Bereits 17.166 Tickets hatten bis zum Montagmorgen den Besitzer gewechselt, als die deutsche U21-Nationalmannschaft am Dienstag in der Bielefelder SchücoArena ihr letztes EM-Qualifikationsspiel gegen Georgien bestritt. Mit einem Sieg sicherte sich das Team von Trainer Antonio Di Salvo den Gruppensieg und das direkte Ticket für die Europameisterschaft im kommenden Sommer in Albanien und Serbien.
Deutschland peilt den Gruppensieg im Fernduell an
Nach neun absolvierten Partien in der Gruppe F führt die deutsche Auswahl das Klassement mit 24 Punkten an, steht jedoch punktgleich mit dem Verfolger Griechenland da. Da das direkte Duell gegen die Südeuropäer nach einer 2:3-Niederlage und einem 2:0-Erfolg für den DFB spricht, reicht am Dienstag ein eigener Erfolg, um alle Rechenspiele überflüssig zu machen. Parallel treten die Griechen in Nordirland an, während Polen und Griechenland im Fernduell den besten Gruppenzweiten unter sich ausmachen.
Wir müssen gewinnen, um sicher durch zu sein. Das ist unser Ziel
, erklärte der Coach, der von keinerlei Zusatzdruck wissen will, und betonte vor der Partie den klaren Fokus seiner Mannschaft auf den sportlichen Erfolg auf dem Platz. Das sei für das Team lediglich Motivation.
Für den gebürtigen Paderborner Di Salvo ist das Spiel in seiner ostwestfälischen Heimat ein emotionaler Höhepunkt, bei dem er auch auf die Unterstützung von Familie und Freunden zählen kann. Vor dem Gegner warnte der 47-Jährige jedoch ausdrücklich: Die Gäste aus Georgien, die aktuell den vierten Tabellenplatz belegen, hätten sich in der laufenden Qualifikation bislang deutlich unter Wert verkauft und der DFB-Auswahl bereits beim 2:0-Hinspielerfolg in Tiflis das Leben extrem schwer gemacht.

Rekordkulisse und personelle Sorgen auf der Alm
In Ostwestfalen erwartet die Nachwuchsauswahl eine Kulisse, wie es sie bei einem U21-Heimspiel seit zwei Jahrzehnten nicht mehr gegeben hat. Bis zum Montagmorgen hatten bereits 17.166 Tickets den Besitzer gewechselt, womit der Höchstwert seit dem Oktober 2006 in Leverkusen übertroffen wird.
Damals sahen 20.800 Zuschauer die Partie gegen England, während der historische Rekord aus dem Jahr 1982 in Augsburg mit 28.000 Besuchern gegen Spanien besteht.
Personell muss Di Salvo jedoch umbauen. Innenverteidiger Noahkai Banks vom FC Augsburg fällt nach einer beim 4:1 auf Malta erlittenen Außenbandverletzung im rechten Knie aus.
Der vom DFB für diesen Posten verpflichtete Jürgen Klopp wird das Spiel nicht vor Ort in Bielefeld verfolgen, um die Talente vor dieser richtungsweisenden Begegnung nicht zusätzlich zu nervöser Anspannung zu verleiten. Dennoch stehen der neue Bundestrainer und Di Salvo über den Kurznachrichtendienst WhatsApp in einem sehr engen und guten Austausch miteinander, weshalb ein prominenter Name an dem Abend nicht auf den Rängen der rund 26.750 Zuschauer fassenden Arena an der Bielefelder Melanchthonstraße zu finden sein wird.

Tresoldi jagt die Littbarski-Marke im Sturm
Im Sturm ruhen die großen Hoffnungen auf Kapitän Nicolò Tresoldi. Der Angreifer vom Club Brügge erzielte beim jüngsten 4:1-Erfolg gegen Malta einen Dreierpack, baute sein Torekonto im U21-Trikot auf 16 Treffer aus und ließ in der ewigen Bestenliste unter anderem Rudi Völler hinter sich. Vor ihm thronen nur noch Heiko Herrlich mit 17 und Pierre Littbarski mit 18 Toren.
Der frühere Rekordhalter Littbarski unterstützt den Angreifer im Vorfeld der Partie, während der begehrte Stürmer mit den deutschen und italienischen Wurzeln seine grundsätzliche Verbandszukunft auf die Zeit nach der Europameisterschaft vertagt. Der Junge hat sich das richtig verdient, und jetzt muss er sich auch die Krone holen
, sagte Littbarski mit Blick auf das bevorstehende Duell.
Fans verfolgen das Spiel im Free-TV
Das entscheidende Aufeinandertreffen in der Bielefelder SchücoArena wird live und in voller Länge im Free-TV übertragen. Der Sender ProSieben MAXX startet mit den Vorberichten am Dienstag um 17.30 Uhr, der Anpfiff erfolgt um 18 Uhr.
Parallel stellt Joyn einen kostenlosen Livestream zur Verfügung, während DFB.TV ab 17.55 Uhr ebenfalls auf Sendung geht.