Tesla verzeichnet im dritten Quartal 2026 einen Gewinneinbruch von 43 Prozent auf 787 Millionen US-Dollar, während Elon Musk die Zukunft des Unternehmens auf humanoide Roboter und autonomes Fahrtdesign ausrichtet. Trotz sinkender Autoverkäufe treibt der Hersteller den Ausbau von Energiespeichern und Roboterproduktion im Stammwerk Fremont voran.
Gewinneinbruch im Kerngeschäft und sinkende Autoverkäufe
Der Automobilkonzern hat Quartalsergebnisse vorgelegt, die eine spürbare finanzielle Belastung im traditionellen Autogeschäft offenbaren. Der nach US-Bilanzregeln ermittelte Nettogewinn, der den Stammaktionären zuzurechnen ist, sank im Jahresvergleich um rund 43 Prozent auf 787 Millionen US-Dollar, wie aus dem Bericht bei der US-Börsenaufsicht SEC hervorgeht. Der Gesamtumsatz blieb mit 28,05 Milliarden US-Dollar praktisch auf dem Niveau des Vorjahres.

Im reinen Automobilbereich fiel der Umsatz im Vorjahresvergleich um 3 Prozent auf 20,56 Milliarden US-Dollar. Weltweit lieferte der Konzern im dritten Quartal knapp 487 000 Fahrzeuge aus, was einem Rückgang von 2 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Als Gründe für die stagnierenden Verkaufszahlen nannte das Unternehmen unter anderem einen Engpass bei Batterien.
Zudem lastet das Auslaufen staatlicher Anreize auf der Nachfrage. Im September 2025 liess der damalige US-Präsident Donald Trump die Steuervergünstigung von 7.500 US-Dollar beim Kauf von Elektroautos auslaufen, was im Vorjahr zu vorgezogenen Käufen geführt hatte. In den USA brach der Absatz zunächst ein, während europäische Kunden teils stärkeres Interesse zeigten, nachdem die Trump-Regierung staatliche Subventionen für Stromer gestrichen hatte.
Analystenreaktionen und Überraschungen bei Cashflow und Marge
Trotz des sinkenden Nettogewinns überraschte Tesla die Wall Street in mehreren Finanzkennzahlen positiv. Der bereinigte Gewinn je Aktie lag bei 0,48 US-Dollar und übertraf damit die durchschnittlichen Analystenschätzungen von 0,43 bis 0,44 US-Dollar. Auch die Bruttomarge stieg unerwartet auf 19,6 Prozent, da das Unternehmen seine Verkäufe nicht mit übermässigen Rabatten ankurbeln musste.

Der freie Cashflow belief sich auf 1,53 Milliarden US-Dollar, womit eine zuvor von Marktbeobachtern befürchtete negative Entwicklung ausblieb. Belastend wirkten sich hingegen stark gestiegene Betriebsausgaben aus, die von 3,43 auf 4,78 Milliarden US-Dollar kletterten. Allein die Ausgaben für Forschung und Entwicklung beliefen sich auf 2,76 Milliarden US-Dollar, angetrieben von Ausgaben für Super Intelligence und andere Entwicklungsprojekte.
Fokus auf Humanoide Roboter und das Robotaxi-Programm
In der Telefonkonferenz mit Analysten lenkte Firmenchef Elon Musk den Fokus weg vom klassischen Automobilmarkt hin zu autonomen Systemen und Robotik. Die Zukunft des Konzerns liege in der Massenproduktion selbstfahrender Robotaxis und humanoider Maschinen. Musk bezeichnete das Projekt erneut als das größte Produkt auf der Welt
.

Die Fertigungslinie für den humanoiden Roboter Optimus im Stammwerk im kalifornischen Fremont verfügt nach Unternehmensangaben über eine Kapazität von einer Million Einheiten jährlich. Bis eine Produktionsrate von 20.000 Robotern pro Woche erreicht ist, werde es jedoch wahrscheinlich mindestens ein Jahr und vielleicht etwas länger dauern
, räumte Musk ein, da Teile des Designs
weiterhin modifiziert werden. Erste Einheiten könnten in etwa einem Jahr ausgeliefert und zunächst für repetitive oder gefährliche Industraufgaben eingesetzt werden. Ergänzend plant das Unternehmen eine sogenannte Optimus-Akademie
.
Parallel treibt Tesla den Ausbau seines Robotaxi-Dienstes voran. Die ohne menschliche Aufsicht zurückgelegten Kilometer verachtfachten sich im Berichtsquartal. Das Fahrzeug namens Cybercab kommt ohne Lenkrad und Pedale aus. Da US-Vorschriften für solche Fahrzeuge Ausnahmegenehmigungen erfordern, die auf maximal 2.500 Einheiten jährlich begrenzt sind, steht das Konzept im Fokus der Strassenverkehrsbehörde NHTSA.
Mögliche Fusion mit SpaceX und strategische Aussichten
Begleitet wurden die Quartalszahlen von anhaltenden Spekulationen über eine mögliche Fusion von Tesla und dem Raumfahrtunternehmen SpaceX. Nachdem Musk am Vortag erklärt hatte, er halte einen Zusammenschluss für eine gute Idee und entsprechende Sonderausschüsse zur Prüfung eingesetzt worden seien, äusserte er sich bei der Tesla-Konferenz nicht weiter dazu und verglich die Situation mit einem Gang durch ein Minenfeld.
Finanzvorstand Vaibhav Taneja betonte im selben Call, dass Tesla derzeit den höchsten Auftragsbestand an Fahrzeugen seit vier Jahren verzeichne. Bis die Zukunftsprojekte im Bereich KI und Robotik den Konzern vollständig tragen, muss das Autogeschäft jedoch weiterhin die operativen Kosten erwirtschaften.
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