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Technik und Wissenschaft

NASA investiert 359 Millionen Dollar mehr in Boeings Starliner

Die NASA stellt zusätzliche 359 Millionen Dollar für das von Problemen geplagte Starliner-Kapselprogramm von Boeing bereit und passt ihren Zeitplan an, um einen unbemannten Testflug für Dezember oder Januar sowie eine bemannte Mission für 2028 anzustreben, da die Behörde einen unverzichtbaren Ersatz für SpaceX absichern will.

NASA stellt weitere 359 Millionen Dollar bereit und verschiebt bemannten Starliner-Flug auf 2028

Die US-Raumfahrtbehörde NASA stockt die finanzielle Unterstützung für das Raumschiff Starliner von Boeing deutlich auf. Wie NASA-Verwaltungschef Jared Isaacman und Programmmanagerin Dana Weigel bei einer Pressekonferenz erklärten, investiert die Behörde weitere 359 Millionen Dollar in das Projekt. Die zusätzlichen Mittel fließen in die Überarbeitung des Rückstoßsystems, neue Triebwerke und Akkus, Modifikationen am Fallchirmsystem sowie in die Zertifizierung einer neuen Trägerrakete.

Der revidierte Zeitplan sieht vor, dass eine unbemannte Starliner-1-Mission im kommenden Dezember oder im Januar 2027 zur Internationalen Raumstation ISS starten soll. Mit diesem Testflug will die Behörde die vorgenommenen Verbesserungen validieren und notwendige Flugdaten sammeln. Ein bemannter Flug mit Astronauten, die Mission Starliner-2 unter dem Kommando von Warren „WoodyHoburg, ist nun für das Jahr 2028 anvisiert.

Die Vorgeschichte der 2024 gestrandeten Astronauten und die technischen Mängel

Die Neuausrichtung folgt auf eine Serie schwerwiegender technischer Probleme, die den Betrieb des Raumfahrzeugs seit längerem belasten. Im Juni 2024 traten während der ersten bemannten Testmission von Starliner mehrere Heliumlecks und Triebwerksausfälle auf. Die Astronauten Sunita Williams und Butch Wilmore, die für einen zehntägigen Aufenthalt zur ISS geflogen waren, mussten daraufhin monatelang an Bord der Station bleiben. Während das Raumschiff im September 2024 unbemannt zur Erde zurückkehrte, traten die beiden NASA-Astronauten erst im März 2025 mit einer SpaceX Crew Dragon-Kapsel den Rückflug an.

NASA investiert 359 Millionen Dollar mehr in Boeings Starliner
Foto: Space

Eine im Februar von einem Untersuchungsausschuss vorgelegte Analyse identifizierte insgesamt 61 Empfehlungen.

Dana Weigel erklärte: „Wir haben festgestellt, dass die Anomalie des Triebwerks im Besatzungsmodul das Ergebnis von Korrosion ist.

Boeing hat nach Angaben der NASA bereits reagiert und Verfahren eingeführt, um den Treibstoff auszuspülen und die Triebwerke durch eine kontinuierliche Spülung von der Umgebungsluft abzuschirmen.

Zudem zeigte eine Untersuchung, dass Kombinationen aus thermischen Einflüssen und spezifischen Konstruktionsmerkmalen zu Leistungsproblemen der Triebwerke beigetragen hatten. Nach einer Überarbeitung des Servicemoduls wurden entsprechende thermische Modifikationen vorgenommen. NASA-Administrator Jared Isaacman betonte, dass wesentliche Teile sowohl im Besatzungsmodul als auch im Servicemodul neu gestaltet und ausgetauscht wurden, während Dana Weigel ergänzte, dass ausgewählte Dichtungen vergrößert und Materialien angepasst wurden.

NASA investiert 359 Millionen Dollar mehr in Boeings Starliner
Foto: CNBC

Die Abhängigkeit von SpaceX und die Suche nach einem zweiten Transportsystem

Trotz der massiven Verzögerungen und Kritik — darunter ein interner Inspektionsbericht, der auf eine Häufung von Hardwarefehlern, Qualifikationslücken, Führungsfehlern und kulturellen Problemen hinwies — hält die NASA an Boeing fest. Grund dafür ist die strategische Notwendigkeit, nicht von einem einzigen kommerziellen Anbieter abhängig zu sein. Derzeit ist der Crew Dragon von SpaceX das einzige einsatzbereite US-Raumfahrzeug für den Transport von Astronauten zur ISS.

Da SpaceX angekündigt hat, die Falcon- und Dragon-Programme langfristig zugunsten des größeren Starship-Systems einzustellen, steht die künftige US-Raumfahrtanbindung vor einer Übergangsphase. SpaceX-Präsidentin Gwynne Shotwell betonte, dass Boeing im Rahmen des Commercial Crew Programinsgesamt erhebliche Entwicklungsgelder erhalten hat, während SpaceX für eine Demo-Mission und 17 operative Flüge mit 5,92 Milliarden Dollar vergütet wurde; Boeing erhielt im Vergleich dazu 4,82 Milliarden Dollar für vier Pflichtflüge zuzüglich der nun neu vereinbarten Mittel.

Programmmanagerin Dana Weigel schloss zudem nicht aus, dass die NASA zu den ursprünglich vertraglich vereinbarten sechs Flügen mit Boeing zurückkehren und zwei weitere Missionen autorisieren könnte.

NASA investiert 359 Millionen Dollar mehr in Boeings Starliner
Foto: Houston Public Media

Zukunftsperspektiven und die Zertifizierung der Vulcan-Rakete

Neben den technischen Anpassungen an der Kapsel plant die Raumfahrtbehörde auch den Wechsel auf ein neues Trägersystem. Nach dem letzten Einsatz der Atlas V-Rakete sollen künftige Starliner-Missionen mit der Vulcan-Rakete der United Launch Alliance in den Erdorbit befördert werden, wofür ebenfalls eine Zertifizierung erfolgt.

Die Vorbereitungen auf zukünftige Missionen umfassen neben der technischen Erprobung auch die Einbindung weiterer Besatzungsmitglieder, zu denen später auch Partner aus internationalen Raumfahrtagenturen gehören könnten.

Warren „WoodyHoburg sagte: „Ich bin viele Arten von Flugzeugen geflogen, und ich sage Ihnen, Starliner ist das Raumschiff eines Piloten.

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Clara Vogt

Über den Autor

Clara Vogt verantwortet das Ressort Technik und Wissenschaft. Sie schreibt ueber KI, Digitalisierung, Forschung und Innovation und uebersetzt komplexe Entwicklungen in klaren, belastbaren Journalismus.

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