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US-Bundesbürger konspierte mit kanadischer Schützin vor Amoklauf in Tumbler Ridge

Ein 30-jähriger aus dem US-Bundesstaat Washington ist am Dienstag in Bellingham festgenommen worden. Die US-Behörden werfen ihm vor, monatelang gemeinsam mit der Schützin den tödlichen Amoklauf an einer Schule im Februar 2026 geplant und die Tat maßgeblich unterstützt zu haben.

Bundesstaatsanwälte nahmen James Cody Bryant fest und warfen ihm Verschwörung zum Mord an Personen in einem fremden Staat vor. Die Ermittler gaben bekannt, dass der Beschuldigte die Haupttäterin Jesse Van Rootselaar über einen Zeitraum von mindestens sechs Monaten täglich kontaktiert hatte. Die Bluttat vom 10. Februar 2026 im kanadischen Tumbler Ridge gilt als eine der schwersten Amoktaten an einer Schule in der Geschichte des Landes.

FBI und US-Justizministerium erheben Vorwürfe gegen James Cody Bryant

Laut den am Dienstag veröffentlichten Gerichtsdokumenten und Erklärungen von Bundesanwalt Neil Floyd wusste Bryant von den Plänen, schritt jedoch trotz wiederholter Zweifel nicht ein. Die Ermittler schilderten ein beklemmendes Ausmaß an Interaktion im Vorfeld der Bluttat.

US-Bundesbürger konspierte mit kanadischer Schützin vor Amoklauf in Tumbler Ridge
Foto: Fox News

Die beiden Personen hatten sich nach Angaben der Behörden drei Jahre vor dem Amoklauf über die Videochat-Plattform Omegle kennengelernt. In den sechs Monaten vor der Tat standen sie nach Angaben von US-Anklägern täglich in Kontakt. Dabei tauschten sie sich auch über mögliche Ziele aus, wobei der Beschuldigte anmerkte, dass ein Angriff auf eine Schule wegen der vielen jungen Opfer eine schlechte Idee sei, und stattdessen einen Supermarkt oder eine Kirche vorschlug. Zudem riet der Verdächtige der Schützin in einer Nachricht, ihre Nachrichten zu löschen und virtuelle private Netzwerke zu verwenden, um einer Entdeckung zu entgehen.

Neil Floyd, der amtierende US-Staatsanwalt für den westlichen Bezirk von Washington, sagte laut Fox News: „Bryant verfügte über die Informationen und die Fähigkeit, die Strafverfolgungsbehörden zu alarmieren, und erörterte diese Möglichkeit sogar mit dem Schützen, aber er entschied sich dagegen. Stattdessen ermutigte er einen Mörder und bot ihm Hilfe an.

LIVE: RCMP and FBI take questions on Tumbler Ridge arrest

Die Ermittler schilderten auf einer gemeinsamen Pressekonferenz in Seattle, dass der Beschuldigte der Todesschützin finanzielle und praktische Hilfe zukommen ließ. Zwar diskutierten die Beteiligten auch über die Lieferung von Waffen nach Kanada, doch zeigte sich der Beschuldigte dabei unwohl und lehnte ab. Der Beschuldigte riet jedoch von einem direkten Angriff auf eine Schule ab, da es dort zu viele junge Opfer geben würde, und schlug stattdessen einen Supermarkt oder eine Kirche vor. Am Ende fiel die Wahl dennoch auf die Bildungseinrichtung.

Der Tathergang am 10. Februar in Tumbler Ridge

Die Gewalttat hatte am 10. Februar 2026 begonnen, als die 18-jährige Jesse Van Rootselaar zunächst ihre Mutter und ihren Halbbruder in ihrem Wohnhaus in British Columbia tötete. Anschließend fuhr sie zur Tumbler Ridge Secondary School.

Dort erschoss sie fünf Kinder im Alter von 12 und 13 Jahren sowie eine Schulassistentin und verletzte weitere Personen, bevor sie sich selbst das Leben nahm. Wie die US-Staatsanwaltschaft ausführte, sprang das Fluchtauto nach der Bluttat im Haus zunächst nicht an. Bryant leistete daraufhin telefonische Hilfe, damit die Schützin den Motor starten und die Schule erreichen konnte.

US-Bundesbürger konspierte mit kanadischer Schützin vor Amoklauf in Tumbler Ridge
Foto: NBC News

Livestream-Pläne und die Rolle digitaler Plattformen

Ein zentraler Punkt der Anklage betrifft die geplante Übertragung der Bluttat im Internet. Laut Bundesanwaltschaft vereinbarten die beiden, den Amoklauf zu übertragen, um maximale Aufmerksamkeit zu erzielen. FBI-Spezialagent Mike Herrington betonte, dass der Beschuldigte sogar nach einer Nachtschicht wach geblieben sei, um die weltweite Übertragung abzusichern. Der Versuch, die Tat auf Twitch zu übertragen, scheiterte nach etwa 20 Sekunden, da der Stream abbrach und nur von einem einzigen Account gesehen wurde.

Mike Herrington, Sonderbeauftragter des FBI in Seattle, erklärte gegenüber The Globe and Mail: „Wir wissen gewiss, dass sich der Schütze Sorgen machte, dass nicht genügend Leute den Livestream sehen würden, wenn Bryant ihn nicht ausstrahlte, und dass er sich darauf verließ, dass Bryant den Livestream verstärken würde, da der Schütze in den sozialen Medien nicht viele Follower hatte.

US-Bundesbürger konspierte mit kanadischer Schützin vor Amoklauf in Tumbler Ridge
Foto: Yahoo

Die Ermittler verwiesen zudem darauf, dass die Kommunikation über den Onlinedienst Discord stattfand. Das Unternehmen erklärte, nach Bekanntwerden der Bluttat sofort eigene Untersuchungen eingeleitet und relevante Informationen an die Strafverfolgungsbehörden weitergegeben zu haben, während das Konto des Verdächtigen gelöscht wurde.

Reaktionen aus Politik und anhängige Zivilklagen in den USA

Für den Beschuldigten James Cody Bryant ist eine Anhörung vor dem Bundesgericht in Seattle für den 20. Oktober 2026 angesetzt. Im Falle einer Verurteilung droht ihm eine lebenslange Freiheitsstrafe. Kanadische Behörden betonen unterdessen, dass die Ermittlungen der Royal Canadian Mounted Police andauern und weitere Schritte im Inland geprüft werden.

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Jonas Becker

Über den Autor

Jonas Becker verantwortet das Nachrichtenressort von Germanic Nachrichten. Sein Fokus liegt auf schneller, praeziser und sauber verifizierter Berichterstattung zu Politik, Gesellschaft und aktuellen Entwicklungen in Deutschland.

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