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Welt

Trump-Regierung droht mit Abriss des Kennedy-Zentrums

Die Regierung von US-Präsident Donald Trump hat in einem Gerichtsverfahren mit dem Abriss des Kennedy Centers in Washington gedroht. Dies teilten Anwälte des Justizministeriums in einer am Montag eingereichten Erklärung mit.

Drohung mit Abriss und Pläne für ein Amphitheater

Der Streit um das traditionsreiche Kulturzentrum Kennedy Center in Washington hat eine neue Eskalationsstufe erreicht. In einem am Montag veröffentlichten Schriftsatz warnte das US-Justizministerium vor einem Verfall des Gebäudes, sollten die geplanten Umbauten vor Gericht scheitern.

Ohne Trumps Eingreifen und eine zweijährige vollständige Schließung werde sich das Haus in einen unsicheren, heruntergekommenen Bau verwandeln, der letztlich abgerissen werden müsse, argumentierten die Juristen der Regierung. Das Justizministerium bezeichnete das Haus in der Eingabe zudem als peinlich für die Hauptstadt. In dem Schriftsatz schrieb der Anwalt des US-Justizministeriums, Brantley Mayers, das Kennedy Center sei ein marodes Gebäude, das dringend Renovierungsarbeiten unter der Leitung der Trump-Regierung benötige.

Trump-Regierung droht mit Abriss des Kennedy-Zentrums
Photo: Tagesspiegel

Sollte dies nicht geschehen, so Mayers, werde das Gelände weiter verfallen und zu einem unsicheren, baufälligen Gebäude werden, das abgerissen werden muss. Anschließend werde man sich überlegen, was auf dem Gelände gebaut werden solle. Als mögliche Alternative nennt der Schriftsatz ein großes Freiluft-Amphitheater mit Blick auf den Potomac-Fluss. Ein solches Projekt sei bereits vor Jahren vorgeschlagen worden. In dem Dokument hieß es dazu wörtlich: „such a replacement will fail to adequately honor President John F. Kennedy, but would be simpler and more economical to build, operate, and maintain.“ Das Gelände könnte demnach dann für eine Art Freiluft-Amphitheater genutzt werden, das zwar dem ermordeten US-Präsidenten John F. Kennedy nicht gerecht werde, zu dessen Ehren das Kulturzentrum 1971 als lebendiges Denkmal eröffnet wurde, das aber günstiger zu bauen und zu unterhalten sei als das jetzige Gebäude.”

Bislang hatte die Leitung des Kennedy Centers lediglich von einer umfassenden technischen Erneuerung gesprochen: Austausch von Bühnenliften, weitreichende Elektroarbeiten, Abdichtung gegen Lecks – all das lasse sich nach ihrer Darstellung in zwei Jahren erledigen, wenn das Haus in dieser Zeit geschlossen bleibe. Von einem möglichen Abriss war bisher nicht die Rede. Nun skizziert die Regierung in dem Schriftsatz sogar dieses alternative Szenario. Für Donnerstag ist eine Gerichtsanhörung zu Trumps Plänen angesetzt, das Kennedy Center für das Publikum zu schließen und umzubauen. Ursprünglich sollte die Einrichtung bereits Anfang Juli zumachen.

Hintergrund: Umbau des Vorstands, Namensstreit und politische Vorwürfe

Der Streit um das Kulturzentrum tobt schon länger. Donald Trump hatte der renommierten Einrichtung eine links-„woke“ Einstellung vorgeworfen. Nach seiner Rückkehr ins Weiße Haus im Jänner 2025 hatte sich der Republikaner selbst zum Vorsitzenden des Kennedy Centers ernannt und das mit der angeblich linksgerichteten, „woken“ Einstellung der Einrichtung begründet. Am Start von Trumps zweiter Amtszeit hatte er den Verwaltungsrat des Zentrums überholt und mehrere Mitglieder durch Verbündete ersetzt; er setzte sich selbst an die Spitze eines Verwaltungsrats mit handverlesenen Mitgliedern.””

Trump-Regierung droht mit Abriss des Kennedy-Zentrums
Photo: Derstandard
Trump-Regierung droht mit Abriss des Kennedy Centers

Dieser von Vertrauten des Präsidenten kontrollierte Verwaltungsrat stimmte im Dezember 2025 dafür, das Venue in „Donald J. Trump and John F. Kennedy Center for the Performing Arts“ oder „Donald J. Trump Center“ umzubenennen. Im Februar ordnete er zudem an, das Zentrum für zwei Jahre zu schließen, um Platz für Renovierungen zu machen. Im Mai urteilte jedoch ein Richter, dass nur der Kongress das Zentrum umbenennen könne, und blockierte vorübergehend sowohl die Namensänderung als auch die geplante Schließung. Der Richter ordnete an, Trumps Namen von dem Gebäude zu entfernen.””

Dennoch soll der Name von US-Präsident Donald Trump Berichten zufolge nun doch am Kennedy Center in Washington angebracht werden. Es solle die Inschrift „Restauriert und renoviert von Präsident Donald J. Trumpan der Hauptfassade des Gebäudes direkt unter dem Namen des Kulturzentrums angebracht werden.

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Anna Richter

Über den Autor

Anna Richter leitet das Weltressort von Germanic Nachrichten. Sie berichtet ueber internationale Politik, Diplomatie und geopolitische Entwicklungen mit Fokus auf Kontext, Verlaesslichkeit und Relevanz fuer deutschsprachige Leser.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.

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