Alina Habba warf dem Trump-Vertrauten Ric Grenell im Oval Office vor, eine Spendenzahlung ihres Ehemanns Turhan Mildon in Höhe von fast sechs Millionen Dollar veruntreut zu haben. Dieser Streit im engsten Kreis um US-Präsident Donald Trump und das Kennedy Center sorgt für Aufsehen.
Streit im Oval Office enthüllt Reibereien
Der interne Machtkampf im Umfeld von Donald Trump erreichte am 9. Oktober seinen vorläufigen Höhepunkt. Alina Habba Mildon, die im September den türkischen Geschäftsmann Turhan Mildon geheiratet hat, suchte das Weiße Haus auf und konfrontierte den Präsidenten direkt. Sie beschuldigte den ehemaligen US-Sondergesandten für Venezuela und früheren Leiter des Kennedy Center, Richard Grenell, Spendengelder ihres Ehemanns für das Kulturzentrum abgezweigt zu haben. Nach Angaben von Personen, die mit den Vorgängen vertraut sind, führte die Auseinandersetzung zu einem heftigen persönlichen Schlagabtausch und enthüllte teils erhebliche Reibereien sowie Eigeninteressen hinter den Kulissen von Trumps engstem Kreis.
Im Zentrum der Anschuldigungen stehen Textnachrichten aus dem Frühjahr 2025. Laut Medienberichten soll Grenell dem Geschäftsmann am 3. Mai 2025 Zugeständnisse in Aussicht gestellt haben. Das Weiße Haus und der Rechtsberater Will Scharf leiten seither Untersuchungen zu den Vorgängen ein. Die Anwälte des Geschäftsmann lieferten hierzu entsprechende Kommunikationsverläufe an die Ermittler.
Ric Grenell erklärte laut Axios: „Sobald das Geld hier beim Unternehmen ankommt, werde ich die Spende an das Kennedy Center arrangieren, und Sie werden an den VIP-Veranstaltungen teilnehmen und Zugang zur Regierung erhalten, sogar zum US-Präsidenten.
Millionenzahlung wirft Fragen auf
Die Finanzströme, die dem mutmaßlichen Geschäft zugrunde liegen, erweisen sich bei genauerer Betrachtung als komplexer als von Habba zunächst dargestellt. Mildon legte dem Weißen Haus Finanzunterlagen vor, die eine Überweisung in Höhe von 17,6 Millionen Dollar an ein texanisches Rüstungs- und Softwareunternehmen namens Texas Armament & Technology vom 29. Mai 2025 belegen.
Nach Recherchen von Medien, die sich auf mit der Untersuchung vertraute Personen berufen, stammte ein zentraler Teil dieser Summe jedoch nicht direkt von Mildon, sondern aus einem Konto des Finanzministeriums der Demokratischen Republik Kongo („Ministère des Finances“). Das Geschäft stand demnach im Zusammenhang mit Projekten in dem zentralafrikanischen Land. Während Mildon in der Vergangenheit angab, dort Minen sowie Steinbrüche zu betreiben, blieben nähere vertragliche Details zunächst unklar. Im Kennedy Center selbst fand die Personalie derweil ein unerwartetes Echo: Eine interne Überprüfung durch die Finanzmitarbeiterin Lisa Dale ergab, dass keine sechs Millionen Dollar eingegangen waren, sondern lediglich eine ältere, ausstehende Spendenzusage über 270.000 Dollar im System vermerkt war.”
Dementi und Zweifel an Biografie
Ric Grenell hat die Vorwürfe scharf zurückgewiesen und jegliche Verwicklung in veruntreute Spendengelder bestritten.

Berichte der New York Times hinterfragen Details zu seiner Person, seinem Alter und seiner wirtschaftlichen Situation. So dokumentieren Recherchen, dass Mildon möglicherweise 25 statt der von ihm angegebenen 29 Jahre alt ist.
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