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Technik und Wissenschaft

Alphabet-Aktie stürzt nach schwachem Suchgeschäft und starkem Cash-Burn ab

Alphabet verzeichnete im dritten Quartal einen negativen freien Cashflow in Höhe von 9,07 Milliarden US-Dollar. Der Konzern begründete die Entwicklung am 28. Oktober mit massiven Investitionen in die Künstliche Intelligenz, während das Kerngeschäft der Websuche hinter den Erwartungen von Wall-Street-Analysten zurückblieb.

Umsatzrückgang im Suchgeschäft und steigender Cash-Burn bei Alphabet

Alphabet hat am 28. Oktober enttäuschende Ergebnisse für sein Kerngeschäft im Bereich der Suchmaschinenwerbung vorgelegt. Nach Angaben von Reuters lag der Gesamtumsatz im dritten Quartal bei 127,6 Milliarden US-Dollar und verfehlte damit die durchschnittlichen Analystenschätzungen von 128,2 Milliarden US-Dollar, wie Daten von LSEG zeigen. Die Werbeerlöse der Suchmaschine beliefen sich auf 82,01 Milliarden US-Dollar, womit die Erwartungen von 83,4 Milliarden US-Dollar ebenfalls unterschritten wurden.

Bloomberg berichtete ergänzend, dass der bereinigte Umsatz ohne Partnerauszahlungen bei 111,2 Milliarden US-Dollar lag (Umsatzzahlen im Detail bei Bloomberg nachlesen). Das Werbewachstum wuchs so langsam wie seit fünf Quartalen nicht mehr. Die Aktien des Google-Mutterkonzerns gaben nach Bekanntgabe der Zahlen im nachbörslichen Handel um rund 10 Prozent nach.

Der freie Cashflow des Unternehmens rutschte auf minus 9,07 Milliarden US-Dollar ab. Marktbeobachter hatten dagegen mit einem fast ausgeglichenen Wert gerechnet. Aggressive Ausgaben für den Ausbau von Cloud-Kapazitäten und die Finanzierung von KI-Projekten führten zu einer massiven Beschleunigung des Cash-Burn. Es war das zweite aufeinanderfolgende Quartal mit negativem Cashflow.

Werbeeinnahmen unter Druck durch KI-Modus und steigende Investitionspläne

Chief Business Officer Philipp Schindler erklärte in einer Telefonkonferenz mit Analysten, dass die deutlicher als erwartet ausgefallene Verlangsamung im Suchmaschinengeschäft auf die verstärkte Nutzung von AI Mode zurückzuführen sei. Dabei handelt es sich um eine Chatbot-Schnittstelle, mit der das Unternehmen im Werbebereich noch experimentiert. Schindler kündigte an, dass Google mit der Ausspielung von Werbung in diesem KI-Modus in internationalen Märkten beginnen werde.

Unterdessen reagierten Investoren besorgt auf die langfristigen Ausgabenpläne des Managements. Chief Financial Officer Anat Ashkenazi teilte mit, dass Alphabet seine Investitionsausgaben (Capex) für das Jahr 2027 gegenüber den diesjährigen Prognosen von 195 Milliarden US-Dollar auf 205 Milliarden US-Dollar aufstocken will. Konkrete Gesamtzahlen für das Jahr nannten die Manager zwar nicht, doch Experten zeigten sich alarmiert.

Alphabet-Aktie stürzt nach schwachem Suchgeschäft und starkem Cash-Burn ab
Foto: Bloomberg

Jeremy Saltsburg sagte, dass eine Zahl von 300 Milliarden US-Dollar bei den Investitionsausgaben den Markt potenziell verschrecken könnte, da der freie Cashflow nun endlich negativ sei.

Google Cloud verdoppelt Umsatz und federt Verluste ab

Als Lichtblick erwies sich das Cloud-Segment des Konzerns. Der Umsatz von Google Cloud verdoppelte sich im dritten Quartal auf 30,71 Milliarden US-Dollar und übertraf damit die Markterwartungen deutlich. Thomas Kurian, CEO von Google Cloud, trat als Redner bei einer Bilanzpressekonferenz auf, um die Wachstumsdynamik zu unterstreichen.

Kurian erklärte, dass Verkäufe von Googles eigenen Tensor Processing Units (TPUs), die mit den Grafikprozessoren von Nvidia konkurrieren, zu einem wichtigen Umsatztreiber geworden seien. Google begann im vorangegangenen Quartal erstmals damit, Erlöse aus dem Direktverkauf kompletter TPU-Systeme auszuweisen, die sowohl Chips als auch dazugehörige Hardware und Software umfassen. Gleichzeitig warnte Ashkenazi, dass der Aufbau dieser TPU-Lagerbestände den freien Cashflow weiter belasten werde.

Das verbleibende Auftragsvolumen (Backlog) der Cloud-Sparte wuchs auf 561 Milliarden US-Dollar an. Laut Unternehmensangaben sollen mehr als 55 Prozent davon innerhalb der kommenden 24 Monate als Umsatz realisiert werden. Google Cloud ist der drittgrößte Cloud-Dienstleister weltweit hinter Amazon Web Services und Microsoft Azure.

Marktbeobachter und Investoren debattieren über das KI-Tempo von Google

Vor der Veröffentlichung der Bilanz hatte Google am Mittwoch versucht, Bedenken hinsichtlich eines möglichen Rückstands im globalen Wettlauf um Künstliche Intelligenz zu zerstreuen. Der Konzern stellte das neue Modell Gemini 4 Carbon vor. CEO Sundar Pichai betonte auf der Telefonkonferenz, dass das Unternehmen damit im Bereich der Künstlichen Intelligenz an der technologischen Spitze stehe, also an der technologischen Spitze, stehe.

Analysten bezweifelten jedoch, ob diese Strategie ohne Risiko ist. Ein Analystenhaus formulierte dazu eine kritische Frage:.

Laut Bernstein hat Google die Einführung der Gemini-4-Modelle überstürzt, um schwächere Finanzkennzahlen auszugleichen.

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Clara Vogt

Über den Autor

Clara Vogt verantwortet das Ressort Technik und Wissenschaft. Sie schreibt ueber KI, Digitalisierung, Forschung und Innovation und uebersetzt komplexe Entwicklungen in klaren, belastbaren Journalismus.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.