Zahlreiche Wissenschaftler hinterfragen die Zuverlässigkeit von Computersimulationen zur Erderwärmung und kritisieren das Schweigen in der Forschung, während die Vereinten Nationen vor globalen Temperaturanstiegen von mindestens 1,8 Grad Celsius im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter warnen.
Computersimulationen haben in den vergangenen Jahren wichtige Erkenntnisse über den globalen Klimawandel geliefert. Doch nun regt sich Widerstand unter Forschern. Wie Axel Bojanowski als Chefreporter Wissenschaft für DIE WELT berichtet, sehen zahlreiche Wissenschaftler eine Grenze der bisherigen Klimamodelle erreicht. Sie kritisieren zudem das weitgehend schweigende Verhalten ihrer Kolleginnen und Kollegen in dieser Debatte.
Klimafieber und die Folgen steigender Temperaturen
Während Forscher über die Präzision von Modellen streiten, schreitet die reale Erwärmung voran. Der Wissenschaftler ist Professor für Earth and Environmental Science sowie Direktor des Penn Center for Science, Sustainability, and the Media an der University of Pennsylvania und Autor des Buches Science Under Siege
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It might sound like a small amount of warming, right? But when the human body warms up that much, it’s called a pretty serious fever. Even though you’re only talking about a couple degrees on the thermometer, you know what the consequences of that fever are. Coughing, difficulty breathing, you’re delirious. You’re suffering all sorts of health consequences, and in a sense, that’s the same thing here.
Michael Mann, Penn Center for Science, Sustainability, and the Media
Laut Michael Mann befindet sich die Erde in einem fieberhaften Zustand, obwohl die Marke von 1,5 Grad Celsius über dem vorindustriellen Niveau noch nicht vollständig überschritten ist. Bereits jetzt zeigen sich laut den Berichten gefährliche Folgen wie Hitzedome, verheerende Waldbrände und Überschwemmungen weltweit.
Extreme Wetterereignisse und politische Reaktionen im Jahr 2026
Die Berichte über Extremwetter im Sommer zeichnen ein düsteres Bild. So forderte extreme Hitze in Europa in diesem Sommer den Tod von Tausenden Menschen. In den Vereinigten Staaten wurde der Monat Juli als der heißeste Monat verzeichnet, der jemals im Land gemessen wurde. Gleichzeitig führten Gletschereinbrüche zu katastrophalen Überschwemmungen, wie etwa bei einem Gletscherabbruch in Tibet, bei dem Tausende Menschen ums Leben kamen und die direkt mit der durch Menschen verursachten Erwärmung in Verbindung gebracht werden.
Im Vorfeld des für den späten September angesetzten UN-Klimagipfels warnen die Vereinten Nationen davor, dass die derzeitigen weltweiten Klimapolitiken zu einer Erwärmung von mindestens 1,8 Grad Celsius führen werden. Ungeachtet dieser Entwicklungen treibt die US-Regierung unter Präsident Trump den Abbau von Vorschriften voran, die den Ausstoß von Treibhausgasen aus Kraftwerken und anderen Quellen regulieren sollen.
Die Reversibilität der Erwärmung und drohende Szenarien
Zur Frage, ob sich der Trend umkehren lässt, verweist Michael Mann auf physikalische Mechanismen. Die gute Nachricht sei, dass die Oberflächentemperatur fast unmittelbar aufhört zu steigen, sobald die Kohlenstoffemissionen auf null reduziert werden. Die schlechte Nachricht lautet jedoch, dass die Temperatur auf diesem erhöhten Niveau verharrt. Wenn die Politik unverändert fortgeführt wird, droht nach Einschätzung des Wissenschaftlers eine Erwärmung von mehr als 3 Grad Celsius beziehungsweise 6 Grad Fahrenheit noch in diesem Jahrhundert.

That would be catastrophic, where we start to use words like civilization-ending, where we can no longer envision meeting the needs of more than 8 billion people on this planet with diminished food and water and space.
Michael Mann, Penn Center for Science, Sustainability, and the Media
Um dies zu verhindern, fordert der US-Forscher ein sofortiges Stoppen der Nutzung fossiler Brennstoffe und eine rasche Dekarbonisierung.
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