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Welt

USA bestätigen aktive Waffensysteme im Erdorbit

Die Vereinigten Staaten haben bestätigt, aktive Waffensysteme zur Weltraumkontrolle in der Erdumlaufbahn stationiert zu haben. Die Ankündigung von Luftwaffenminister Troy Meink auf einer Konferenz in Maryland löste international scharfe Reaktionen und Warnungen vor einem neuen, risikoreichen Rüstungswettlauf im All aus.

US-Luftwaffenminister Troy Meink bestätigt Bewaffnung im Orbit

Die US-Regierung hat öffentlich eingeräumt, bewaffnete militärische Anlagen im Weltraum zu unterhalten. Luftwaffenminister Troy Meink erklärte auf der jährlichen Konferenz der Air, Space, Cyber Association in National Harbor, Maryland, dass die Vereinigten Staaten im Erdorbit aktive Verteidigungssysteme platziert haben, wie die Berichterstattung über die Konferenz zeigt. Die Systeme sollen dem Schutz der gemeinsamen Streitkräfte vor feindlichen Operationen im All dienen.

Konkrete Einzelheiten zu den technischen Spezifikationen, der genauen Anzahl oder dem Zeitpunkt der Stationierung nannte Meink nicht. Diese Instrumente lassen sich demnach sowohl für offensive als auch für defensive Zwecke einsetzen.

US-Luftwaffenminister Troy Meink äußerte sich an einem Montag während der jährlichen Air, Space, Cyber Konferenz und betonte, dass die Streitkräfte auf diese Weise für künftige Bedrohungen gewappnet seien.

USA bestätigen aktive Waffensysteme im Erdorbit
Foto: yahoo.com

Internationale Kritik aus China, Russland und der Türkei

Die offizielle Bestätigung stieß bei internationalen Partnern und Konkurrenten auf umgehende Ablehnung. Chinas Außenministerium warf Washington vor, gezielt einen Krieg im Weltraum vorzubereiten und forderte die Vereinigten Staaten auf, die militärische Expansion im Kosmos zu unterlassen. Ähnlich äußerte sich der Kreml in Moskau, wo der Kremlsprecher Dmitri Peskow vor Journalisten erklärte, dass der Weltraum frei von jeglichen Waffen sein müsse und eine vollständige Demilitarisierung des Alls forderte.

Auch aus der NATO-Staatengruppe kam deutlicher Widerspruch. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan verurteilte die Stationierung von Waffen im äußeren Weltraum während des Internationalen Astronautical Congress in Antalya im Süden der Türkei am Montag öffentlich. Erdogan erklärte vor Diplomaten und Vertretern von Raumfahrtagenturen, dass die Umwandlung des Alls in einen Schauplatz für ein Wettrüsten vollkommen falsch sei, eine direkte Bedrohung für die gemeinsame Zukunft der Menschheit darstelle und von seinem Land nicht begrüßt werde.

Im Rahmen desselben hochrangigen Ministertreffens in Antalya, an dem am Sonntag Vertreter aus 21 Ländern teilnahmen, äußerte sich auch der türkische Industrie- und Technologieminister Mehmet Fatih Kacir. Er betonte, dass die gesamte Erklärung auf ein friedliches All ausgerichtet sei und die bestehenden Blöcke auf der Erde nicht widerspiegeln dürfe. Minister Mehmet Fatih Kacir äußerte gegenüber Middle East Eye die Hoffnung, dass weitere Staaten die von 21 Ländern unterzeichnete Antalya-Deklaration prüfen und sich dieser anschließen werden.

USA bestätigen aktive Waffensysteme im Erdorbit
Foto: Middle East Eye

Rechtliche Grauzonen im Weltraumrecht und Risiken für Satelliten

Die juristische Grundlage für die Nutzung des Weltraums bildet der aus der Zeit des Kalten Krieges stammende Weltraumvertrag von 1967. Das Abkommen verbietet zwar ausdrücklich die Stationierung von Kernwaffen und anderen Massenvernichtungsmitteln in der Erdumlaufbahn, enthält jedoch kein generelles Verbot für konventionelle Waffensysteme oder am Boden stationierte Raketen.

Experten und Analysten weisen darauf hin, dass die Offenlegung zwar beispiellos ist, der Vertrag jedoch bestimmte Herausforderungen der modernen Zeit nicht abdeckt. Solche Werkzeuge können beispielsweise darin bestehen, dass sich ein Raumfahrzeug in der Erdumlaufbahn direkt einem feindlichen Satelliten nähert.

Experten warnen vor den langfristigen Folgen einer unkontrollierten Militarisierung der Erdumlaufbahn. Insbesondere kinetische Angriffe bergen das erhebliche Risiko, gefährliche Trümmerteppiche zu erzeugen. Als mahnendes Beispiel gilt ein von Russland im Jahr 2021 durchgeführtes Anti-Satelliten-Testprogramm, bei dem mehr als 1.500 verfolgbare Trümmerstücke erzeugt und Notfallverfahren an Bord der Internationalen Raumstation ausgelöst wurden.

Experten über die langfristigen Folgen der Offenlegung

Fachleute bewerten die Transparenz der US-Regierung unterschiedlich. Einerseits könnte die offizielle Bekanntgabe als Abschreckung dienen, andererseits droht sie eine Gegenreaktion der Konkurrenten auszulösen.

Unter der Präsidentschaft von Donald Trump hat die sicherheitspolitische Ausrichtung im Bereich der Raumfahrt zudem eine verstärkte Gewichtung erfahren. Während seiner ersten Amtszeit im Jahr 2019 gründete Trump die US Space Force als eigenständige Teilstreitkraft.

Ein Bericht, der insgesamt 13 Staaten darunter die USA, Russland, China, Indien, Australien, Frankreich, Iran und Israel untersucht, verweist zudem auf die Entwicklung von Satelliten, die darauf ausgelegt sind, sich anderen Raumfahrzeugen zu nähern, diese zu inspizieren, zu deaktivieren oder zu zerstören. Hinzu kommen boden-, luft- oder seegestützte Raketenabwehrsysteme, die Satelliten kinetisch zerstören können. Angesichts dieser Entwicklungen und des von der US-Regierung gewählten Kurses fordern Kritiker aus dem In- und Ausland, dass die US-Führung einen Schritt zurücktritt und ihre Strategie überdenkt.

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Anna Richter

Über den Autor

Anna Richter leitet das Weltressort von Germanic Nachrichten. Sie berichtet ueber internationale Politik, Diplomatie und geopolitische Entwicklungen mit Fokus auf Kontext, Verlaesslichkeit und Relevanz fuer deutschsprachige Leser.

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