Markus Poschner hat am 1. Oktober 2026 mit einem Konzert im Großen Saal des Wiener Konzerthauses seine Amtszeit als Chefdirigent des ORF Radio-Symphonieorchesters Wien angetreten. Das Programm vereinte Werke von Hannah Kendall, Maurice Ravel und Igor Strawinsky und setzte klare Akzente auf Rhythmus und Klangfarbe.
Das Antrittskonzert im Wiener Konzerthaus und musikalische Kontraste
Der offizielle Einstand des neuen Chefdirigenten beim ORF Radio-Symphonieorchester Wien (RSO) im Großen Saal des Wiener Konzerthauses begann mit einem Aufgebot voller Kontraste. Direkt zum Auftakt erklang O flower of fire
von Hannah Kendall. Die Komposition verarbeitet das Gedicht Voices
des guyanischen Dichters Martin Carter und vereint afrikanisch-karibisch-europäische Wurzeln in einer faszinierenden Klangwelt. Präparierte Harfen, Gongschläge, Schlagwerk sowie ein Kollektiv von Mundharmonikas und schrille Blechbläser prägten das Stück, bevor Maurice Ravels G-Dur-Klavierkonzert den Abend fortsetzte.
Das Ravel-Konzert, das traditionell mit einem Peitschenknall beginnt, schlug eine Brücke zu spanischer Musik und Jazz. Komponiert ab 1929 parallel zum Auftragswerk für den Pianisten Paul Wittgenstein – der im Ersten Weltkrieg seinen rechten Arm verloren hatte und ein Werk für die linke Hand bestellte –, vollendete Ravel das fröhliche und brillante Konzert in G-Dur im Jahr 1931 im Geiste der Konzerte von Mozart und Saint-Saëns. Am Klavier übernahm der 26-jährige georgische Pianist Giorgi Gigashvili den Solopart. Den feurigen Schlusspunkt des Abends setzte Igor Strawinskys Le sacre du printemps
. Poschner trieb das Orchester mit absoluter Klarheit, unerbittlicher Präzision und extremer Rasanz in die Ekstase, was vom Publikum mit ausgiebigem Applaus honoriert wurde.

Radioübertragung und neue Vermittlungsformate von Markus Poschner
Wer das Konzert nicht vor Ort miterleben konnte, wurde über den Rundfunk versorgt. Ö1 übertrug das Ereignis am 1. Oktober live ab 19.30 Uhr im Radio und stellte den Mitschnitt im Anschluss 30 Tage lang on demand auf ORF Sound zur Verfügung. Die Ausstrahlung erfolgte zudem in Dolby Digital 5.1 Surround Sound.
Unter dem Motto Neue Wege. Neue Nähe
möchte Chefdirigent Markus Poschner eine neue Ära des Orchesters in Wien einläuten, wozu auch Formate wie Poschners Meilensteine
, RSO@work
und das Ö1-Kurzformat Wer fühlen will, muss hören
gehören. Schon vor dem Konzert startete Poschner am 1. Oktober um 18.30 Uhr im Großen Saal des Wiener Konzerthauses mit einer Konzerteinführung.

- RSO@work: Ein Probeformat im Großen Sendesaal des ORF RadioKulturhaus, das den musikalischen Arbeitsprozess für Besucherinnen und Besucher hautnah erlebbar macht. Den Auftakt bildete am 29. September die Arbeit an Strawinskys
Le sacre du printemps
. Weitere Termine sind für den 27. Jänner und den 13. April angesetzt. - Poschners Meilensteine: Startete am 3. Oktober um 19.00 Uhr im Musikverein Wien. Hier verbindet der Chefdirigent persönliche Werkeinführungen mit Live-Aufführungen bedeutender Musik des 20. Jahrhunderts. Zum Auftakt stand Dmitri Schostakowitschs Symphonie Nr. 9 op. 70 auf dem Programm, die 1945 als Sieges-Symphonie erwartet wurde, stattdessen aber voller Ironie, Groteske und provokantem Witz war.
- Wer fühlen will, muss hören: Ein fünfteiliges Ö1-Kurzformat, in dem sich Poschner vom 28. September bis zum 2. Oktober der Frage widmet, wie Orchester-Musik dem Publikum emotional nähergebracht werden kann.
Internationale Karriere und kommende Verpflichtungen des Chefdirigenten
Der Dirigent blickt auf eine international erfolgreiche Laufbahn zurück. Neben seiner neuen Position in Wien übernahm Poschner in früheren Jahren bereits hervorgehobene Leitungsfunktionen bei anderen europäischen Klangkörpern.
Zudem stehen weitere internationale Stationen fest. Gemeinsam mit dem Orchestre National de France wurde Poschner zudem für seine Produktion von Offenbachs „Maître Péronilla“ mit dem „Jahrespreis der Deutschen Schallplattenkritik 2021ausgezeichnet.
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