Präsident Donald Trump hat am Dienstag ein 6,6 Milliarden Dollar schweres Investitionspaket für den Bau von Atom-U-Boot-Komponenten in Sparrows Point, Maryland, angekündigt. Das Projekt umfasst ein 3,7 Milliarden Dollar teures Vorhaben des Rüstungsunternehmens Anduril Industries sowie einen bis zu 2,9 Milliarden Dollar dwerten Marines-Vertrag.
Die US-Regierung und das Rüstungsunternehmen Anduril Industries haben am Dienstag Pläne für eine neue, softwaredefinierte Werft in Baltimore County vorgestellt. Wie unter anderem AP News berichtete, will das Unternehmen auf dem Gelände der ehemaligen Bethlehem-Stahlwerke in Sparrows Point Komponenten für nuklear angetriebene U-Boote fertigen. Die Initiative soll die Kapazitäten der amerikanischen Marine im Unterseebereich massiv erhöhen und gilt als das bislang größte privat finanzierte Industrieprojekt im US-Bundesstaat Maryland seit mehr als einem Jahrzehnt.
Milliardeninvestition in die U-Boot-Produktion bei Tradepoint Atlantic
Das als Arsenal-2 bezeichnete Projekt sieht den Bau einer über zwei Millionen Quadratmeter großen Produktionsstätte vor, die auf einem Areal entsteht, das seit der Übernahme durch Tradepoint Atlantic im Jahr 2014 in ein Logistikzentrum umgewandelt wurde. Die anfängliche Betriebsaufnahme ist für das Jahr 2030 geplant.

Das Finanzierungspaket setzt sich aus privatem Kapital und staatlichen Aufträgen zusammen. Das Werk soll kritische Bauteile für U-Boote der Virginia-Klasse liefern, darunter Torpedorohre sowie Bug- und Hecksektionen, die anschließend an die traditionellen Endmontagewerte General Dynamics Electric Boat und Huntington Ingalls Industries übergeben werden.
Die Errichtung dieses neuen Standorts stützt sich auf die maritime Infrastruktur der Region, einschließlich des Tiefwasserhafens sowie der vorhandenen Schienen- und Straßenanbindungen. Nach Angaben von Unternehmensvertretern sollen durch die Aufteilung komplexer Bautätigkeiten in einfachere Einzelschritte mehr Arbeitskräfte schneller in den Fertigungsprozess eingebunden werden. Gleichzeitig wird auf Bundes- und Bezirksebene eine finanzielle Unterstützung von bis zu 13 Prozent der geplanten Privinvestitionen angestrebt.
Brian Schimpf sagte laut WBFF: „Dieses massive neue Projekt wird die größte Privatinvestition und die Schaffung der meisten Arbeitsplätze in Maryland seit über einem Jahrzehnt mit sich bringen – und damit wirtschaftliche Aktivitäten in Höhe von Milliarden von Dollars ankurbeln, die den Familien in Maryland nicht nur in Baltimore County, sondern im gesamten Bundesstaat zugutekommen werden.
Politische Spannungen und das Fernbleiben von Gouverneur Wes Moore
Die offizielle Ankündigung durch Präsident Donald Trump fand in einem politisch aufgeladenen Umfeld statt.
Ungeachtet der Kontroverse bewerteten Kommunalpolitiker das Projekt als historischen Wendepunkt für die regionale Wirtschaft. Das Projekt soll nach Einschätzung der Verantwortlichen eine jährliche Wirtschaftsleistung von über zwei Milliarden Dollar generieren und rund 312 Millionen Dollar an jährlichen Löhnen erbringen.

Zeitplan und Vorbereitungen im kalifornischen Orange County
Um den Betrieb in Maryland vorzubereiten, hat Anduril bereits in Kalifornien Fakten geschaffen. Dort sollen erste Testkomponenten wie Torpedorohre gefertigt, Produktionsprozesse validiert und Fachkräfte geschult werden, bevor die Systeme in Baltimore hochgefahren werden.
Die Werft in Maryland soll nach Angaben von Regierungsvertretern dazu beitragen, die bestehenden Engpässe und Verzögerungen beim Bau der in den Werften von Huntington Ingalls Industries in Newport News sowie General Dynamics Electric Boat in Groton gefertigten Boote abzumildern. Der offizielle Baubeginn an der Ostküste ist nach Abschluss der behördlichen Genehmigungsverfahren für die kommenden Jahre anvisiert, wobei der vollständige Start der ersten Abläufe für 2030 vorgesehen ist.
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