Harald Schmidt rät deutschen Auswanderern von der Schweiz ab. Seine Tournee führt ihn aktuell gemeinsam mit Hanna Scheuring durch das Nachbarland.
Wer mit dem Gedanken spielt, den Lebensmittelpunkt in die Schweiz zu verlegen, sollte sich auf deutliche kulturelle Unterschiede gefasst machen. Im Rahmen seines Bühnenprogramms tourt der Künstler gemeinsam mit der Schweizer Schauspielerin Hanna Scheuring durch das Land. Das gemeinsame Programm trägt den Titel Hanna & Harald – Scheuring fragt, Schmidt redet
, wie Medienberichte über den gemeinsamen Auftritt bestätigen.
Kritik am deutschen Auftreten in Zürich
Im Sommertalk
des Regionalsenders TeleZüri
wurde die Schauspielerin von Moderator Oliver Steffen gefragt, ob sie ihren Kollegen nicht dauerhaft nach Zürich holen wolle. Schließlich sei es dort doch so schön zum Leben. Schmidt schaltete sich daraufhin sofort in das Gespräch ein und stellte klar: Aber nicht als Deutscher.
Zur Begründung führte der 69-Jährige aus, dass die steuerlichen Vorteile, die viele Zuwanderer anlocken, allein nicht ausreichen würden, um heimisch zu werden. Das kapieren die meisten Deutschen nicht. Sie ziehen hier her und sind überglücklich, dass sie Steuern sparen, aber dann wissen sie nicht, was sie mit dem gesparten Geld machen sollen
, erklärte Schmidt im Schweizer Fernsehen.
Der angebliche deutsche Befehlston als Stolperstein
Besonders deutlich positionierte sich der Entertainer beim Thema Beliebtheit. Seine Schweizer Bekannten würden ihm regelmäßigungslos spiegeln, wie der typische deutsche Tonfall im Alltag wahrgenommen wird.
Während Deutsche in eine Bäckerei gingen und sagen:
Harald Schmidt, EntertainerEin Brötchen bitte, würden Schweizer sagen:Entschuldigung, dass ich die Bäckerei betrete, dass ich überhaupt existiere, wäre es vielleicht möglich, dass ich …
Seine Schweizer Freunde hielten ihm demnach wiederholt vor: Ihr wisst gar nicht, wie unbeliebt ihr seid mit eurem Befehlston.
Gegenüber der in Deutschland oft gehörten Floskel, bei Fortbestehen politischer oder gesellschaftlicher Entwicklungen einfach das Land zu verlassen, zeigte sich der Comedian unbeeindruckt. Wenn er entgegne, wohin man denn wolle, und die Schweiz genannt werde, laute seine Standardantwort: Viel Spaß in der Schweiz! Dort ist man begeistert über jeden Deutschen, der kommt.
Warum Schmidt selbst in Deutschland bleibt
Obwohl er das Nachbarland als Urlauber und Besucher sehr schätzt, kommt ein dauerhafter Wohnsitz für ihn keineswegs in Betracht. Als Begründung nannte der Entertainer, dass es ihm dort schlicht zu ruhig zugehe. Für seine beruflichen Ansprüche brauche er ein anderes Umfeld: Denn es ist letzten Endes für meinen Job zu ruhig und zu harmonisch. Ich brauche das Aggressive, den Schmutz.

Weiterlesen