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Welt

Ölpreis steigt nach Pipeline-Schließung und Nahost-Konflikt auf 123 Dollar

Der Rohölpreis der Organisation Erdölexportierender Länder ist nach Angriffen und der Schließung der saudi-arabischen Ost-West-Pipeline auf 123 US-Dollar je Barrel gestiegen.

Die Eskalation im Nahen Osten und neue Ausfälle in Nordafrika treiben die Notierungen an den Rohölmärkten weiter nach oben. Laut Angaben der Organisation Erdölexportierender Länder kletterte der Preis für Rohöl zuletzt auf 123 US-Dollar je Barrel, während der Preis für Brent-Öl bereits Ende Februar bei 70 Dollar gelegen hatte und sich seither deutlich verteuert hat.

Ost-West-Pipeline in Saudi-Arabien nach Angriff vorübergehend geschlossen

Auslöser für den jüngsten Preissprung ist die Schließung der saudi-arabischen Ost-West-Pipeline nach einem Angriff in der vergangenen Woche. Saudi-Arabien hat Insidern zufolge infolgedessen einige für Ende September geplante Rohöllieferungen an europäische Kunden storniert. Der staatliche Ölkonzern Saudi Aramco lehnte eine Stellungnahme dazu ab, wie aus Berichten hervorgeht.

US-Energieminister Chris Wright erklärte laut Angaben, dass die Pipeline in wenigen Tagen wieder anlaufen soll. Dennoch widersprechen sich Insider bezüglich der genauen Dauer des Ausfalls: Während eine Seite von einer Reparaturzeit von fünf bis sechs Wochen spricht, heißt es von anderer Seite, die Pipeline könne den Betrieb während der laufenden Arbeiten zumindest teilweise wiederaufnehmen.

Eingeschränkte Schifffahrt in den Meerengen von Hormus und Bab al-Mandab

Zusätzlichen Druck auf den Markt erzeugt die Sperre der Straße von Hormus, wo der Schiffsverkehr nach verstärkten Angriffen stark zurückgegangen ist. Daten des Analysehauses Kpler zufolge sank die Zahl der Rohstofffrachter von zehn auf nur noch vier Schiffe pro Tag. Zuvor hatte die iranische Revolutionsgarde von der Explosion eines Öltankers nach einer Kollision mit Minen berichtet.

Auch in der Meerenge Bab al-Mandab nahm der Verkehr drastisch ab. Nach einer Offensive übernahm die vom Iran unterstützte Huthi-Miliz in der vergangenen Woche die Kontrolle über große Teile der jemenitischen Küste. Die Miliz hatte Ende Juli eine Seeblockade gegen Saudi-Arabien angekündigt und Öltanker im Roten Meer sowie Ölanlagen angegriffen. Die Huthi-Miliz kündigte an, in Bab al-Mandab ausschließlich saudi-arabische Schiffe ins Visier zu nehmen. Riad gab am Dienstag vorübergehend Angriffswarnungen für mehrere Landesteile heraus, darunter erstmals auch für Mekka, hob diese jedoch bald wieder auf.

Letztlich wird der Markt den tatsächlichen Barrel-Mengen und der Infrastruktur mehr Gewicht beimessen als der Rhetorik.

Rebecca Babin, leitende Energiehändlerin bei der CIBC Private Wealth Group

Ägyptische und katarische Sorgen um globale Handelswege

Die Blockaden und Angriffe rufen auch die Nachbarstaaten auf den Plan. Probleme in der Meerenge Bab al-Mandab betreffen direkt Ägypten, da Schiffe diesen Weg passieren müssen, um den Sueskanal zu erreichen. Nach einem Treffen in Kairo forderten der ägyptische Staatschef Abdel Fattah al-Sisi und der saudi-arabische Kronprinz Mohammed bin Salman am Dienstag die Gewährleistung der Freiheit und Sicherheit der Schifffahrt.

Aus Katar kommt ebenfalls scharfe Kritik an der aktuellen Entwicklung.

Die Welt leidet genug wegen der Schließung der Straße von Hormus

Sprecher des katarischen Außenministeriums

Ein Sprecher des katarischen Außenministeriums sagte zudem, die Welt könne es sich nicht leisten, dass auch der Seeweg durch Bab al-Mandab unbefahrbar werde.

Es wird katastrophal für die gesamte Welt

Sprecher des katarischen Außenministeriums

Eine Blockade internationaler Seewege könne nicht die „neue Normalitätsein, so der Sprecher.

Stilllegungen in Libyen und irakische Exportpläne

Die Verunsicherung am Markt wird durch Ereignisse in Nordafrika verstärkt. Das libysche Al-Tahar-Ölfeld wurde stillgelegt, was auf die erzwungene Sperrung der Hamada-Sawija-Pipeline zurückzuführen ist, wie die staatliche Ölgesellschaft National Oil mitteilte. Libyen verkauft einen großen Teil seines Rohöls nach Europa. Um den europäischen Markt zu bedienen, beabsichtigt der Irak parallel dazu, seine Ölproduktionskapazitäten deutlich auszubauen und einen bedeutenden Teil dorthin zu exportieren.

Ölpreis steigt nach Pipeline-Schließung und Nahost-Konflikt auf 123 Dollar
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Anna Richter

Über den Autor

Anna Richter leitet das Weltressort von Germanic Nachrichten. Sie berichtet ueber internationale Politik, Diplomatie und geopolitische Entwicklungen mit Fokus auf Kontext, Verlaesslichkeit und Relevanz fuer deutschsprachige Leser.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.

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