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EZB-Protokolle signalisieren mögliche Zinserhöhung im September

Währungshüter der Europäischen Zentralbank signalisieren in Protokollen vom Juli eine mögliche Zinserhöhung im September. Die steigende Teuerung im Euroraum lässt den Notenbanken im Kampf gegen die Geldentwertung kaum Spielraum, während internationale Parallelentwicklungen bei der US-Notenbank Federal Reserve ähnliche geldpolitische Straffungssignale für den Spätsommer senden.

Angesichts hartnäckig hoher Teuerungsraten im Euroraum steuert die Geldpolitik auf den nächsten markanten Schritt zu. Aus den am Markt beachteten Sitzungsmotiven der jüngsten geldpolitischen Zusammenkunft der Europäischen Zentralbank geht hervor, dass Beobachter und Währungshüter eine bevorstehende Neuausrichtung vorbereiten (EZB-Protokolle vom Juli). Die Notenbank zeigt sich dabei entschlossen, preisstabilisierende Maßnahmen zu ergreifen, falls die Inflationsprognosen nicht spürbar nachgeben. Zwar bleiben die Entscheidungen von der Datenlage abhängig, doch dürfte eine weitere Zinsanhebung notwendig sein, sofern sich die Inflationsaussichten nicht erheblich verbessern sollten, heißt es in den Protokollen.

Protokolle der Juli-Sitzung deuten auf geldpolitische Straffung hin

Die Veröffentlichung der EZB-Beschlüsse unterstreigt, dass die Notenbank ihre Zinspolitik eng an den ankommenden Wirtschaftsdaten ausrichtet. Einige Währungshüter merkten an, dass sie sich bereits auf der aktuellen Sitzung nicht gegen eine mögliche Zinserhöhung gesperrt hätten. Denn die seit der Sitzung im Juni eingegangenen Daten hätten Argumente für eine weitere Straffung der Geldpolitik untermauert.

Bereits während der Sommerberatungen im Juli stimmten einige Währungshüter zu, dass die seit Juni eingegangenen Konjunkturdaten eine erneute Straffung der Geldpolitik stützen. Der nächste offizielle Zinsentscheid der europäischen Währungshüter fällt am 10. September bei einer auswärtigen Tagung in Berlin. An den Finanzmärkten gilt dieser Schritt bereits als sehr wahrscheinlich.

Parallelen zur US-Notenbank und globale Zinsaussichten

Die Situation im Euroraum spiegelt sich in Teilen auch jenseits des Atlantiks wider. Protokolle der US-Notenbank Federal Reserve aus demselben Monat, die am Mittwoch veröffentlicht wurden, veranschaulichen, dass auch dort geldpolitische Wende-Überlegungen im Raum stehen (Fed-Protokolle zur Zinspolitik). Im Zuge der Sitzung des Offenmarktausschusses votierten drei regionale Notenbankpräsidenten – Beth Hammack aus Cleveland, Lorie Logan aus Dallas und Neel Kashkari aus Minneapolis – für eine Anhebung des Leitzinses um einen viertel Prozentpunkt, weil sie der Ansicht waren, dass eine Zinserhöhung die Zentralbank davon abhalten könnte, die Zinsen später viel aggressiver anheben zu müssen.

Während die Federal Reserve den Leitzins im Rahmen einer 9-3-Abstimmung in einem Zielband zwischen 3,5% und 3,75% beließ, wiesen viele Teilnehmer darauf hin, dass eine Zinserhöhung likely be necessary if inflation did not decline. Die Inflationsaussichten der Offiziellen seien hochgradig ungewiss (highly uncertain), und eine erneute Eskalation des Iran-Krieges habe ihre Projektionen eingetrübt (clouded). Die meisten Teilnehmer gehen davon aus, dass sich die Verbraucherpreise stetig abkühlen, während viele andere die Möglichkeit einräumten, dass die Inflation dauerhaft erhöht bleiben könnte.

Markterwartungen und die Rolle von Fed-Chef Kevin Warsh

Die Markterwartungen für die kommenden Monate spiegeln die angespannte Erwartungshaltung wider. Nach Daten von CME Group und dem FedWatch-Tool preisen Händler eine Wahrscheinlichkeit von 34,6% für eine Zinserhöhung bei der September-Sitzung ein, wobei diese Quote bis Dezember auf 68,4% und bis April 2027 auf 82,2% ansteigt.

EZB-Protokolle signalisieren mögliche Zinserhöhung im September
Photo: forbes.com
Zeitraum Implizierte Markterwartung für Zinsanpassungen
September-Sitzung 34,6% Wahrscheinlichkeit für einen Zinsschritt
Dezember Anstieg auf 68,4%
April 2027 Erreichen von 82,2%

Fed-Chef Kevin Warsh beobachtete, dass eine Verkürzung des Sitzungskalenders des Offenmarktausschusses von acht auf sechs Sitzungen pro Jahr mit Abstimmungen ungefähr alle zwei Monate den politischen Entscheidungsträgern mehr Zeit geben könnte, strategische geldpolitische Fragen zu prüfen und weitere Wirtschaftsberichte auszuwerten. Warsh bat andere Offizielle um Input, allerdings wurde keine Entscheidung über Änderungen des Zeitplans getroffen. Im Mittelpunkt steht für Warsh und andere Fed-Vertreter die Wiederherstellung der Preisstabilität, nachdem die Inflation nach einem Konflikt im Nahen Osten im Jahresverlauf sprunghaft angestiegen war. Im Juli kletterte die Teuerungsrate auf eine jährliche Rate von 3,4%, wobei Morgan Stanley Wealth Management-Chefökonomin Ellen Zentner in per E-Mail übermittelten Kommentaren betonte, dass der jüngste Inflationsbericht das Narrativ, wonach keine Zinserhöhung erforderlich sei, für die Fed am Leben erhalte.

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David Falk

Über den Autor

David Falk verantwortet das Wirtschafts- und Unternehmensressort von Germanic Nachrichten. Er berichtet ueber Maerkte, Mittelstand, Innovation und strategische Entwicklungen in deutschen und internationalen Unternehmen.

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