Neuen Aufnahmen vom Furggsattel bei Zermatt im Wallis zufolge zeigt sich eine dünne, stark zerfallende Gletschereiszone. Nach der Einstellung des Sommerskibetriebs am 31. Juli 2026 planen die Zermatt Bergbahnen den für Oktober und November angesetzten Herbst-Skitest trotz des Schneemangels und schmelzenden Eises normal durchzuführen.
Kann der Herbst-Skitest bei Zermatt wie geplant starten? Neue Aufnahmen vom Furggsattel zeigen dünnes, zerfallendes Gletschereis. Die Bergbahnen hoffen auf Naturschnee, während Glaziologen wachsende Risiken sehen, wie aus Berichten von Blick hervorgeht.
Gibt es auf dem Furggsattel noch genügend Gletschereis für den Skitest?
Eingesendete Bilder einer Leserreporterin zeigen eine stark zerklüftete Übergangszone zwischen Eis und freigelegtem Fels nahe der Furggsattel-Sesselbahn im Skigebiet bei Zermatt VS. Grössere Felsrippen ragen aus dem Eis hervor, und die Niveauunterschiede wirken erheblich, so die Berichterstattung von Blick. Die Aufnahmen werfen die Frage auf, ob die für den Skitest benötigte Gletscheroberfläche und Pistenführung in ihrer bisherigen Form überhaupt noch existieren.
Über 5 Prozent des Eises der Schweizer Gletscher sind im Jahr 2026 verschwunden, wie aktuelle Daten zeigen. Der untere und obere Theodulgletscher prägen das hochalpine Skigebiet rund um den Furggsattel. Nachdem die Zermatt Bergbahnen den Sommerskibetrieb auf dem Theodulgletscher am 31. Juli 2026 wegen hoher Temperaturen, fehlender nächtlicher Abkühlung und veränderten Schnee- und Gletscherverhältnissen einstellen mussten, soll der Herbst-Skitest im Oktober und November normal ablaufen.
Wie bewerten die Zermatt Bergbahnen die Situation vor Ort?
Bei den Bergbahnen blickt man optimistisch auf den bevorstehenden Herbstbetrieb. Die Vorbereitungen laufen bereits, und Pistenfahrzeuge befinden sich im Gebiet. Laut Mediensprecherin Jenny Imboden orientieren sich die Vorbereitungen an den üblichen Linienführungen, und der Furggsattel-Express soll planmässig in Betrieb genommen werden.
Gleichzeitig räumt Jenny Imboden ein, dass der Sommer 2026 sehr niederschlagsarm war. Entsprechend fehlt derzeit insbesondere der natürliche Schneefall, der für die Vorbereitung und Öffnung der Pisten auf dem Theodulgletscher notwendig ist
, erklärte sie gegenüber Blick. Sobald ausreichend Naturschnee fällt und die Verhältnisse eine sichere Pistenpräparation erlauben, sollen die Pisten geöffnet werden.
Was sagen Glaziologen zum Zustand des Theodulgletschers?
Matthias Huss, Leiter des Schweizer Gletschermessnetzes Glamos, schätzt die Lage deutlich kritischer ein. Den Zerfall des Theodulgletschers bezeichnete er als wirklich eindrücklich
, und das Auftauchen von Felsinseln inmitten des Eises sei kein Einzelfall, sondern deute auf eine bereits sehr dünne Eisschicht hin.
Die freiliegenden Felsen beschleunigen laut Matthias Huss die Auflösung der Gletscherfläche, da sie sich aufheizen und schnell ausdehnen. An den beiden fotografierten Stellen schätzt er den Eisverlust seit 2015 auf mindestens die Hälfte. In den letzten drei Jahren lag die Verlustrate demnach im Schnitt bei etwa 3 Metern pro Jahr, im Jahr 2026 sogar noch deutlich mehr.
Zudem verändert sich nicht nur die Landschaft, sondern auch der Untergrund. Von den 17 Stützen der Bahnanlagen sind zwölf als bewegliche Schwimmstützen auf dem Gletscher ausgeführt. Wenn das Eis unter einzelnen Stützen verschwindet, wird dies laut Matthias Huss zu einer Infrastrukturfrage für das Skigebiet, auch wenn noch unklar ist, wann dieses Problem die Bahninfrastruktur konkret einholt.