US-Präsident Donald Trump hat am Donnerstag ein Dekret zur Umbenennung des Ontariosees in „Lake America unterzeichnet. Der Schritt erfolgt inmitten eines eskalierenden Handelskonflikts mit Kanada, bei dem Washington kürzlich Zölle auf kanadische Waren verhängt hatte. Ottawa und die Provinzregierung kündigten umgehend an, den historischen Namen beizubehalten.
US-Präsident Donald Trump hat am Donnerstag im Oval Office eine exekutive Anordnung unterzeichnet, die darauf abzielt, den Ontariosee innerhalb der US-Grenzen in „Lake America umzubenennen. Die Maßnahme verschärft die diplomatischen und wirtschaftlichen Spannungen zwischen den USA und Kanada spürbar, nachdem Handelsverhandlungen in der vergangenen Woche gescheitert waren und beide Seiten weitreichende Zölle verhängt hatten.
Dekret im Oval Office und die Vorgaben für das Innenministerium
Während der Unterzeichnung am Resolute Desk präsentierte sich der US-Präsident vor einer Schautafel, auf der das Gewässer mit roten Buchstaben als Lake America verzeichnet war, flankiert von dem Slogan, die Großen Seen noch großartiger zu machen. Laut der offiziellen Anordnung wird das US-Innenministerium angewiesen, die amtlichen Bezeichnungen im Geographic Names Information System (GNIS) innerhalb einer Frist von 30 Tagen anzupassen. Alle Bundesbehörden müssen den neuen Namen künftig auf Karten, Verträgen und offiziellen Dokumenten verwenden.
Der US-Präsident erklärte vor mitgereisten Journalisten, er habe alle erforderlichen behördlichen Schritte eingeleitet. Auf die Frage, welche Botschaft er damit nach Ottawa senden wolle, entgegnete er, es gehe um keine direkte Nachricht an das Nachbarland, sondern um die wirtschaftliche Realität: Kanada nutze die USA seit Jahren beim Handel aus.
Harte Reaktionen aus Ottawa und kanadische Gegendarstellungen
Die kanadische Regierung reagierte umgehend auf den Vorstoß aus Washington. Premierminister Mark Carney betonte in einer Stellungnahme auf der Plattform X, dass der Name des Sees tief in der Geschichte verwurzelt sei und weit vor der Gründung beider Staaten liege. Der Name leite sich von einem Wort der Wendat-Ureinwohner ab, das der See ist schön, der See ist groß bedeute.

Mark Carney, Premierminister von Kanada (via USA Today), erklärte, der Name sei mehr als 400 Jahre alt und gehe sowohl der Kanadischen Konföderation als auch der Unabhängigkeitserklärung der Vereinigten Staaten von Amerika voraus. Man wisse, dass sich Amerika verändere, darunter dessen Handelsbeziehungen, Außenpolitik, Nationaldenkmäler und Gewässernamen. Auch die Kanadier wüssten, dass die Benennung der Realität bedeute, ihn Lake Ontario zu nennen – damals, heute und für immer.
Auch die kanadische Industrie- und Handelsministerin Mélanie Joly wies den Vorstoß entschieden zurück. Gegenüber Medienvertretern erklärte sie, das Gewässer werde „immer Lake Ontario“ heißen.”
Wirtschaftlicher Hintergrund und Parallelen zum Golf von Mexiko
Die Umbenennung erfolgt im direkten Fahrwasser eines handfesten Handelskriegs. Nachdem Gespräche zwischen den Regierungen zusammengebrochen waren, hatte Washington Sonderzölle in Höhe von 50 Prozent auf kanadische Importe im Wert von 20 Milliarden US-Dollar verhängt. Die kanadische Seite konterte ihrerseits umgehend mit Importabgaben auf US-Waren wie Stahl, Milchprodukte, Haushaltsgeräte und Landwirtschaftsmaschinen, die je nach Sektor zwischen 15 und 50 Prozent betragen.

Beobachter sehen in dem Dekret eine Parallele zu einer ähnlichen Amtshandlung aus dem Vorjahr. Damals hatte die US-Regierung den Golf von Mexiko offiziell in „Gulf of America umbenannt. Während US-Behörden und einige digitale Kartendienste wie Google und Apple diese Bezeichnung übernahmen, blieb sie international weitgehend ungehört.
Trump selbst ließ durchklingen, dass seine geografischen Umbenennungen möglicherweise noch nicht abgeschlossen sind. Mit Blick auf die bisherigen Schritte merkte er an, man verfüge nun über einen Golf und einen See, und scherzte, es fehle eigentlich nur noch ein Ozean, weshalb man vielleicht auch den Atlantik oder den Pazifik umbenennen könnte.
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