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Unternehmen

Mark Carney Sucht Investoren Für Verkauf Kanadischer Infrastruktur

Prime Minister Mark Carney ist auf der Suche nach Investoren für eine umfassende wirtschaftliche Neuausrichtung Kanadas, die den Verkauf öffentlicher Infrastruktur und milliardenschwere Subventionen für künstliche Intelligenz vorsieht. Während die Regierung auf globale Finanzriesen setzt, wächst im Land der Widerstand gegen den raschen Ausbau energieintensiver Rechenzentren und den Ausverkauf staatlicher Werte.

Mark Carneys Investorengipfel und der globale Finanzpoker

Im Schatten eines anhaltenden Handelskonflikts mit den Vereinigten Staaten versucht die kanadische Regierung, ausländische Kapitalströme in beispiellosem Ausmaß zu mobilisieren. Der von Premierminister Mark Carney initiierte Investorengipfel zieht hochrangige Finanziers an, die weltweit Billionen verwalten. Laut Berichten über die Vorbereitungen gilt das Treffen als ein first-of-its-kind gathering, bei dem globale Fonds wie BlackRock und Blackstone im Fokus stehen.

Kritiker merken an, dass internationale Investoren weniger an den langfristigen wirtschaftlichen Zielen des Landes interessiert sind als an konkreten Erwerbsmöglichkeiten. Ein ungenannter Finanzier fasste die Haltung der Teilnehmer gegenübers Medien zusammen: They don’t want to hear speeches. What they’ve said is, ‘I’m coming—so tell me what I can buy.’

Milliardenwerte: Von staatlichen Häfen bis hin zu Versorgungsnetzen

Der Plan zur Stärkung der Wirtschaft sieht unter anderem vor, bestehende öffentliche Infrastruktur zu privatisieren. Eine Berechnung von Scotiabank zeigt, dass in Kanada öffentliche Straßen, Schienen, Brücken, Häfen, Flughäfen, Versorgungsanlagen und Pipelines im Wert von rund 470 Milliarden Dollar für den Verkauf infrage kommen könnten.

Befürworter wie der ehemalige Vorsitzende von Brookfield und heutige Premierminister argumentieren, dass diese Ressourcen von Investoren bislang unterverwendet werden. Die Erlöse aus solchen Verkäufen sollen offenbar dazu genutzt werden, private Projekte anzuschieben. Dazu gehören Ölpipelines, Minen und der stark expandierende Sektor der künstlichen Intelligenz, wie Recherchen von The Breach aufzeigen.

Künstliche Intelligenz und der Boom der Rechenzentren

Ein zentraler Baustein der wirtschaftlichen Neuausrichtung ist die nationale KI-Strategie, die im Juni unter dem Namen AI for All vorgestellt wurde und mindestens zwei Milliarden Dollar an neuen Investitionen verspricht. Die Strategie zielt darauf ab, die KI-Adoption bei kanadischen Unternehmen bis zum Jahr 2034 von derzeit 12 Prozent auf 60 Prozent zu steigern.

Befürworter weisen darauf hin, dass die Technologie bis 2030 weltweit Billionen zur Wirtschaft beitragen wird und Kanada den Anschluss nicht verlieren darf. Würde eine Weigerung, diese Rechenzentren zu bauen, das Problem nicht lösen, sondern die Arbeitsplätze und Steuereinnahmen lediglich in andere Volkswirtschaften abwandern lassen.

Widerstand in den Kommunen gegen gigantische Energie- und Wasserverbräuche

Die Umsetzung dieser Pläne stößt jedoch auf heftige lokale Widerstände. Moderne Rechenzentren für künstliche Intelligenz benötigen aufgrund leistungsstarker Grafikprozessoren enorme Mengen an Energie und intensiven Kühlsystemen.

Mark Carney Sucht Investoren Für Verkauf Kanadischer Infrastruktur
Photo: breachmedia.ca

For an older-style conventional cloud facility, we might have a couple of megawatts moving into that building, but for AI facilities, it’s much more common to see hundreds of megawatts.

Mark Carney kicks off the Canada Investment Summit

Anne Pasek, Canada Research Chair in Media, Culture and the Environment an der Trent University, via CBC News

In Ontario hat Oakville im August ein einjähriges Moratorium für den Bau von Rechenzentren verhängt, während in Mississauga entsprechende Schritte vorbereitet werden. In Alberta protestierten hunderte Bürger bei Town-Hall-Versammlungen gegen die Pläne der Provinzregierung.

Trotz der Bedenken hinsichtlich der Belastung von Stromnetzen und Wasserressourcen sehen Experten den Trend als unaufhaltsam an. As long as we are all very interested in using these [AI] services, I think we have to accept the fact that these data centres keep coming, erklärte Martin Karsten, Professor für Informatik an der University of Waterloo, gegenüber CBC News.

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David Falk

Über den Autor

David Falk verantwortet das Wirtschafts- und Unternehmensressort von Germanic Nachrichten. Er berichtet ueber Maerkte, Mittelstand, Innovation und strategische Entwicklungen in deutschen und internationalen Unternehmen.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.

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