Die Handelsgespräche zwischen Kanada und den Vereinigten Staaten sind nach Angaben aus Nbcnews spät am Freitagabend kollabiert, woraufhin die Regierung von US-Präsident Donald Trump neue Importabgaben einführte. Die Zölle in Höhe von 50 Prozent traten nach Angaben von Newscord am Samstag um Mitternacht in Kraft und betreffen kanadische Waren im Wert von etwa 20 bis 28 Milliarden US-Dollar, darunter Güter wie Eishockeyschläger, Baustoffe, Spirituosen, Milchprodukte, Honig, ätherische Öle und bestimmte Kleidungsstücke.
Scheitern der Handelsgespräche und neue US-Zölle
Kanadischer Premierminister Mark Carney erklärte in einer Stellungnahme kurz vor Ablauf der Frist, dass die Verhandlungen nach fast zwei Wochen intensiver Gespräche ausgesetzt wurden und die kanadischen Unterhändler zur Rückkehr nach Ottawa angewiesen worden seien. Carney bezeichnete die Maßnahmen der US-Regierung in Yahoo als eine Fehlkalkulation, die darauf ausgelegt sei, uns zu verletzen und zu spalten.
Gegenseitige Vorwürfe und Gründe für den Zusammenbruch
Beide Seiten gaben sich nach dem Scheitern gegenseitig die Schuld. Premierminister Carney erklärte am Samstag auf dem Parlamentshilf in Ottawa laut Berichten von Citynews, die USA hätten zu viel verlangt und zu wenig geboten und in den letzten Stunden Bedingungen eingeführt, die Kanadas Fähigkeit zu anderen Handelsabkommen einschränken und die kanadische Souveränität sowie den Schutz von Sprache und Kultur untergraben sollten. Die Vereinigten Staaten hätten zudem in letzter Minute versucht, Zölle auf bestimmte Fahrzeuge, namentlich Ford-Trucks, zu entfernen.

Der US-Handelsbeauftragte Jamieson Greer widersprach dieser Darstellung und erklärte laut Nbcnews, dass neue Forderungen und Rückzieher von kanadischer Seite das in den Vortagen gefundene Gleichgewicht zerstört hätten. Greer betonte, dass es nach Angaben von Yahoo derzeit keine Pläne zur Wiederaufnahme der Gespräche gebe.
Kanadische Gegenmaßnahmen und angekündigte Vergeltung
Als Reaktion auf die US-Zölle kündigte Premierminister Carney an, dass Kanada die Zölle Dollar für Dollar erwidern werde. Die Vergeltungsmaßnahmen sollen am 8. September — dem Tag nach dem Tag der Arbeit — in Kraft treten und gezielt Branchen wie Stahl, Milchprodukte, Haushaltsgeräte, landwirtschaftliche Ausrüstung, Zellstoff und Papier sowie Elektronik treffen. Genaue Details zu den Gegenmaßnahmen sowie Unterstützungen für betroffene Sektoren sollen laut Citynews in den kommenden Tagen bekannt gegeben werden.

Die politischen Reaktionen innerhalb Kanadas fielen trotz des Konflikts geschlossen aus. Sowohl die konservative Opposition unter Pierre Poilievre als auch die Premierminister der Provinzen unterstützten nach Berichten von Yahoo den Premierminister. Während der Premierminister von Alberta, Danielle Smith, zur Wiederaufnahme der Gespräche rief, zeigten sich andere Provinzführer besorgt über mögliche Arbeitsplatzverluste und die wirtschaftlichen Folgen für betroffene Regionen.
Auswirkungen auf das Freihandelsabkommen CUSMA
Das Scheitern der Gespräche wirft auch Fragen zur Zukunft des nordamerikanischen Freihandelsabkommens auf, das unter der Bezeichnung CUSMA bekannt ist und den Handel zwischen Kanada, den USA und Mexiko regelt. Auf die Frage nach den Konsequenzen für das Abkommen erklärte Carney laut Yahoo, dies sei sicherlich keine gute Nachricht. Zuvor hatten Kanada und Mexiko im Sommer eine Verlängerung des Abkommens um weitere 16 Jahre beantragt, was von US-Seite in seiner bisherigen Form abgelehnt worden war.
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