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Alina Habba erhält Millionenvertrag nach Trump-Pardon für Bankier

Der venezolanische Bankier Julio Herrera Velutini erhielt im Januar 2026 von US-Präsident Donald Trump einen vollen und bedingungslosen Straferlass. Zuvor hatte seine Familie der ehemaligen Trump-Anwältin Alina Habba einen Vierjahresvertrag im Wert von mehr als 50 Millionen US-Dollar und eine Parteispende in Millionenhöhe zugesagt.

Ein Millionenvertrag und die politische Spende der Familie Herrera

Im Spätherbst 2025 schloss die Familie des venezolanischen Bankiers Julio Herrera Velutini eine lukrative Vereinbarung mit Alina Habba ab, die damals als Sonderbeauftragte und Seniorberaterin von Justizministerin Pam Bondi im US-Justizministerium tätig war. Wie Recherchen der New York Times belegen, bot die Familie Habba einen Vertrag über zehn Millionen US-Dollar jährlich für vier Jahre an, ergänzt durch diverse Bonuszahlungen. Das Gesamtvolumen des Vertrages belief sich damit auf über 50 Millionen US-Dollar.

Die Vereinbarung sah vor, dass Habba als General Counsel für Concord Partners tätig werden sollte, eine Gesellschaft, die Isabela Herrera – die 27-jährige Tochter des Bankiers – Ende Oktober 2025 in Florida registriert hatte. Das Unternehmen verfügte über keinerlei öffentliche Profil und ließ selbst Personen aus dem geschäftlichen Umfeld der Familie im Unklaren über seinen genauen Zweck. Habba formalisierte den Vertrag wenige Tage nach der Registrierung des Unternehmens und trat ihre Stelle offiziell am 1. Januar 2026 an.

Zeitgleich flossen erhebliche Summen in das politische Umfeld des damaligen Präsidenten. Isabela Herrera, die über die US-Staatsbürgerschaft verfügt, spendete im Dezember 2024 insgesamt 3,5 Millionen US-Dollar an das Pro-Trump-Super-PAC MAGA Inc., gefolgt von einer weiteren Zahlung im Juli 2025. Nur Monate nach dieser letzten Super-PAC-Zuwendung sagte die Familie zudem 2,5 Millionen US-Dollar für den Umbau des Weißen-Haus-Ballsaals zu, wovon im Herbst 2025 eine erste Tranche floss.

Alina Habba erhält Millionenvertrag nach Trump-Pardon für Bankier
Foto: europesays.com

Die juristische Vorgeschichte und das Gnadengesuch

Der Straferlass folgte auf ein jahrelang laufendes Korruptionsverfahren. Im August 2022 hatte das US-Justizministerium Julio Herrera Velutini angeklagt, weil er im Rahmen eines mutmaßlichen Komplotts die damalige Gouverneurin von Puerto Rico, Wanda Vázquez Garced, mit Wahlkampfunterstützung bestochen haben soll. Ziel der Einflussnahme sei die Entlassung einer Bankenregulierungsbehörde gewesen, die eines seiner Geldinstitute untersuchte.

Nachdem der Bankier im August 2025 im Zuge einer Verständigung auf ein einziges Vergehen im Bereich der Wahlkampffinanzierung plädiert und damit dem Risiko einer schweren Freiheitsstrafe entgangen war, blieb die Verurteilung für ihn dennoch ein Makel. Um eine vollständige Begnadigung zu erreichen, setzte die Familie neben Habba auch den früheren Anwalt Donald Trumps, Christopher M. Kise, sowie die Lobbyismus-Agentur Ballard Partners ein. Letztere erhielt im letzten Quartal 2025 rund 600,000 US-Dollar für ihre Arbeit.

Am 15. Januar 2026 erließ Präsident Donald Trump dem Bankier schließlich die Strafe; fünf Tage später folgte ein geänderter Gnadenerlass. Auch Wanda Vázquez und ein ehemaliger FBI-Agent, die in dem Verfahren mitangeklagt worden waren, erhielten gleichzeitig Straferlasse.

Alina Habba erhält Millionenvertrag nach Trump-Pardon für Bankier
Foto: lawcommentary.com

Vorwürfe und behördliche Reaktionen auf den Deal

Die zeitliche Abfolge und die Dimensionen der finanziellen Vereinbarungen riefen umgehend Aufklärung anfordernde Stimmen und Prüfungen hervor. Der Campaign Legal Center reichte im Februar 2026 eine Beschwerde bei der Bundeswahlkommission ein. Die Organisation äußerte den Verdacht, dass Isabela Herrera als Strohfrau agiert haben könnte, um illegale ausländische Wahlkampfspenden ihres Vaters zu verschleiern, zumal ihre früheren politischen Zuwendungen sich auf gerade einmal 20 US-Dollar belaufen hatten.

Alina Habba wies jede Verbindung zwischen ihrer Beschäftigung und dem Gnadenerlass entschieden zurück.

Jegliche Unterstellung, dass meine Beschäftigung – die vollständig überprüft und dem Justizministerium offengelegt wurde – irgendetwas mit der Erwirkung eines Begnadigung zu tun hatte, ist falsch.

Alina Habba, via The New York Times

Das Justizministerium sowie Vertreter des Weißen Hauses erklärten ebenfalls, dass Habba keinerlei Gespräche über eine Begnadigung geführt habe und die Entscheidung im Rahmen des regulären, über das Büro des Rechtsberaters des Weißen Hauses laufenden Prüfprozesses gefallen sei.

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Jonas Becker

Über den Autor

Jonas Becker verantwortet das Nachrichtenressort von Germanic Nachrichten. Sein Fokus liegt auf schneller, praeziser und sauber verifizierter Berichterstattung zu Politik, Gesellschaft und aktuellen Entwicklungen in Deutschland.

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