US-Präsident Donald Trump hat von dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj gefordert, die Angriffe auf russische Raffinerien zur Herstellung von Diesel einzustellen. Wie WELT berichtet, äußerte sich Trump am Sonntag während seines Besuchs in Irland am Rande der Irish Open in seinem Golfclub in Doonbeg zu dem Thema. Der US-Präsident warf Selenskyj vor, durch die Zerstörung von Dieselkraftstoff in Russland eine Versorgungskrise und einen Mangel zu verursachen. Selenskyj könne zwar andere Ziele angreifen, müsse jedoch die Diesel-Infrastruktur verschonen.
Trump fordert Stopp von ukrainischen Angriffen auf russische Diesel-Anlagen
Als Hintergrund für Trumps Forderung nennt der Bericht gestiegene Dieselpreise in den Vereinigten Staaten. Nach Angaben des US-amerikanischen Automobilclubs AAA lag der Preis am Freitag erstmals über sechs Dollar pro Gallone, was 5,22 Euro für 3,8 Liter entspricht. Ein ähnlich hoher Wert war zuvor im Juni 2022 verzeichnet worden, als der russische Angriff auf die Ukraine die Energiepreise angetrieben hatte.
Hintergrund der Energiepreise und internationale Verwicklungen
Während Trump die Verantwortung für die Knappheit vor allem auf die Geschehnisse zwischen Russland und der Ukraine schiebt, wird die Ursache in der Berichterstattung von BILD differenzierter eingeordnet. Demnach ist das Diesel-Problem auch Teil eines größeren weltweiten Energie-Schocks, der mit dem Konflikt im Nahen Osten zusammenhängt. Der Krieg gegen den Iran legt demnach zentrale Handels- und Ölrouten lahm, wobei unter anderem die Straße von Hormus beeinträchtigt wird und Huthi-Rebellen Schifffahrtswege bedrohen. Zudem führte ein Drohnenangriff zur Stilllegung einer zentralen saudischen Ost-West-Pipeline, über die täglich rund vier Millionen Barrel Öl transportiert wurden.

Trump erklärte in Irland hingegen ausdrücklich, dass die Dieselknappheit nicht aus dem Nahen Osten stamme, sondern eine direkte Folge der Entwicklungen zwischen Russland und der Ukraine sei. Die Ukraine geht ihrerseits seit Monaten im Rahmen ihrer Verteidigung gegen russische Raketen- und Drohnenangriffe gezielt gegen die Energieinfrastruktur in Russland vor und nimmt dabei Öldepots sowie Raffinerien ins Visier.
Diplomatische Bemühungen und Gespräche in Kiew
Unabhängig von den Spannungen um die Energieversorgung liefen diplomatische Bemühungen zur Beilegung des Konflikts. Wie aus Berichten hervorgeht, schlossen die Gesandten des US-Präsidenten, Steve Witkoff und Jared Kushner, eine diplomatische Mission ab, die sie am Samstag für dreistündige Gespräche nach Moskau und am Sonntag nach Kiew geführt hatte. Wolodymyr Selenskyj kam in Kiew mit den US-Emissären zusammen, wobei auch Vertreter aus Deutschland, Frankreich und dem Vereinigten Königreich in die strukturierten Gespräche eingebunden waren.
Ein ukrainischer offizieller Vertreter äußerte sich optimistisch zu den vorgeschlagenen Lösungen und bezeichnete sie im Vergleich zu früheren Ansätzen als möglicherweise wirksamer. Gleichzeitig betonte Selenskyj, dass der Krieg weitergehe und eine Beilegung voraussichtlich bis zum Winter oder in das Jahr 2027 andauern werde. Langfristig seien zudem direkte Gespräche auf Führungsebene mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin unvermeidlich, um komplexe Territorialfragen zu klären. Die US-Gesandten betonten ihrerseits, dass beide Kriegsparteien Kompromisse eingehen und Differenzen verringern müssten, um eine friedliche diplomatische Resolution zu erreichen.
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