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Technik und Wissenschaft

720 Milliarden Dollar für KI: Big Tech schockt Wall Street

Vier Technologiekonzerne treiben ihre Ausgaben für Künstliche Intelligenz auf ein neues Rekordniveau. Amazon, Microsoft, Google und Meta planen in diesem Jahr Investitionen von mehr als 720 Milliarden US-Dollar in Rechenzentren und Infrastruktur, wie Berichte von Ende Oktober 2026 belegen. Dies führt bei den meisten Unternehmen zu einem negativen freien Cashflow.

Milliardenschwere Ausgaben und sinkender Cashflow bei Big Tech

Nach aktuellen Quartalsberichten übertreffen die Ausgaben für Rechenzentren bei den meisten Firmen inzwischen die Einnahmen aus dem laufenden Geschäftsbetrieb. Die Investitionen der vier großen Tech-Konzerne haben sich in den vergangenen zwei Jahren etwa verdreifacht.

Slight differences is causing a lot of volatility, erklärte David Tsui, Technologiekreditanalyst bei S&P Global Ratings. Alphabet, die Google-Muttergesellschaft, verzeichnete nach Bekanntgabe ihrer Geschäftszahlen einen Kursrückgang von mehr als 12 Prozent innerhalb eines Tages. Auch Amazon-Aktien gaben nach Bekanntgabe starker Investitionen um mehr als 4 Prozent nach. Meta musste in der Vorwoche bereits einen Kursverlust von 7 Prozent hinnehmen, nachdem das Unternehmen die Ausgabe neuer Aktien zur Kapitalbeschaffung angekündigt hatte.

Amazon und Alphabet melden steigende Umsätze bei massiven Investitionen

Das Cloud-Geschäft des Unternehmens verzeichnete ein starkes Wachstum von 39 Prozent auf 46 Milliarden US-Dollar, und der nordamerikanische Einzelhandel wuchs um 6 Prozent. Amazon steigerte den Umsatz im letzten Quartal um 12 Prozent auf 201,9 Milliarden US-Dollar, während der Gewinn leicht auf 20,7 Milliarden US-Dollar sank. Die Investitionsausgaben (CapEx) überstiegen jedoch die Marke von 75 Milliarden US-Dollar und verdoppelten sich damit im Vergleich zum Vorjahr. Nach Abzug aller Investitionen fiel Amazons freier Cashflow auf minus 42,4 Milliarden US-Dollar.

Die Kapitalausgaben von Google verdoppelten sich auf 51 Milliarden US-Dollar. Alphabet berichtete ebenfalls über einen im Jahresvergleich verdoppelten Umsatz im Cloud-Bereich, verzeichnete jedoch das zweite Quartal in Folge einen negativen freien Cashflow. Gleichzeitig signalisierte das Unternehmen mögliche zukünftige Verpflichtungen von über einer Billion US-Dollar aus Leasingverträgen und anderen Vereinbarungen.

Meta und SpaceX finanzieren KI-Ausbau über neue Kredite und Aktien

Meta teilte Investoren mit, dass der freie Cashflow erstmals seit der Zeit kurz nach dem Börsengang im Jahr 2012 negativ ist. Zur Finanzierung der KI-Pläne kündigte Meta an, durch den Verkauf von Aktien bis zu 95 Milliarden US-Dollar einzunehmen. Vorstandschef Mark Zuckerberg begründete die Investitionen mit der Absicht, die Rechenkapazitäten für über eine Milliarde Nutzer des persönlichen KI-Assistenten Muse auszubauen.

SpaceX sicherte sich parallel dazu Kredite in Höhe von 40 Milliarden US-Dollar, um spezialisierte KI-Chips zu erwerben. Microsoft bildet unter den Branchenriesen eine Ausnahme. Finazchefin Amy Hood erklärte, Microsoft werde voraussichtlich mindestens bis zum nächsten Sommer einen positiven freien Cashflow halten, während das Unternehmen den Umsatz um 19 Prozent auf 92,3 Milliarden US-Dollar und den Gewinn um 32 Prozent auf 36,6 Milliarden US-Dollar steigerte.

„Wir haben zahlreiche Möglichkeiten, die Finanzmärkte anzapfen, wenn es sinnvoll und attraktiv ist.“

Amy Hood, Finanzchefin von Microsoft

Tech companies are in this existential play for market share, sagte Will Sommer, Technologie-Marktökonom beim Forschungsunternehmen Gartner. Die Unternehmen seien bereit, Verluste hinzunehmen, um in einem Markt die dominante Position einzunehmen, dessen Volumen auf Billionen US-Dollar geschätzt wird. Marktbeobachter ordnen die Ausgabenwelle als einen strategischen Verdrängungswettbewerb ein.

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Clara Vogt

Über den Autor

Clara Vogt verantwortet das Ressort Technik und Wissenschaft. Sie schreibt ueber KI, Digitalisierung, Forschung und Innovation und uebersetzt komplexe Entwicklungen in klaren, belastbaren Journalismus.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.