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Technik und Wissenschaft

Dyson stellt elektrische Zahnbürste Dyson Camera Jet mit Kamera vor

Der britische Staubsauger-Hersteller Dyson hat am Dienstag in Singapur eine elektrische Zahnbürste mit integrierter Minikamera und Mundspülungs-Tank vorgestellt. Das Gerät namens Dyson Camera Jet soll den Putzvorgang filmen und per App auf das Smartphone übertragen, während Konkurrenten wie Philips mit neuen Modellen auf Echtzeit-Displays setzen.

James Dyson und der Einstieg in die Mundhygiene

Der bekannte britische Unternehmer und Ingenieur wagt sich in ein völlig neues Segment vor. Bislang war das Familienunternehmen vor allem für Staubsauger, Haartrockner und Luftreiniger bekannt. Wie wie immer bei der Präsentation neuer Produkte stand der Gründer James Dyson mit seinen 79 Jahren selbst auf der Bühne und führte durchs Programm. Nun greift das Unternehmen mit einer Hightech-Zahnbürste nach der Mundhygiene, wie der Schweizer Nachrichtendienst NZZ berichtet.

Das Dyson Camera Jet und die Entwicklungsgeschichte

Die St. James Power Station in Singapur als Forschungsbasis

Sechs Jahre lang haben die Tüftler bei Dyson an ihrer intelligenten Zahnbürste gearbeitet. Den Start machte das Team in Malmesbury in Grossbritannien, wo James Dyson das Unternehmen 1991 gegründet hatte. Später wanderte das Projekt in das Forschungszentrum nach Singapur ab, wohin die Firma 2019 den Stammsitz verlegt hat. Die dortige St. James Power Station dient als Forschungsbasis. Das Gebäude ist ein klobiger vierstöckiger Bau aus rotem Backstein an der Hafenfront in Singapur, der nach der Eröffnung im Jahr 1926 als Elektrizitätswerk für die Stadt und später als Nachtklub diente. Heute unterhält Dyson in den denkmalgeschützten Hallen der ehemaligen St. James Power Station achtzehn Forschungslabors mit grossen Fenstern und reichlich Grünpflanzen.

Im dortigen Oral Care Lab haben nach Angaben von Expertin Alessandra Pennetta in den vergangenen Jahren Tausende Menschen zu Testzwecken neue Bürsten ausprobiert. Die Italienerin ist Expertin für Mundhygiene, hat fünfzehn Jahre in der klinischen Forschung gearbeitet und jede Bewegung der Probanden auf einem Monitor verfolgt. Die Zahnmedizinerin erklärte dazu: «Es ist so interessant, Menschen beim Zähneputzen zuzuschauen.» Mit den Probanden wollte Dyson herausfinden, «wie die Menschen mit der Bürste interagieren», um das etwas klobige Reinigungsgerät nötigenfalls anpassen zu können. Das neuartige Reinigungsgerät besitzt einen kleinen Tank für Mundspülung, der 12,5 Milliliter fasst. Ein harter Wasserstrahl soll die gründliche Reinigung der Zahnzwischenräume gewährleisten, während eine integrierte Minikamera den Putzvorgang aufzeichnet und die Videos an ein Mobiltelefon gesendet werden können.

Philips Sonicare DiamondClean 9900 Prestige im Testvergleich

Die Philips Sonicare DiamondClean 9900 Prestige im Praxistest

Während Dyson auf Kameras und Mundspülungstanks setzt, geht Philips mit der Next-Generation DiamondClean 9900 Prestige einen anderen Weg der intelligenten Zahnpflege. Über ein Touch-Display nach dem Zähneputzen lässt sich die Zahnputzroutine inklusive Abdeckung und Druckverteilung überprüfen.

Das Display teilt den Mund in zwölf Zonen auf und liefert eine optische Mundkarte, die zeigt, ob Front oder Rückseite noch gereinigt werden müssen. Nutzer können unter acht verschiedenen Modi wählen: Clean, Deep Clean, White, Gum health, Sensitive, Max Care, Comfort und Polish. Im Praxistest zeigte sich jedoch, dass die voreingestellten Timer von meist zwischen zwei und drei Minuten oft nicht ausreichen. Tester berichteten, dass selbst im Deep Clean-Modus nach drei Minuten die Zähne sich noch nicht glatt und sauber anfühlten und erst nach einer Putzzeit von vier bis fünf Minuten ein gründliches und sauberes Mundgefühl entstand.

Marktperspektiven für smarte Mundhygiene

Rich Bacon zur Weiterentwicklung der Mundhygiene

Die Einführung der Dyson-Zahnbürste zeigt, wie stark etablierte Technologie-Marken in den Bereich der Mundhygiene drängen. Rich Bacon, Chef der Produktentwicklung bei Dyson, erklärte dazu: «Wir haben in der Vergangenheit bei der Mundhygiene erst an der Oberfläche dessen gekratzt, was möglich ist.» Die Technologie habe sich schliesslich seit den 1980er Jahren nicht mehr weiterentwickelt.

Dyson stellt elektrische Zahnbürste Dyson Camera Jet mit Kamera vor
Photo: NZZ

Ob die Verbraucher bereit sind, deutlich mehr Geld für eine mit Kameras und Mundspülungsfunktionen ausgestattete Bürste auszugeben, bleibt abzuwarten. Premium-Modelle wie die von Philips oder die neue Dyson-Kategorie zeigen jedenfalls, dass smarte Sensoren, Kameras und Echtzeit-Auswertungen den traditionellen Markt für Badezimmerartikel grundlegend verändern.

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Clara Vogt

Über den Autor

Clara Vogt verantwortet das Ressort Technik und Wissenschaft. Sie schreibt ueber KI, Digitalisierung, Forschung und Innovation und uebersetzt komplexe Entwicklungen in klaren, belastbaren Journalismus.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.

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