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Technik und Wissenschaft

735 Milliarden Dollar für KI: Tech-Riesen belasten Bilanzen

Tech-Konzerne wie Amazon, Microsoft und Meta treiben ihre Investitionen in Künstliche Intelligenz massiv voran und planen in diesem Jahr Ausgaben von über 735 Milliarden US-Dollar für Rechenzentren. Diese Rekordsummen belasten die freien Cashflows der Unternehmen und sorgen an der Wall Street für spürbare Nervosität.

Der massive Ausbau der Infrastruktur für Künstliche Intelligenz treibt die Investitionen der großen Technologiekonzerne in astronomische Höhen. Amazon, Microsoft, Alphabet und Meta Platforms steuern in diesem Jahr auf Gesamtausgaben von mehr als 735 Milliarden US-Dollar für Rechenzentren zu. Damit verdreifachen sich die Ausgaben im Vergleich zu den Werten von vor zwei Jahren. Diese gigantischen Summen stützen zwar die amerikanische Konjunktur, hinterlassen jedoch tiefe Spuren in den Bilanzen und treiben die Konzerne an die Finanzmärkte, um sich frisches Kapital zu besorgen.

Die Belastung der Bilanzen und negative Cashflows

Die Dimensionen dieser Investitionswelle lassen bei Investoren die Alarmglocken schrillen. Für fast jeden der großen Player ist der sogenannte Free Cash Flow mittlerweile in den negativen Bereich gerutscht. Dies zeigt, dass die Konzerne mehr Bargeld in neue Rechenzentren und Infrastruktur stecken, als sie über ihre laufenden Geschäfte einnehmen.

Die Marktreaktionen ließen nicht lange auf sich warten. Die Google-Mutter Alphabet verzeichnete einen Kurseinbruch von mehr als 12 Prozent nach der Vorlage ihrer Quartalszahlen. Auch Amazon und Meta mussten deutliche Kursverluste hinnehmen, nachdem ihre Bilanzen den massiven Mittelabfluss offenbarten.

David Tsui von S&P Global Ratings erklärte: „Geringfügige Unterschiede verursachen eine Menge Volatilität.

David Tsui, Technologie-Kreditanalyst bei S&P Global Ratings, erklärte, dass Anleger mit mehreren Jahren der Unsicherheit rechnen müssen. Wer jetzt in diesem Umfang Geld ausgebe, sehe die Erträge oft erst Jahre später auf der Einnahmeseite.

Finanzierungsstrategien und neue Schulden an der Wall Street

Um die ambitionierten Pläne abzusichern, greifen die Technologiegiganten tief in den Werkzeugkasten der Kapitalmärkte. Sie nehmen Kredite auf, begeben Anleihen oder geben neue Aktien aus, um ihre KI-Ambitionen zu finanzieren.

Meta kündigte an, bis zu 95 Milliarden US-Dollar über den Verkauf neuer Aktien zu erlösen. Dies markiert einen historischen Schritt, da das Unternehmen damit erstmals seit der Zeit kurz nach dem Börsengang im Jahr 2012 einen negativen Free Cash Flow ausweist. Meta-Chef Mark Zuckerberg verteidigte den Kurs vor Investoren und betonte die Notwendigkeit, genügend Rechenleistung bereitzustellen. Mark Zuckerberg erklärte: „Wir wollen sicherstellen, dass wir genügend Rechenleistung aufgebaut haben, um das bedienen zu können, von dem wir ausgehen, dass es mehr als 1 Milliarde Menschen sein werden.

Finanzchefin Amy Hood betonte die Flexibilität des Konzerns bei der Kapitalbeschaffung: „Wir haben viele Möglichkeiten, die Finanzmärkte anzuzapfen, wenn sie Sinn ergeben und attraktiv sind.

Profitabilität und der Wettlauf um die Marktführerschaft

Nicht alle Konzerne spüren den Druck im gleichen Maße. Microsoft konnte dank strenger Kostenkontrolle und starkem Cloud-Wachstum ein positives Vorzeichen bei den liquiden Mitteln halten. Der Umsatz des Unternehmens stieg im Quartal auf 92,3 Milliarden US-Dollar, was einem Zuwachs von 19 Prozent entspricht. Der Gewinn legte um 32 Prozent auf 36,6 Milliarden US-Dollar zu.

Dennoch treibt die nackte Angst vor dem Verdrängungswettbewerb die gesamte Branche an. Marktbeobachter sehen darin ein strategisches Kalkül. Will Sommer analysierte: „Sie sind bereit, Verluste in Kauf zu nehmen, um der dominante Anbieter in diesem Markt zu sein, von dem wir glauben, dass er Billionen von Dollar wert sein wird.

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Clara Vogt

Über den Autor

Clara Vogt verantwortet das Ressort Technik und Wissenschaft. Sie schreibt ueber KI, Digitalisierung, Forschung und Innovation und uebersetzt komplexe Entwicklungen in klaren, belastbaren Journalismus.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.