Amazon und Alphabet haben mit ihren Quartalszahlen die Erwartungen der Wall Street enttäuscht, weil die massiven Investitionen in künstliche Intelligenz und neue Rechenzentren stark auf den Bilanzen lasten. Während Alphabet zum zweiten Mal in Folge einen negativen Cashflow ausweist, kämpft Amazon im Onlinehandel mit schwächeren Aussichten fürs Weihnachtsgeschäft.
Die grossen Tech-Konzerne bekommen an der Börse zu spüren, dass die enormen Ausgaben für die KI-Infrastruktur bei den Anlegern auf wachsendes Unbehagen stossen. Das zeigen die Geschäftszahlen von Amazon und Alphabet.
Beide Unternehmen offenbarten in ihrem traditionellen Stammgeschäft ungewohnte Schwächen. Laut der Berichterstattung der NZZ treiben beide Giganten zwar den Kauf von KI-fähigen Chips voran. Sie bauen zudem massiv Rechenzentren.
Ihre Gewinne und Cashflows reichen kaum aus, um diese Summen zu decken.
Alphabet verzeichnet negativen Cashflow durch KI-Investitionen
Der Google-Mutterkonzern Alphabet investierte im Quartal mehr als 51 Milliarden Dollar. Das Unternehmen wies damit nach Angaben der NZZ zum zweiten Mal in Folge einen negativen Cashflow von –9,1 Milliarden Dollar auf.
Seit dem Börsengang im Jahr 2004 hatte das Unternehmen immer einen positiven Cashflow verzeichnet. Dies änderte sich erst, als die Ausgaben für die KI-Infrastruktur so drastisch stiegen.
Zudem dämpft der sogenannte KI-Modus bei der Google-Suche die Einnahmen aus der klassischen Onlinesuche. Da dieser Modus als fortlaufende Konversation gestaltet ist, fiel das Umsatzwachstum der Suchsparte geringer aus, als sich die Wall Street das gewünscht hätte.
Er ist noch weitgehend werbefrei. Das Umsatzwachstum der Suchsparte lag bei zwölf Prozent auf 63,4 Milliarden Dollar.
Amazon kämpft mit Schwächerer Prognose und hohen Rechenzentrumsausgaben
Bei Amazon wuchs die Cloudspeicher-Sparte AWS um 39 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Doch der Onlinehandel bereitet Sorgen.
Die Umsatzprognose für das Weihnachtsquartal fiel schwächer aus als erwartet. Das Unternehmen rechnet wegen hoher Lebenshaltungskosten und steigender Benzinpreise mit einer zurückhaltenden Kundschaft.
Der Nettogewinn lag bei 20,7 Milliarden Dollar. Ein Quartalsumsatz von 202 Milliarden Dollar blieb laut der NZZ leicht hinter den Erwartungen zurück.
Der Cashflow über die vergangenen zwölf Monate lag bei –42,4 Milliarden Dollar.
Beide Konzerne sind eng mit dem Startup Anthropic verknüpft. Dieses plant als KI-Modell-Hersteller einen baldigen Börsengang und gilt zugleich als grösster Kunde der Hyperscaler.
Wie aus dem Börsenprospekt hervorgeht, hat Anthropic bei Amazon bis ins Jahr 2036 Rechenleistung im Wert von 110 Milliarden Dollar fix gebucht. Bei Google liegt dieser Wert bei über 114 Milliarden Dollar.
Zudem erzielt das Startup fast die Hälfte des Umsatzes mit seinen Claude-Modellen über die Plattformen Amazon Bedrock und Alphabet Vertex AI.
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