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Welt

Donald Trump erlässt Verbot für ausländische Stromnetz-Technik

US-Präsident Donald Trump hat am 27. August 2026 den nationalen Notstand ausgerufen und den Einsatz bestimmter ausländischer Komponenten im US-Stromnetz verboten. Der Erlass soll die kritische Stromversorgung und die rasant wachsenden KI-Rechenzentren vor Sabotage, Hintertüren und Fernabschaltungen durch ausländische Akteure schützen.

Nationaler Notstand und das Verbot ausländischer Technik

Die Regierung der Vereinigten Staaten hat am Mittwoch per Präsidentendekret drastische Maßnahmen zur Absicherung der nationalen Energieversorgung ergriffen. US-Präsident Donald Trump begründete den Schritt mit einer aussergewöhnlichen Bedrohung durch im Ausland hergestellte Bauteile, über die fremde Staaten oder Organisationen Zugriff auf das US-Stromnetz erlangen könnten. Das Weiße Haus erklärte, dass solche Komponenten potenzielle Sicherheitsrisiken bergen, die kritische Infrastrukturen lahmlegen können. Trump habe eine Exekutivorder unterschrieben, mit der die „Sicherheit, Integrität und Zuverlässigkeit elektrischer Betriebsmittel des Stromübertragungsnetzes“ geschützt werden solle – insbesondere vor „Beeinträchtigungen durch ausländische Akteure, wie das Weisse Haus am Mittwoch mitteilte.

Der Erlass untersagt den Kauf und die Installation von Ausrüstung, einschließlich zugehöriger Software, die Risiken für die Cybersicherheit oder den Betrieb bergen könnte. Künftig sollen US-Unternehmen technische Bauteile aus Ländern, die Washington als Sicherheitsrisiko einstuft, weder kaufen noch importieren oder in Anlagen zur Stromerzeugung und Stromübertragung einbauen dürfen. Der US-Energieminister soll zudem Auflagen für die weitere Nutzung bereits installierter Technik erlassen. Trump erklärte in dem Dekret vom Mittwoch, die ausländische Versorgung mit Stromnetzausrüstung stelle eine Gefahr für die nationale Sicherheit, die Außenpolitik und die Wirtschaft der USA. „Ich (…) erkläre hiermit einen nationalen Notstand in Bezug auf diese Bedrohung, hieß es weiter.

Der Boom der Künstlichen Intelligenz als Sicherheitsfaktor

Hintergrund der harten Massnahmen ist der enorme Strombedarf der modernen Technologie. Der rasante Ausbau der heimischen KI-Industrie und der dafür notwendigen Rechenzentren setzt eine absolute Stabilität der Netze voraus. In der Mitteilung verwies das Weisse Haus darauf, dass sowohl das rasante Wachstum in der heimischen KI-Industrie und ihrer Rechenzentren als auch die Rüstungsproduktion die USA von ausländischen Komponenten abhängiger machten. Aus Sicht des Präsidenten gewinnt der Schutz der Infrastruktur deshalb zunehmend an Bedeutung, da eine stabile Energieversorgung angesichts des steigenden Strombedarfs wichtiger denn je sei.

Donald Trump erlässt Verbot für ausländische Stromnetz-Technik
Photo: Swissinfo

Nach Einschätzung der US-Regierung könnten einzelne Komponenten über sogenannte Hintertüren verfügen. Dadurch wäre es theoretisch möglich, Systeme aus der Ferne zu beeinflussen oder sogar außer Betrieb zu setzen. Die Order diene dazu, Schwachstellen in Lieferketten zu beseitigen und eine ausreichende und zuverlässige Stromversorgung zu gewährleisten, hiess es.

Parallelen zu früheren Massnahmen gegen China

Der Schritt ist das jüngste Beispiel für das US-Vorgehen gegen Technik aus China. Die EU-Kommission hatte in diesem Jahr bereits entschieden, in China hergestellte Wechselrichter von öffentlich finanzierten Energieprojekten auszuschließen. Die Nachrichtenagentur Reuters hatte im vergangenen Jahr berichtet, dass US-Experten in einigen chinesischen Solarwechselrichtern nicht deklarierte Kommunikationsgeräte gefunden hatten. Die Fachleute hatten die an Stromnetze angeschlossenen Anlagen zerlegt, um sie auf Sicherheitsprobleme zu überprüfen. Bestimmte ausländische Akteure würden zunehmend Schwachstellen im US-Stromnetz schaffen und ausnutzen, erklärte das Weisse Haus – ohne Nationalitäten zu nennen.

Donald Trump erlässt Verbot für ausländische Stromnetz-Technik
Photo: WELT

Internationale Reaktionen

Gemeint sein dürften vor allem Hersteller aus China. Angesprochen auf Trumps Entscheidung erklärte Chinas Aussenamtssprecher Lin Jin am Donnerstag in Peking dazu: China habe es stets abgelehnt, das Konzept nationaler Sicherheit zu verallgemeinern. Parallel läuft zwischen den USA und China weiter ein Handelsstreit, in dessen Rahmen Donald Trump kürzlich Zölle von bis zu hundert Prozent auf Drohnen und ihre Bestandteile verhängt und eine entsprechende Vereinbarung unterzeichnet hatte.

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Anna Richter

Über den Autor

Anna Richter leitet das Weltressort von Germanic Nachrichten. Sie berichtet ueber internationale Politik, Diplomatie und geopolitische Entwicklungen mit Fokus auf Kontext, Verlaesslichkeit und Relevanz fuer deutschsprachige Leser.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.

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