionen US-Dollar von Investoren auf, wobei damals keine Unternehmensbewertung veröffentlicht wurde.
„Der Vorteil, ein Unternehmen in sehr jungen Jahren zu gründen, liegt in der Unerfahrenheit. Man hat noch keine ‚Narben‘ des Scheiterns und kann daher vieles ausprobieren. Zum Glück waren einige davon erfolgreich.“
James Dacombe, Gründer von Olix und CoMind, via Sunday Times
Wettbewerb im Markt für KI-Prozessoren
Dacombes Erfolg kommt zu einer Zeit, in der Künstliche Intelligenz eine neue Generation junger Milliardäre schafft und die Technologiebranche umgestaltet. Der globale Startup-Boom mint jüngere und jüngere Milliardäre in rasantem Tempo, wobei der nächste jüngste self-made europäische Milliardär nach Dacombe Arvid Lunnemark ist, ein Mitgründer des KI-Code-Editierungsunternehmens Cursor.
Der Markt für spezialisierte Halbleiter ist stark umkämpft, während der Milliardenmarkt für KI-Chips wächst. Der Wettbewerb im Markt für KI-Chips umfasst zahlreiche Investitionen in Milliardenhöhe, um den Markt herauszufordern, auf dem Nvidia-Grafikprozessoren derzeit dominieren.
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