Enttäuschende Quartalszahlen von Amazon und Intel sowie Kurseinbrüche bei Alphabet haben am 29. Oktober 2026 neue Ängste vor den massiven Kosten des globalen KI-Booms ausgelöst. Die Technologiebörse Nasdaq verzeichnete im regulären Handel einen deutlichen Rückgang, während Investoren die Rentabilität gigantischer Rechenzentren und Cloud-Investitionen verstärkt hinterfragen.
Enttäuschende Quartalsergebnisse bei Amazon und Intel belasten die Märkte
Der Oktober geht mit erheblichen Turbulenzen an den Finanzmärkten zu Ende. Nach Börsenschluss am 29. Oktober 2026 veröffentlichten Amazon und Intel Berichte, die bei Anlegern tiefe Sorgen über die wirtschaftlichen Aussichten der künstlichen Intelligenz auslösten. Im nachbörslichen Handel sackten die Titel massiv ab: Amazon verlor 5 Prozent, während Intel einen Einbruch von 21 Prozent hinnehmen musste.
Der Chipkonzern Intel begründete den Kursschwächeanfall mit einem schwachen Ausblick für das laufende Quartal und einer spürbaren Abkühlung auf dem PC-Markt. Der Umsatz im Bereich Client Computing und physische künstliche Intelligenz sank im Jahresvergleich um 5 Prozent auf 8,1 Milliarden US-Dollar. Auch Amazon enttäuschte die Erwartungen der Wall Street bei Umsatz und Gewinn. Der E-Commerce- und Cloud-Riese verbuchte einen negativen freien Cashflow von 42,4 Milliarden US-Dollar und hielt dennoch an seiner Prognose für die Investitionsausgaben (Capex) im Jahr 2026 in Höhe von 220 Milliarden US-Dollar fest.
Alphabet-Rückgang und wachsende Skepsis beim KI-Handel
Die Talfahrt an den US-Börsen wurde bereits im regulären Handel durch Alphabet angeheizt. Die Google-Muttergesellschaft verzeichnete einen Kursverlust von 12 Prozent, nachdem das Unternehmen im dritten Quartal die Erwartungen bei Umsatz und Gewinn verfehlte. Alphabet meldete Erlöse von 201,9 Milliarden US-Dollar bei einem verwässerten Gewinn je Aktie von 1,89 US-Dollar, während Analysten im Schnitt mit 202,2 Milliarden US-Dollar Umsatz und 1,97 US-Dollar je Aktie gerechnet hatten. Zudem verbrannte der Konzern mit einem negativen freien Cashflow von 9,07 Milliarden US-Dollar schneller als erwartet Liquidität.
Ein wesentlicher Grund für das verfehlte Ergebnis im Kerngeschäft der Websuche ist nach Angaben von Marktbeobachtern die wachsende Beliebtheit von KI-Suchen. Diese sogenannten AI mode
-Abfragen binden Nutzer zwar stark ein, werfen jedoch weniger Gewinn ab als die traditionelle Internetsuche. Dieser Margendruck hat im breiteren Aktienmarkt eine neue Welle von Zweifeln an der Tragfähigkeit des aktuellen KI-Booms ausgelöst.
Vergleich der Quartalszahlen und Marktreaktionen
Die Reaktionen an den internationalen Handelsplätzen fielen am Donnerstag unterschiedlich aus. Während technologielastige Indizes unter den Enttäuschungen litten, zeigten sich andere Bereiche des Marktes widerstandsfähiger.
| Unternehmen | Bereich / Ergebnis | Kursreaktion |
|---|---|---|
| Amazon | Umsatz von 201,9 Mrd. USD verfehlt Schätzungen; 220 Mrd. USD Capex-Prognose für 2026 | -5% bis -6% im erweiterten Handel |
| Intel | Umsatz sinkt auf 8,1 Mrd. USD; schwacher Ausblick durch PC-Flaute | -21% in nachbörslichen Transaktionen |
| Alphabet | Umsatz von 201,9 Mrd. USD und Gewinn verfehlen Wall-Street-Erwartungen | -12% im regulären Handel |
| Walmart & eBay | Traditioneller Einzelhandel mit robusten Ergebnissen | Walmart +2,09%, eBay +2,69% |
Der Nasdaq Composite gab im regulären Handel um 1,38 Prozent auf 26,185 Punkte nach, während der S&P 500 mit einem Minus von 0,31 Prozent bei 7,720 Punkten glimpflicher davonkam. Im Gegensatz zu den stark gebeutelten Technologiekonzernen verzeichneten traditionelle Handelswerte wie Walmart mit einem Plus von 2,09 Prozent und eBay mit einem Anstieg von 2,69 Prozent Gewinne.

AWS-Wachstum und langfristige Investitionsaussichten
Trotz der allgemeinen Bedenken hinsichtlich der enormen Investitionskosten zeigt sich bei Amazons Cloud-Sparte AWS ein robustes Wachstum. Der Umsatz der Cloud-Sparte legte im dritten Quartal im Jahresvergleich um 39 Prozent auf 46 Milliarden US-Dollar zu, nach einem Plus von 37 Prozent im zweiten Quartal. Getrieben durch den anhaltenden Bedarf an künstlicher Intelligenz schloss das Management neue Vereinbarungen unter anderem mit Meta und Salesforce ab. Das Unternehmen prognostiziert, dass die Wachstumsraten im Cloud-Bereich in den Jahren 2027 und 2028 jeweils über 40 Prozent liegen werden.
Mit einem Handelsvolumen von 70,8 Millionen Aktien lag der Umsatz bei Amazon rund 81 Prozent über dem Drei-Monats-Durchschnitt. Das Unternehmen, das im Jahr 1997 an die Börse ging, steht nun vor der Herausforderung, den gewaltigen Kapitalaufwand von 220 Milliarden US-Dollar durch langfristig solide Renditen aus dem Cloud- und KI-Geschäft zu rechtfertigen.
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