Tage vor der entscheidenden Senatswahl in Michigan fordert der demokratische Kandidat Abdul El-Sayed das Wahlkampfteam seiner früheren parteiinternen Konkurrentin Haley Stevens auf, von gemeinsamen Auftritten fernzubleiben. Grund für den Bruch im Wahlkampfteam sind scharfe Meinungsverschiedenheiten über eine umstrittene Online-Anzeige.
Dauerstreit um parteiinterne Einigkeit im Senatsrennen
Wenige Tage vor der Wahl am 3. November zeigt sich das demokratische Lager in Michigan tief gespalten. Der Kandidat für den US-Senat, Abdul El-Sayed, hat die Kongressabgeordnete Haley Stevens aufgefordert, an keinen weiteren Wahlkampfveranstaltungen seiner Kampagne teilzunehmen. Das berichten unter anderem USAToday und weitere Medienübereinstimmungen, nachdem zuvor kurzzeitig ein gemeinsamer Auftritt geplant war.
Zuvor hatten beide Politiker in einer Reihe von Erklärungen scharfe Angriffe ausgetauscht. Die Spannungen belasten die Bemühungen der Partei, eine geschlossene Front gegen den republikanischen Kandidaten Mike Rogers zu bilden. El-Sayed betonte, man müsse sich auf die eigentlichen Kernfragen konzentrieren. Konzentrieren wir uns alle auf das Wesentliche: das ist, Mike Rogers zu schlagen, Trump zur Rechenschaft zu ziehen, Geld aus der Politik herauszuhalten, Geld in die Taschen zu bringen und Medicare for All zu verabschieden
, erklärte El-Sayed in einem Statement, das laut HuffPost veröffentlicht wurde.
Der Streit um eine umstrittene PAC-Anzeige
Auslöser für die jüngste Eskalation ist ein politischer Werbespot einer externen progressiven Organisation namens Rebellion PAC. Die Anzeige bringt finanzielle US-Hilfen für Israel direkt mit steigenden Kosten für Lebensmittel und den Lebensunterhalt in den Vereinigten Staaten in Verbindung.
pic.twitter.com/NEd1uijz11
Haley Stevens, die im August knapp die demokratische Vorwahl gegen El-Sayed verloren hatte, forderte den Kandidaten öffentlich auf, diese Inhalte unmissverständlich als antisemitisch zu verurteilen. Ein Disclaimer ist keine Verurteilung, und jeder in meiner Community kennt den Unterschied
, erklärte Stevens laut USAToday. Sie warf El-Sayed zudem vor, seine eigene Rhetorik zu den Lebenshaltungskosten habe zu der Argumentation in der Anzeige beigetragen.
El-Sayed distanzierte sich umgehend von dem Werbespot und betonte, dass seine Kampagne in keinerlei Verbindung zu dem externen Komitee stehe. In einer Stellungnahme verwies sein Team darauf, dass im innerparteilichen Vorwahlkampf erhebliche Gelder gegen ihn geflossen waren. Genau dieser Fokus ist der Grund, warum unsere von Bürgern getragene Kampagne historische 70 Millionen Dollar an externen Ausgaben von Großkonzernen und der AIPAC zugunsten von Kongressabgeordneten Stevens geschlagen hat
, erklärte El-Sayed laut Berichten von NBC News mit Blick auf die Unterstützung der pro-israelischen Lobbyorganisation American Israel Public Affairs Committee.

Reaktionen und Haltungen im persönlichen Umfeld
Der Streit hat auch persönliche Verflechtungen im Umfeld der Politiker erreicht. Jason Turkish, der Verlobte von Haley Stevens und jüdischer Spender der Demokraten, erklärte kurz zuvor gegenüber The Detroit News, dass er bei der Senatswahl für den Republikaner Mike Rogers stimmen werde. Er warf El-Sayed vor, sich antisemitischen Äußerungen gegenüber nicht klar genug zu distanzieren.
Jason Turkish erklärte gegenüber The Detroit News: Wir haben noch nie erlebt, dass ein Kandidat für den US-Senat so leichtfertig mit der Sicherheit von Juden in der Community umgegangen ist wie Abdul.
Trotz der Entscheidung ihres Verlobten bekräftigte Stevens in Medieninterviews, dass sie selbst weiterhin für El-Sayed stimmen werde, betonte jedoch gleichzeitig den anhaltenden Zwist. Beobachter wie der ehemalige Obama-Berater David Axelrod äußerten in US-Medien die Sorge, dass die anhaltenden Auseinandersetzungen dem demokratischen Lager in einem hart umkämpften Swing State schaden könnten.
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