Alphabet verzeichnete einen freien Cashflow von minus 9,07 Milliarden Dollar im dritten Quartal, während die Aktienkurse nach unerwartet schwachen Sucherlösen um knapp zehn Prozent einbrachen und Futures an der Nasdaq belasteten.
Die Tech-Börsen stehen unter erheblichem Druck, nachdem Alphabet am späten Mittwochabend seine Zahlen für das dritte Quartal vorgelegt hat. Anleger reagieren alarmiert auf eine Kombination aus stark steigenden Infrastrukturkosten für künstliche Intelligenz und einem unerwartet schwachen Wachstum im klassischen Suchgeschäft. Wie Yahoo berichte, fiel die Aktie von Alphabet im nachbörslichen Handel um 9,8 Prozent, während Nasdaq-100-Futures um rund ein Prozent nachgaben.
Einbruch bei Alphabet und negativem Cashflow im dritten Quartal
Die Kernzahlen des Quartals zeigten eine erhebliche Diskrepanz zwischen den Investitionen in Künstliche Intelligenz und den unmittelbaren Erträgen. Der Gewinn je Aktie lag bei 2,12 Dollar und verfehlte damit den Konsens von 3,01 Dollar deutlich. Nach Angaben von Yahoo Finance stürzte der freie Cashflow auf minus 9,07 Milliarden Dollar ab, da die Investitionsausgaben mit 51,4 Milliarden Dollar den operativen Cashflow von 42,3 Milliarden Dollar übertrafen.
Zudem erreichten die Aktien Verluste von 9,6 Prozent auf rund 294 Dollar, als das Papier nach den Quartalszahlen sank. Die Investitionsausgaben von Alphabet sollen im Jahr 2027 weiter steigen, was Broadcom zugutekommt, während bei Meta Platforms Fragen aufkommen. Das operative Ergebnis lag bei 40,6 Milliarden Dollar und verfehlte damit die von CNBC genannte FactSet-Schätzung von 43,19 Milliarden Dollar, während die operative Marge von 34,0 Prozent im zweiten Quartal auf 31,8 Prozent sank.
Zu den Belastungen trugen auch Einmaleffekte bei. Finanzchefin Anat Ashkenazi erklärte während der Telefonkonferenz, dass der operative Cashflow durch eine europäische Kartellstrafe in Höhe von 5,2 Milliarden Euro sowie durch den Aufbau von TPU-Beständen belastet wurde. Gleichzeitig drückten Verlustpositionen bei Beteiligungen, angeführt von SpaceX, das Ergebnis. Diese nicht-operativen Wertberichtigungen beliefen sich auf insgesamt 8,7 Milliarden Dollar und senkten das Ergebnis je Aktie um 0,55 Dollar.
Herausforderungen im Suchgeschäft und starkes Cloud-Wachstum
Das wichtigste Standbein des Konzerns, die Suchmaschinensparte, wuchs um 12 Prozent auf 63,4 Milliarden Dollar – ein Rückgang gegenüber dem Wachstum von 17 Prozent im zweiten Quartal. Bloomberg-Anchor Ed Ludlow sprach in einer Sondersendung von einem signifikanten Fehlschlag in diesem Umfeld
, wie Yahoo Finance berichtete.
Chief Business Officer Philipp Schindler verwies auf Währungseffekte und erklärte, dass über KI-Modus-Suchen generierte Anfragen bislang weniger profitabel sind. Dennoch verzeichnete Google Cloud ein herausragendes Wachstum von 103 Prozent auf 30,7 Milliarden Dollar, angetrieben von TPU-Systemverkäufen.
Wir gehen weiterhin davon aus, dass unsere Investitionsausgaben im Jahr 2027 deutlich steigen werden.
Anat Ashkenazi, Chief Financial Officer von Alphabet, via Yahoo Finance
Auswirkungen auf den Gesamtmarkt und Ausblick auf 2027
Die hohen Ausgabenpläne von Alphabet werfen branchenweite Fragen auf. Während Halbleiterhersteller wie Broadcom von den anhaltend hohen Investitionen in TPU-Infrastruktur profitieren, blicken Investoren kritisch auf vergleichbare Ausgaben bei Konkurrenten wie Meta. Das Wall Street Journal berichtete, dass die Reaktionen an den Terminmärkten die Nervosität der Anleger hinsichtlich der Amortisation der milliardenschweren KI-Investitionen widerspiegeln.
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